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Siziliens Westzipfel ist noch ein Geheimtipp

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Den Sommer verlängern  

Siziliens Westzipfel ist noch ein Geheimtipp

09.08.2016, 10:53 Uhr | Sandra Ehegartner/srt

Siziliens Westzipfel ist noch ein Geheimtipp. Der Hafen von Levanzo. (Quelle: dpa)

Der Hafen von Levanzo. (Quelle: dpa)

Sommer, bleib da! Der westliche Zipfel Siziliens ist mit seinen Orten Marsala, Levanzo und Erice super für ein verlängertes Wochenende geeignet. Schauen Sie sich die Orte auch in unserer Foto-Show an.

Sizilianisches Piazzaflair in Marsala 

Schon der Name zergeht auf der Zunge: Marsala. Die kleine Schwester von Trapani ist besonders schön, wenn die laute Hektik des Sommers nachlässt. Dann summt und brummt die Luft auf der Piazza della Repubblica wieder. Aber nicht vom donnernden Verkehr, den gibt es hier nicht. Sie brummt von den gleichmäßigen, sonoren Stimmen der älteren Herren, die auf den Stufen vor dem 'Palast des Siebten Aprils' sitzen und ausgiebige Vormittagsschwätzchen halten. In kurzen Hosen und Sandalen sitzen sie zu zweit oder in Grüppchen da, erfordert ein Thema besondere Aufmerksamkeit, stehen sie auf, fassen einander am Arm und untermalen ihre eindringlichen Worte mit großen, weiten Bewegungen einer oder beider Hände.

Marsala ist ein gemütlicher Ort, der sich von seinen Gästen keineswegs aus dem Konzept bringen lässt. Selbst die typischen Touristenrestaurants auf dem Weg zur Porta Garibaldi beeinträchtigen die sizilianische Kleinstadtidylle nur wenig. Alles wird zu einer großen, lauten Harmonie vereint. Durch den Torbogen linkerhand fällt der Blick auf einen reich verzierten Springbrunnen unter einem mächtigen Blätterdach, vom benachbarten alten Markt wabern Gerüche auf die glatte, hell gepflasterte Gasse und über allem liegt der Geruch von Salzwasser, Fisch und Pfirsichen.

Zusammen mit dem Kaffeeduft aus der Bar von nebenan, dem Kichern der hübschen Signorinas und dem Gepolter von schwer beladenen Sackkarren ergibt sich das, was viele sich unter typisch italienischem Straßenleben vorstellen. Und wer für ein paar Augenblicke Teil dieser Idylle sein möchte, der nimmt unter den großen Schirmen eines Cafés Platz und genießt eine Granita. Zitrone und Mandel sind die sizilianischen Favoriten. Oder gleich ein Glas Marsalawein. 


Entdeckergeist auf den Ägadischen Inseln

Für all diejenigen, die keine eigene Jacht besitzen, ist ein Tagestrip mit dem Charterboot die ideale Möglichkeit, die beiden bekanntesten der ägadischen Inseln zu besuchen. Informationen über den Trip nach Favignana und Levanzo können bereits beim Stadtbummel in Marsala kurz hinter der Porta Garibaldi oder direkt am Hafen in Marsala eingeholt werden. Und von hier aus starten die Ausflugsschiffe in den Sommermonaten auch täglich um 9.30 Uhr.

Los geht es mit einem Espresso an Bord. Nach einer knappen Stunde wird für eine Schwimmpause in einer Bucht gehalten und kurz darauf läuft die 'Venus' bereits in den Hafen der größten ägadischen Insel, Favignana ein. Gute zwei Stunden sind für den Stadtbummel eingeplant und es fällt nicht schwer, diese in dem malerischen Ort angenehm zu verbringen. Erlebenswert ist neben der Thunfischfabrik vor allem der kleine Ort selbst. Da ist zum Beispiel der blumenumrankte Madonnenaltar oder die Kirche der 'Unbefleckten Empfängnis' auf der Piazza Matrice Favignana daneben. Ansonsten gilt: gemütliches Treibenlassen durch schmale Gassen und ein Cappuccino oder Eis auf der Piazza Europa.

Dann geht es auch schon zurück zum Boot. Dort wird das Mittagessen serviert und nach dem Passieren von märchenhaft schönen türkisblauen Buchten legt die 'Venus' im Hafen der kleinsten ägadischen Insel, Levanzo, an. Hier scheint die Zeit still zu stehen, Kinder springen von der Hafenmauer ins Wasser, kleine Boote schweben auf dem glasklaren Wasser und nur ein paar Katzen interessieren sich mäßig für die Besucher. Nach diesem Stopp wird noch einmal zum Abkühlen gehalten und weil anschließend bei den meisten Gästen ein kleiner Durchhänger kommt, werden italienische Gassenhauer aufgelegt und Marsalawein ausgeschenkt. Wer für einen Tag die Urlaubsverantwortung völlig abgeben möchte, der ist mit diesem Bootsausflug bestens bedient. 

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Burgherrenfeeling in Erice

Auch im Spätsommer kann es auf Sizilien noch ziemlich heiß sein. Wer der Hitze auf dem Land für eine Weile entfliehen möchte, macht einen Abstecher nach Erice. Ein Ausflug in den mittelalterlichen Ort hoch über Trapani kann auf zweierlei Arten begangen werden: mit der 'Funivia', der Seilbahn von Trapani oder mit dem Auto über die Serpentinenstraße. Egal wie, die Anreise an sich ist schon ein Erlebnis. Oben angekommen, erschließt sich dem Besucher sofort der Reiz des kleinen Städtchens. Wie ein Adlerhorst thront Erice in einzigartiger Position hoch über Land und Leuten. Gleich nach dem Stadttor beginnt eine andere Welt.

Enge Gassen mit runden, glatten Steinen, karge Gebäude mit kleinen Fenstern, alles strahlt mittelalterliches Flair aus und wären da nicht die bunten Souvenirläden, würde ein Ritter in Rüstung nicht weiter auffallen. Auf dem Weg zur Hauptattraktion von Erice, dem Castello di Venere, sollten Besucher an der Pasticceria von Maria Grammatico, die für ihr Mandelgebäck berühmt ist, Halt machen. Vielleicht sogar für einen kurzen Aufenthalt im kuscheligen Gastgarten in der Via Vittorio Emanuele. So gestärkt fällt der Anstieg dann noch leichter.

Neben einem bunt geschmückten Esel samt altmodischem Wagen erwartet den Besucher vor allem eines: eine grandiose Aussicht. Das Steintischchen in der Mitte der Burgzinne war ursprünglich zwar sicher nicht dafür gedacht, eignet sich jedoch perfekt für Panoramaaufnahmen in alle Richtungen. Zurück geht's durch den angenehm kühlen Park und wer sich in den schmalen Gassen, durch die meist eine angenehme Brise weht, noch einmal stärken möchte, kann dies ganz besonders gut im Caffè San Rocco. Die 'Busiati al pesto trapanese' sind nicht nur die lokaltypische Pasta, sondern machen auch süchtig. Dazu einen leichten Weißwein aus der Region - wer braucht da noch eine Burg, um sich wie ein König im Urlaub zu fühlen? 

Weitere Informationen: 
http://www.italia.it

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