Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele >

El Tatio in Chile: Die höchstgelegen Geysire der Erde

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Die höchstgelegenen Geysire der Erde

28.12.2011, 07:52 Uhr | Karsten-Thilo Raab, SRT, srt

El Tatio in Chile: Die höchstgelegen Geysire der Erde. El Tatio begeistert Touristen mit mit Geysiren, heißen Quellen und Fumarolen (Quelle: SRT /Karsten-T. Raab)

El Tatio begeistert Touristen mit mit Geysiren, heißen Quellen und Fumarolen (Quelle: Karsten-T. Raab/SRT )

Am Rande der trockensten Wüste der Welt liegt El Tatio. Das Geysirfeld zieht jedes Jahr Touristen aus der ganzen Welt an, die das Naturphänomen erleben wollen. Bis zu 20 Meter schießen die höchstgelegenen Geysire der Erde ihre Dampfsäulen in die Luft. Sehen Sie das Naturschauspiel auch in unserer Foto-Show.

Dünne Luft auf 4500 Metern

Kaum ist die Sonne über den Anden aufgegangen, verschwinden die gigantischen Dampfsäulen in Minutenschnelle. Wo eben noch bei Temperaturen um minus 20 Grad Celsius um die Wette gezittert und geschnattert wurde, steigen die Temperaturen nun sprunghaft an. Nach und nach wird eine der fünf, sechs Kleiderschichten abgelegt. Die Faszination mischt sich zunehmend mit einem Wohlgefühl, auch wenn die Luft nicht gerade zu Freudensprüngen einlädt. Denn auf knapp 4500 Metern über dem Meeresspiegel ist diese extrem dünn.

El Tatio - "der rauchende Vater"

Alle Bewegungen werden fast im Schneckentempo ausgeführt. Doch keine Frage, das frühe Aufstehen und das lange Frieren haben sich gelohnt. Denn hier, mitten in den chilenischen Anden, am Rande der Atacama-Wüste, zieht eines der faszinierendsten Naturphänomene Besucher aus aller Herren Länder in seinen Bann: El Tatio - oder wie die Indianer des Hochgebirges sagen, Tata Tatio, "der rauchende Vater". Ein Beiname, dem das höchstgelegene Geysirfeld der Welt mit seinen 40 Geysiren, 60 heißen Quellen und mehr als 70 Fumarolen auf mehr als drei Quadratkilometern Fläche vollauf gerecht wird.

Ein Trip in ungeahnte Höhen

"Nur die Geysirfelder im Yellowstone Nationalpark in den USA und auf der Halbinsel Kamtschatka im russischen Dolina Geiserow sind noch größer", weiß Guillermo Páez in perfektem Deutsch zu berichten. Schon am Vortag hatte der 33-jährige Venezolaner, der in Wien Hotelfach studierte und seit 2003 in der knapp 90 Kilometer entfernt liegenden Oasenstadt San Pedro als Fremdenführer arbeitet, auf den Trip in ungeahnte Höhen eingestimmt. Viel trinken, wenig Alkohol und früh schlafen gehen, lauten die Empfehlungen des Experten.

Eine Sauerstoffflasche für den Notfall

Lange bevor der erste Hahn kräht, beginnt die Tour zum El Tatio. Fahrer Juan Carlos ist dick eingemummelt, trägt Handschuhe, Schal und gleich zwei Mützen übereinander. Über Schotterpisten quält sich der Kleinbus hinauf in die Anden. Am Putana Fluss auf gut 3900 Metern Höhe folgt ein erster Zwischenstopp, um sich an die extremen klimatischen Bedingungen und die dünner werdende Luft zu gewöhnen. "Wichtig ist es, möglichst viel durch die Nase einzuatmen", rät Guillermo, der für den Fall der Fälle eine Sauerstoffflasche im Gepäck mit sich führt.

Vielfältige Fauna im Sumpfgebiet

Am Ufer des Putana wartet auch die erste Überraschung. Im Gegensatz zu der fats pflanzenlosen Atacama-Wüste schlummert hier rund 1500 Meter höher ein Sumpfgebiet, das mit seinen großen Wasservorräten zum Tummelplatz für eine Vielzahl an Tieren avanciert. Hier wimmelt es an Andenmöwen, Nandus, einer Straußenart, und Hornblesshühnern. Auch die stets aufgeregt wirkenden Vizcachas, eine kleine Hasenart mit grünlich schimmernden Fell, Lamas und ihre etwas kleineren Verwandten, die Vicuñas, drängen sich um die Wasserstellen.

Lama-Dung schützt vor Kälte

Bei frostigen Temperaturen im zweistelligen Minusbereich entsteht leichter Neid gegenüber der tierischen Andenbewohner. Lama müsste man sein. Deren dickes, zotteliges Fell wirkt wie ein wohlig warmer Ganzkörperumhang. "Wem es zu kalt ist, der sollte sich einfach Lama-Dung unter die Kleider stopfen", rät Guillermo halb amüsiert, halb ernst. Denn in der Tat schützen sich Andenisten, wie die Bergsteiger in dem südamerikanischen Hochgebirge heißen, mit den Lama-Exkrementen vor dem Erfrieren.

