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Fischland-Darß-Zingst: Die Ruhe vor dem Ansturm

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Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst  

Ruhe vor dem Gästeansturm

08.04.2015, 12:08 Uhr | Marlis Heinz, srt

Fischland-Darß-Zingst: Die Ruhe vor dem Ansturm. Ein Reethausdach auf der Halbinsel. (Quelle: Volkmar Heinz)

Ein Reethausdach auf der Halbinsel. (Quelle: Volkmar Heinz)

Im Sommer wird es oft voll auf Fischland-Darß-Zingst. Viele Urlauber genießen dann den einzigartigen Charme der Ostseehalbinsel. Doch Kenner kommen jetzt, in der Vorsaison, wenn man die Bodden noch fast für sich allein hat. Schauen Sie sich die Halbinsel auch in unserer Foto-Show an.

Fischland-Darß-Zingst. Diese sperrige Namenskette benutzt kaum einer für den in die Ostsee ragenden Landzipfel. Alle sagen nur Darß. Das ist genau genommen unkorrekt gegenüber Fischland und Zingst. Aber jeder weiß, was gemeint ist: Die Halbinsel vor der Küste zwischen Rostock und Stralsund, die an ihren Stränden im Westen und Norden den Meereswellen trotzt und im Süden die wildromantischen Bodden abschirmt. Zu solch einem Bodden hin, dem Saaler Bodden, öffnet sich der Hafen von Wustrow.

Dorthin sollen die Boote, an denen derzeit emsig gewerkelt wird, möglichst bald zu Wasser gelassen werden. Denn wenn die Boote nicht bald im Wasser liegen, versommern sie. Versommern - das heißt: Sie werden erst trocken, dann rissig und vielleicht sogar undicht. Es sind nicht irgendwelche Boote und schon gar keine modernen Yachten, an denen sich die Männer zu schaffen machen. Nein, es sind Zeesboote. So heißen am Darß die einst von Fischern genutzten Segler, die extra für die flachen, inneren Küstengewässer konstruiert wurden.

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Boote als Hobby für Rentner

Das sackförmige Fangnetz, die Zeese, gab ihnen den Namen, das braune Segel ihr ganz besonderes Aussehen. Jedes Jahr im Frühling machen die Besitzer ihre hölzernen Boote fit. Die meisten von denen, die da schleifen und streichen, das isolierende Werg zwischen den Planken des Schiffsrumpfes herausholen und neues hineinschlagen, waren mal echte Seemänner, die Mehrzahl sogar Kapitäne. Heute sind die Zeesboote ihr Rentner-Hobby, sie fahren Regatten und manchmal fischen sie auf traditionelle Art. Einige der Fahrensleute laden im Frühsommer auch Touristen an Bord.

Wer nicht in die kleinen Boote steigen möchte, der findet in den Bodden-Häfen auch richtige Schiffe. Noch ist der Fahrplan etwas ausgedünnt, aber die Auswahl ist seit Ostern reichlich: Frisch lackiert warten allein im Hafen von Prerow vier solcher Ausflugskähne. Ronny Zimmermann, Schiffsführer des Schaufelraddampfers "Baltic Star", begrüßt derzeit jeden seiner Passagiere noch einzeln und erklärt, was der wissen will: "Ja, die Kraniche ziehen. Aber wir werden sie erst im Herbst wieder in Schwärmen sehen. Die haben es jetzt eilig, zu ihren Brutplätzen in den Norden zu kommen."

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Dann legt die "Baltic Star" ab und entschwindet durch den schmalen, gewundenen Prerowstrom, einen Meeresarm der Ostsee, zur "Großen Boddentour". Ronny gibt Erklärungen zum Hafen, zu den Wasserbüffeln am Ufer, zu Störtebekers Schatzversteck, zu Flora und Fauna im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Das Sonnendeck ist spärlich besetzt. Die Passagiere wärmen sich lieber beim Indoor-Grog und einem Plausch mit Ronny. Vorsaison. Das ist auf der Halbinsel die Zeit, in der die Wanderer auf dem Deich zum Bodden hin einander noch grüßen, aber am Strand schon keine Notiz mehr voneinander nehmen. Das ist die Zeit, in der es die Inselbewohner genießen, auf dem Weg zur Arbeit ungehindert von bummelnden Spaziergängern ausschreiten zu können. Das ist die Zeit, in der sich in den Kneipen Einheimische und Gäste mischen und ins Gespräch kommen. Reichlich Arbeit gibt es dennoch. 

Die Vorsaison ist für René Alm und seine Männer eine schwerwiegende Zeit. Rund 500 Strandkörbe karren sie aus ihrem Lager an den Strand und auf die Hotelterrassen. Die wertvollen Flechtwerke wiegen pro Stück etwa 85 Kilogramm, zehn Kilo weniger als im Herbst, als Feuchtigkeit und Sand in allen Ritzen dazukamen. Den Winter über haben sie jedes Stücke gereinigt und wenn nötig repariert. Und was macht das Team im Sommer? "Da betreiben wir Souvenirgeschäfte und Minigolfanlagen, verleihen 1200 Fahrräder - und natürlich die Strandkörbe." 

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Sekt und Selters am Strand

Vorsaison? Hauptsaison? Gibt es nicht im vor zwei Jahren eröffneten Kunstmuseum Ahrenshoop. "Es ist eher das Wetter, das unsere Besucherzahlen bestimmt", erzählt PR-Frau Mandy Schöpa. Trotzdem feierte die Galerie kürzlich eine Art Mini-Saisonstart: Die Dauerausstellung war neu gestaltet worden, wodurch man auch mehr Bilder unterbrachte. Und so sind jetzt rund 150 Werke zu sehen. Viele davon stammen aus den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg, als zuerst die Maler, dann auch andere Künstler im Fischerdorf Ahrenshoop um Kost und Logis baten und sich später in der Künstlerkolonie einrichteten. 

Vorsaison bedeutet für Ralf Winter, den Strand-Concierge des Luxus-Hotels The Grand Ahrenshoop, Kostümwechsel. Der seriöse Herr, der bis März mit Krawatte und schwarzem Anzug an der Rezeption regiert hat, mutiert dann zum lockeren Typen mit hellen Hosen und Strohhut. Was seinen Job nicht weniger ernsthaft macht: Er umsorgt die Gäste am Strand, serviert Sekt und Selters, bringt Börsenberichte und Buddeleimer, informiert über Wassertemperatur und Windrichtung. Und wenn er darum gebeten wird, reibt er Singles auch mal den Rücken mit Sonnencreme ein. 

Wenn die Saison dann richtig losbricht, saust er täglich ein paar Dutzend Mal die etwa 150 Meter zwischen Hotelportal und Wellensaum hin und her. Aber noch ist Vorsaison. Ruhe vor dem Gästeansturm. 

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