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Chinesische Mauer: Schlampige Renovierung sorgt für Ärger

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Chinesische Mauer  

Schlampige Renovierung sorgt für Ärger

23.09.2016, 10:08 Uhr | AP

Chinesische Mauer: Schlampige Renovierung sorgt für Ärger. "Erhöhter Fahrradweg": Die Renovierungsarbeiten an einem Teil der Chinesischen Mauer sind nicht originalgetreu. (Quelle: AP/dpa)

"Erhöhter Fahrradweg": Die Renovierungsarbeiten an einem Teil der Chinesischen Mauer sind nicht originalgetreu. (Quelle: AP/dpa)

Als hätte man einen Fahrradweg auf das Weltkulturerbe gepflastert: Die Schönheitsreparaturen an einem bröckelnden, aber äußerten beliebten Abschnitt der Chinesischen Mauer sorgen im Reich der Mitte für Empörung.

Er galt als der "schönste wilde" Teil der Chinesischen Mauer: Ein acht Kilometer langer und fast 700 Jahre alter Abschnitt des weltberühmten Bauwerks im Bezirk Suizhong in der nordöstlichen Provinz Liaoning. Mit Wachtürmen und anderen architektonischen Details erinnerte er an die frühere Funktion des Walls: das Chinesische Reich vor Gefahren zu schützen. Doch davon ist zum großen Entsetzen so mancher nach Restaurierungsarbeiten nicht mehr viel übrig.

Ausbesserungen "einfach und grob"

Die Optik des während der Ming-Dynastie 1381 gebauten Mauerabschnitts namens Xiaohekou sei stark zum Negativen verändert worden, empörten sich Kritiker. Spöttisch heißt es in Zeitungsberichten, dank eines Sand-Gemischs sei die Mauer an der Stelle jetzt nur noch ein erhöhter Fahrradweg zwischen mit Wald bewachsenen Hügeln. Die Restaurierungsarbeiten an dem Bauwerk seien "einfach und grob" vorgenommen worden, sagte Dong Yaohui, der Vizepräsident der Gesellschaft Great Wall Studies Society, die sich für den Erhalt der Mauer einsetzt.

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"Diese Art der Restaurierung schadet der Wertschätzung der Geschichte und Kultur der Chinesischen Mauer (...)", zitierte eine chinesische Zeitung Dong. Die Arbeiten seien bereits vor zwei Jahren vorgenommen worden als Teil eines staatlichen Restaurierungsplans und innerhalb von drei Monaten über die Bühne gegangen, sagte Ding Hui, der Vorsitze des Architekturbüros der Provinz Liaoning, der Zeitung "Bejing News". "Das war wirklich eine grässliche Reparatur", meint auch er.

Regierung hat Ausbesserungen genehmigt

Auch im Netz stieß die Restaurierung des Mauerabschnitts auf scharfe Kritik. Viele lamentierten vor allem, dass die Arbeiten scheinbar ohne Konzept ausgeführt wurden und mit unterschiedlichen Materialien, darunter auch Mörtel und Beton.

Ein Vertreter des staatlichen Kulturbüros in der Stadt Huludao in Liaoning sagte dazu, die chinesische Zentralregierung habe den Plan zur Restaurierung genehmigt. Der stark beschädigte Mauerteil habe vor dem Abtragen durch Regen und dem weiteren Zerfall bewahrt werden sollen. Namentlich wollte er nicht genannt werden. Andere offizielle Stimmen waren nicht zu erreichen.

Mauer ist seit 1987 Kulturerbe

In den vergangenen Jahren hat China Gesetze zur Erhaltung der Großen Mauer verabschiedet. Einige Teile wurden bereits für den Tourismus restauriert, andere sind zerstört oder für den Bau von anderen Gebäuden geplündert worden.

Die Chinesische Mauer ist seit 1987 Unesco-Weltkulturerbe. Im Jahr 220 vor Christus verband das Chinesische Reich bereits bestehende Mauern zu einem großen Verteidigungswall. Unter der Ming-Dynastie, die von 1368 bis 1644 währte, wurde die Mauer zum längsten militärischen Schutzwall der Welt ausgebaut. Schätzungen zufolge soll dieser einst mehr als 20 000 Kilometer lang gewesen sein.

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