20 Meter hohe Wasserdampf-Säulen

"Allerdings riecht man dann etwas strenger", flachst Guillermo, bevor die letzten 600 Höhenmeter zum El Tatio mit dem Auto in Angriff genommen werden. Schon von weitem sind die riesigen Dampfwolken im Halbdunkel zu sehen. Aus rund 70 Fumarolen dampft und spuckt es gleichzeitig. Wasserdampf wird bis 20 Meter hoch in die bitterkalte Luft katapultiert. Die 40 Geysire und 60 heißen Quellen bringen das Wasser bei Temperaturen von rund 85 Grad Celsius fast zum Kochen. In Sekundenschnelle bilden sich kleine Pools mit siedend heißem Wasser vor dem herrlichen Panorama schneebedeckter Anden-Spitzen.

Die Sonne verwandelt El Tatio in eine Mondlandschaft

"Alles reine Physik", findet Guillermo erklärende Worte für das Naturphänomen auf der Hochebene. "Bei Kälte steigen die Dampfwolken deutlich höher", erläutert der Venezolaner. Währenddessen schiebt sich die Sonne langsam über die Bergspitzen und spiegelt sich in den aufsteigenden Dämpfen der Geysire wider. Klettert die Sonne am wolkenlosen Himmel hinauf, klettern im gleichen Maße auch die Temperaturen höher und die Dampfwolken schrumpfen. Nun zeigen die Geysire ein ganz anderes Gesicht: Die weiß-grün-roten Erdlöcher erinnern unweigerlich an eine Mondlandschaft. Höhenluft und Minusgrade sind plötzlich vergessen, wohl auch, weil spätestens ab zehn Uhr morgens von den brodelnden Geysiren nichts mehr zu sehen ist. Und dann geht es mit dem Kleinbus wieder zurück nach San Pedro de Atacama.

Weitere Informationen:

Chile: www.visitchile.org
San Pedro de Atacama: www.sanpedroatacama.com
Land: Die Präsidialrepublik Chile liegt im Südwesten Südamerikas umrahmt von den Anden und vom Pazifischen Ozean zwischen dem 18. und 57 Grad südlicher Breite. Von Nord nach Süd misst das 757.000 Quadratkilometer große Land knapp 5300 Kilometer Länge. Im Norden liegt die Atacama Wüste. Diese gilt als trockenste Wüste der Erde und grenzt im Westen an den Pazifik, im Norden an Peru und im Osten an Bolivien und Argentinien.
Anreise: LAN bietet täglich von Frankfurt über Madrid nach Santiago de Chile Flüge mit einem Airbus A340-300 an. Preise für Hin- und Rückflug beginnen bei 1045 Euro. Flüge via Santiago de Chile nach und von Calamá beginnen bei 1212 Euro. Informationen und Buchungen: LAN, Kaiserstr. 5, 60311 Frankfurt, Tel. 01805/340767, www.lan.com. Vom Flughafen Calamá ist das 100 Kilometer entfernte San Pedro über die Dreigrenzenstraße, die Tres Fronteras, in gut einer Stunde mit dem Auto oder Bus zu erreichen.
Einreise: Für die Einreise genügt ein mindestens noch sechs Monate gültiger Reisepass.
Klima: Entsprechend der Lage in Südamerika sind die Jahreszeiten in Chile entgegengesetzt zu den europäischen. In der Atacama-Wüste herrschen ganzjährig Wüstenbedingungen mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius tagsüber und zum Teil zweistelligen Minusgraden nachts.
Uhrzeit: Von April bis Oktober gilt in Chile die Mitteleuropäische Zeit minus sechs Stunden, von Ende Oktober bis Ende März liegt Chile vier Stunden hinter der MEZ.
Strom: Die Stromspannung beträgt wie in Europa 220 Volt.
Währung: Zahlungsmittel ist der Chilenische Peso (CLP). 1 CLP entspricht circa 0,0015 Euro, ein Euro entspricht etwa 690 CLP.
Sprache: Landessprache ist Spanisch.
Einkehrtipp: Auf dem Rückweg nach San Pedro de Atacama bietet sich das kleine Bergnest Machuca, auf 4000 Metern Höhe gelegen, zur Rast an: Die dort lebenden Indianer bieten unter anderem Lama-Fleisch-Spieße als Delikatesse an.
Essen & Trinken: Bendito Desierto, Domingo Atienza Street 426, San Pedro de Atacama, Chile, Tel. 0056/55/851944, www.benditodesierto.cl. Das Restaurant im Herzen von San Pedro bietet typisch chilenische Speisen wie porotos granados, eine Bohnensuppe, pastel de choclo, ein Meisgericht sowie empanadas, Teigtaschen mit Hackfleisch, Ei und Oliven oder Käse, an.
Übernachten: "Tierra Atacama", Calle Séquitor s/n, Ayllú de Yaye, San Pedro de Atacama, Chile, Tel. 0056/55/555977, www.tierraatacama.com. Das Luxushotel am Ortsrand von San Pedro bietet Doppelzimmer ab 230.000 Pesos (ca. 360 Euro) an. "Hostal Cruz de Atacama", Calle Tocanao 594, San Pedro de Atacama, Chile, Tel. 0056/55/590335. www.hostalcruzdeatacama.cl. Das einfache Hostel bietet Übernachtungen ab 10.000 Pesos (circa 15 Euro) an.

Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie ein Fan von t-online.de Reisen!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Reisethemen von A bis Z

Anzeige
shopping-portal