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Die Camargue im Herbst

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Die Camargue im Herbst  

Diese Region ist der Geheimtipp in der Provence

11.05.2015, 10:49 Uhr | Marlis Heinz, srt

Die Camargue im Herbst. Der Canal du Rhône verläuft durch den Süden Frankreichs. (Quelle: imago/Mc Phto / F. Schulz)

Der Canal du Rhône verläuft durch den Süden Frankreichs. (Quelle: Mc Phto / F. Schulz/imago)

Die Region Camargue im Süden der Provence ist im Herbst ruhig und mild. Dennoch gibt es Aufregendes zu erleben. Sehen Sie die Camargue auch in unserer Foto-Show.

Der Verkäufer langweilt sich hinter seiner Kasse. Nur selten betritt jetzt noch ein Kunde den Shop in der riesigen Feriensiedlung von Port-Camargue. Damit er das Baguette nicht umsonst in den Ofen steckt, fragt er jeden Eintretenden vorsorglich, ob er nachher eins mitnehmen möchte. Und bleibt ein Kunde am Weinregal stehen, verlässt er freudig seine Kasse, um zu einer ausführlichen Beratung anzuheben.

Schläfrige Stimmung an der Strandpromenade

Die Saison trudelt aus. Zuerst spürt man das in den Touristenanlagen wie in Port-Camargue oder ein Stück weiter in La Grande Motte. An den Fassaden der Bettenburgen ist nur hier und da eine Jalousie hochgezogen. Es herrscht eine seltsam schläfrige Stimmung; ein paar Familien mit kleinen Kindern und Senioren mit Hund bummeln die breiten Standpromenaden entlang und beobachten die wenigen Angler.

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Boutiquen verscherbeln die Sommerklamotten, im hinteren Teil des Ladens hängen schon die dicken Jacken. In den Cafés sind sogar die Logenplätze zu haben. Nur alle hundert Meter genießt ein Badegast am Strand die Einsamkeit auf einer ausgebreiteten Decke.

Ruhiger, günstiger, freie Platzwahl

Vieles spricht für die Reise in den südfranzösischen Herbst: Die Ruhe. Die deutlich geringeren Übernachtungspreise - auch wenn die für Eintrittskarten oder Schiffstickets unverändert bleiben. Und nicht zuletzt die freie Wahl bei Parkplätzen, Barhockern, Bänken. Allerdings gilt es bei der Terminplanung zu bedenken: Wenn in Frankreich Herbstferien sind - vom 19. Oktober bis zum 2. November 2014 - wird es noch einmal lebhafter, wenn nicht sogar turbulent.

Wenn es Herbst wird in der Camargue, lässt sich noch alles erleben, was die Region, in der die Rhône zu einem Delta verzweigt ins Mittelmeer fließt, ausmacht. Von den rosa Pelikanen ist zwar die Mehrzahl bereits in ihre Winterquartiere geflogen, aber während einer Besichtigung des Salzgartens von Aiges-Mortes bekommen die Besucher noch viele von diesen langbeinigen Vögeln zu sehen.

Flamingos und Stiere

Sie verharren in den Verdunstungsbecken der Saline und würdigen die auf den Dämmen entlangtuckernde Bimmelbahn keines Blickes. Im Herbst ist die Ernte der Salzplatten zwar abgeschlossen, doch der imposante Anblick der hoch aufgetürmten weißen Berge, die auf den Abtransport warten, entschädigt die Besucher.

Die schwarzen Stiere grasen auf sumpfigen Weiden. Noch bis Allerheiligen werden ab und zu einige von ihnen abgeholt. Sie haben die Chance, zum Star zu werden. Sie müssen zwar nicht wie ihre spanischen Artgenossen befürchten, von Lanzen durchbohrt zu werden. Aber heiß her geht es trotzdem bei den "Courses Camarguaises", den Stierrennen.

Der Stierkampf ist ein Spektakel

Im Städtchen Aiges-Mortes steht dieses Oktoberwochenende ganz im Zeichen der Stiere. Tagsüber versammelt sich alles um die Arena. Fanfaren ertönen, der Name des Stiers wird ausgerufen, der Kampf beginnt. Waghalsige Burschen versuchen, dem Tier die zwischen seinen Hörnern angebrachte bunte Dekoration zu klauen. Das nervt den bulligen Schwarzen und er jagt seinerseits die vor seiner Nase umherhüpfenden "Raseteurs".

Damit niemand aufgespießt wird, gibt es reichlich Fluchtmöglichkeiten. Das Ganze geht mit viel Geschrei und Applaus vor sich. Unter den Züchtern ist der der Größte, dessen Stier die meisten Quasten behalten konnte, für die Damen natürlich der Mann mit den meisten Quasten in der Hand. Am Abend werden die Stiere, eskortiert von je drei Reitern auf weißen Camargue-Pferden, aus der Stadt getrieben. Den Ausritt begleitet ein laut hupender Autokonvoi. Die Beulen an einigen der meist ohnehin schrottreifen Gefährte lassen vermuten, dass es durchaus auch kraftvolle Begegnungen zwischen Tieren und Fahrzeugen gab.

Bummel durch die Kreuzfahrerstadt Aiges-Mortes

Doch wenn nicht gerade der Stier los ist, zeigt sich Aiges-Mortes im Herbst als beschaulicher kleiner Ort. In der Altstadt ist der schattige Place de Saint Louis rund um die Statue Ludwigs IX. vollgestellt mit Tischen der umliegenden Restaurants. Zwischen den Gästen geht ein Akkordeonspieler umher und füllt die Szenerie mit Musik. Eine wuchtige Befestigungsanlage umschließt den historischen Kern von Aiges-Mortes. Auf deren Mauern marschieren Urlauber eine Runde um die Altstadt und genießen dabei den Blick ins flache, von glitzernden Wasserflächen durchzogene Land.

Gleich vor einem der Stadttore liegen die Ausflugsschiffe im Hafen, zeitweilig schippert einer der Kapitäne eine Handvoll Passagiere durch die Kanäle. Bein Landgang an einer Koppel beobachten sie zwischendurch, wie Reiter mit ihren nervenstarken weißen Camargue-Pferden Stiere in Schach halten. Weiter geht es entlang an Weiden, Rebstöcken und bereits trockenliegenden Reisfeldern, mit Blick auf Schleusen, Brücken und Türme.

Kulinarisches in Südfrankreich

Die Abende sind noch mild. Mild genug, um in den Straßenrestaurants zu sitzen, Muscheln zu essen, Riz camarguais, den Reis aus der Camargue, oder Steak de Taureau, Stier-Steak. Der Verkäufer im Shop der Feriensiedlung allerdings ändert heute am Aufsteller vor seiner Tür die Öffnungszeiten - und geht fortan abends eine halbe Stunde früher nach Hause.

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