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Auf den Malediven baut man immer größer

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Urlaub Malediven  

Im Paradies baut man immer größer

17.01.2014, 14:44 Uhr | Bernhard Krieger, dpa

Auf den Malediven baut man immer größer. Luxus statt Robinson-Feeling: Die Resorts auf den Malediven werden immer größer. (Quelle: dpa)

Luxus statt Robinson-Feeling: Die Resorts auf den Malediven werden immer größer. (Quelle: dpa)

Die Zeiten der Zurückhaltung scheinen auf den Malediven vorbei. Setzte das Inselparadies im Indischen Ozean in der Vergangenheit häufig auf den Charme der kleinen Resorts mit Robinson-Crusoe-Charakter, zeichnet sich in den vergangenen Jahren ein Trend zu immer größeren Ferienresorts ab. Sehen Sie einige Beispiele auch in unserer Foto-Show.

Einst genügten Malediven-Urlaubern einfache Hütten, ein Barbecue am Strand und die Lagune als Pool. Mittlerweile sind die meisten Ferienanlagen auf den Inseln im Indischen Ozean höchst komfortabel, einige zählen sogar zu den besten der Welt. Mit den Ansprüchen der Gäste aber ist auch der Platzbedarf gestiegen. Kleine Inseln mit nur wenigen Villen und Robinson-Crusoe-Feeling sind längst nicht mehr der Renner. "Big is beautiful!", lautet der neue Trend auf den Malediven.

"Groß" ist auf den Malediven eine Frage der Relation

Das "One & Only Resort Reethi Rah" im Nordmale-Atoll ist einer der Trendsetter. "Wir haben die größte Ferieninsel der Malediven im Privatbesitz", sagt der deutsche Resort-Manager Johannes Rabl. Zwei Kilometer ist sie lang und gerade mal 400 Meter breit. Das klingt immer noch winzig, ist für maledivische Verhältnisse aber schon richtig groß.

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Rabl weiß, dass man die Bedürfnisse seiner Gäste nicht mehr auf einer romantischen Mini-Insel erfüllen kann. "Reethi Raah" bietet gleich fünf Restaurants, ein Tauch- und Wassersportcenter, Sportplätze, eine große Boutique, ein Spa mit Fitnesscenter und neuerdings sogar einen Golf-Simulator. "Dort können unsere Gäste dann in einem klimatisierten Raum die besten Golfplätze der Welt spielen", erzählt Rabl.

Wichtiger noch, als passionierte Golfer im Badeurlaub vor Entzugserscheinungen zu bewahren, ist Rabl die Privatsphäre seiner Gäste. Der Abstand zwischen den Luxus-Villen mit eigenen Pools ist riesig. Das geht nur mit viel Platz und indem man der Natur nachhilft. Die Insel wurde vergrößert und in Form gebracht. "Rund 28.000 Bäume mussten angepflanzt wurden", räumt Rabl ein. Die Urlaubs-Kunstwelt wirkt mittlerweile völlig natürlich. Allenfalls die bilderbuchmäßige Palmen-Allee in der Mitte der Inseln und perfekt vor den Villen platzierte Kokos-Palmen machen stutzig, weil überall exakt eine Hängematte dazwischen passt.

Viele Resorts behelfen sich mit Wasservillen

Andere Luxus-Resorts, die nicht so viel Platz auf ihren Inseln haben, weichen in die Lagunen aus. Wo früher ein paar wenige sogenannte Wasservillen auf Stelzen ins Meer gebaut wurden, stehen mittlerweile Dutzende. "Anantara Kihavah", eines der jüngsten Ferienresorts im Norden der Malediven, hat ein halbes Dorf ins Wasser gebaut. Ein Steg verbindet es mit der Insel. "Der große Vorteil ist, dass unsere Gäste so einen völlig ungestörten Blick auf das türkisblaue Meer haben", erklärt Resort-Managerin Sebnem Ayli Akyurt. Von der eigenen Terrasse aus kann man ins stets rund 30 Grad warme Meer, niemand kommt vorbei, niemand schaut hinein.

Auf Anantara Kihavah hat man auch das Spa und sogar noch einen Restaurant-Komplex ins Meer gesetzt. Und der ist sogar dreistöckig - ein Novum auf den Malediven. Auf der ersten Ebene befinden sich ein japanisches und ein Seafood-Restaurant, in dem ein Salz-Sommelier den Gästen zu jedem Gericht verschiedene Spezial-Salze vom pinken Murray-River-Salz aus dem australischen Outback bis zum geräucherten Pazifik-Meersalz reicht. Über dem Restaurant-Deck befindet sich eine Rooftop-Bar. Die dritte Ebene liegt unter Wasser. Im Sea-Restaurant fühlt man sich wie in einem Aquarium. Die vorbeiziehenden Fische, Schildkröten und Rochen aber leben frei in der Lagune. Manchmal kommt sogar ein Manta vorbei.

Anantara Kihavah liegt nämlich im Baa-Atoll, das die Unesco 2011 auch wegen seiner ungewöhnlich vielen Mantarochen zum Biosphärenreservat erklärt hat. "Im Sommer haben wir hier die größte Ansammlung von Mantas weltweit", erklärt Yoann Sabathé. Der Franzose ist Meeresbiologe am Marine Discovery Centre (MDC) der Nachbarinsel Landaa Giraavaru.

Nur am Strand liegen reicht vielen Urlaubern nicht

Auch das "Four Seasons Resort Maldives" auf Landaa Giraavaru gehört zu den großen Ferienanlagen in dem aus fast 1200 Inseln bestehenden Inselstaat. Hier gibt es ebenfalls gleich mehrere Restaurants, ein riesiges Ayurveda-Spa und als besondere Attraktion das von Four Seasons finanzierte MDC, das auch schon 2006 das Maldivian Manta Ray Project (MMRP) ins Leben rief. Seit 2011 führt es dessen Gründer Guy Stevens als Manta Trust unabhängig weiter. Mittlerweile ist es das älteste Manta-Forschungsprojekt der Malediven.

Zwischen Juni und September ist das Wasser rund um Landaa Giraavaru besonders reich an Plankton. Das zieht die bis zu neun Meter langen und drei Tonnen schweren Mantas an. Über 2000 verschiedene Tiere haben die Meeresbiologen mittlerweile für die größte Manta-Datenbank der Welt fotografiert. "Ihre individuell gepunkteten Unterseiten sind wie Fingerabdrücke", erklärt Sabathé. Mit Schautafeln, Filmen und auf Bootsausflügen erklären die Forscher den Feriengästen die faszinierenden Mantas und die anderen Tiere. "Unsere Gäste wollen eben mehr als nur Badeurlaub", sagt Sabathé.

Am Strand zu liegen, allein reiche den Touristen längst nicht mehr, bestätigt Tauchlehrer Tom Badstübner. Das Wassersportcenter der Insel bietet genauso wie das der Nachbarinsel Kihavah alle nur erdenklichen Aktivitäten im Wasser und erstklassig ausgestattete Tauchcenter. "Mittlerweile haben wir sogar motorisierte Scooter, von denen man sich unter Wasser ziehen lassen kann", erzählt Anantaras Wassersportchef Laurent Dreyer. So was gab es früher nur in James-Bond-Filmen. Das war zu Zeiten, als Malediven-Urlaubern noch eine einfache Hütte, ein Barbecue am Strand und die Lagune als Pool reichten.

Weitere Informationen

Anreise und Formalitäten: Bürgern aus EU-Staaten reicht ein gültiger Reisepass zur Einreise.

Klima und Reisezeit: Auf den Malediven ist immer Sommer. Die Luft-Temperaturen liegen zwischen 25 und 31, die Wassertemperaturen zwischen 27 und 29 Grad Celsius. Die beste Reisezeit ist von Dezember bis April.

Geld: In den Resorts sind die Preise in US-Dollar ausgezeichnet.

Informationen: Maldives Government Tourist Information Office, Postfach 200048, 63493 Seligenstadt (Tel.: 06182/993 48 57). www.visitmaldives.com/de

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