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Iles de la Madeleine: Kanadas kleines Inselreich

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Iles de la Madeleine  

Kanadas kleines Inselreich

25.09.2014, 17:48 Uhr | Egmont Strigl, srt

Iles de la Madeleine: Kanadas kleines Inselreich. Ein Highlight auf den Iles de la Madeleine sind die rostroten Klippen. (Quelle: SRT /Egmont Strigl )

Ein Highlight auf den Iles de la Madeleine sind die rostroten Klippen. (Quelle: Egmont Strigl /SRT )

Blau das Meer, gelb die Dünen, grün die weiten Wiesen, rostrot die Klippen: Die Iles de la Madeleine mitten im kanadischen Sankt-Lorenz-Golf locken mit 300 Kilometer Stränden, freundlichen Dörfern, mit Seafood, Kunst, Kultur und jeder Menge Wassersport. Sehen Sie die Inseln auch in unserer Foto-Show.

Sanfter Wind streicht vom Meer herauf. Er spielt mit den Gräsern und Blumen des Big Hill, der mit 174 Metern höchsten Erhebung von Entry Island und der gesamten Iles de la Madeleine im Osten Kanadas. Nach einer langen Inselumrundung zu Fuß ist es eine Wohltat, hier in kühler Brise zu sitzen und das Panorama zu genießen. Der Blick reicht hinaus aufs Meer und hinunter auf die Inselhauptstadt mit ihren 130 Einwohnern, auf ein paar Kühe und Pferde, auf eine Insel, auf der jeder jeden kennt, wo alles dem kargen Boden und dem Meer abgerungen werden muss.

Alles andere kommt von den "Franzosen", mit denen man sich Jahrhunderte lang nicht grün war, mit denen es bis heute politische Probleme gibt. Eine in sich geschlossene, englischsprachige Welt mit eigener Religion, Bräuchen und Traditionen, die sich abgrenzt von der Welt jenseits der Meerenge La Passe, über die zwei Mal am Tag die Fähre Ivan Quinn tuckert. Dort ist vieles ganz anders, die Landschaft ist sanfter, zwischen den sechs restlichen Inseln des Archipels erstrecken sich lange Sandzungen mit Stränden und Dünengürteln, hinter denen sich flache Lagunen ausdehnen. Auch die Besiedelung ist viel dichter; bunte Holzhäuschen in Rot, Gelb und Blau sprenkeln die Graslandschaften der Inselkerne, die mit teils spektakulären Klippen ins Meer abbrechen. Dort lebt die große Mehrheit der 13.000 französischsprachigen Madelinots, die wesentlich zum Charme dieses entlegenen Archipels zwischen Neufundland und Quebec beitragen.

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Ein Paradies für Natururlauber

Ihr kleines Inselreich am Ostrand Kanadas ist uraltes Kulturland, in der sich Schottisches und Französisches zu einer interessanten Melange verbindet. Es entstand eine eigenwillige, isolierte Kultur, die sich noch heute in der Musik, den Bräuchen und besonders im altertümlichen Französisch zeigt. Mit Englisch gibt es also durchaus Probleme, nur nicht auf der eingangs erwähnten Île d´Entrée und der winzigen Grosse Île, wo die wenigen Bewohner mit Stolz auf ihre schottischen Vorfahren verweisen, Sprachschöpfungen wie etwa Chemin Main oder Chemin School aber problemlos zulassen.

Ein spannendes Umfeld also, das lohnt, entdeckt zu werden. Auf langen Radtouren, auf Spaziergängen entlang der endlosen Strände oder auf Wanderungen durch die Hügel. Besonders Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, sei es auf geführten Touren zu Vogelfelsen wie der Ile Brion, im Nationalpark Pointe de l'Est oder auf teils mehrtägigen Kanu- oder Seekajakausflügen wie dem "Water Trail". Unterwegs ein Picknick mit Seafood, Übernachtungen in reizenden B&B's, Abstecher in die tollen rostroten Klippen.

Sie entstanden über unterirdischen Salzstöcken, die das Deckgestein anhoben und es dem Meer nun ermöglich, am weichen Sandstein zu nagen. Die schönsten liegen, nomen est omen, an der Belle Anse und rund ums Cap Adele auf Havre aus Maisons. Sie laden ein zum Klippenwandern oder zum aufregenden Caving, bei dem man an der Steilküste entlang durch brusttiefes Wasser watet oder schwimmt. Je höher die Wellen, desto spannender ist es, wenn man über die glatten Felsen in eine Höhle gesaugt und an anderer Stelle wieder hinaus gespült wird. Ein herrliches Abenteuer mit viel Gejohle und Nervenkitzel.

Im Herbst ein Mekka für die Wind- und Kitesurfingszene

Noch adrenalinhaltiger wird es im September, wenn die Freaks kommen. Mit alten VW-Bussen oder riesigen Pickups, beladen mit Dutzenden von Boards, rumpeln sie dann von der Fähre und steuern die kilometerlangen Strände an und die Inseln verwandeln sich zum Mekka der Wind- und Kitesurfingszene. Konstanter Wind befeuert aber nicht nur die Profis, auch für Anfänger ist bestens gesorgt. Mit Leihausrüstungen und zahlreichen Schulen kann man es sowohl im Wasser, als auch mit Strandbuggies probieren.

Die Madelinots haben sich mit dieser sportlichen Invasion arrangiert und sorgen für eine tolle Infrastruktur aus Ausrüstungsläden, netten B&B's, Kneipen und guten Restaurants. Sogar eine Brauerei gibt es, die sowohl den Bedarf der trinkfesten Kanadier, als auch den der anderen Touristen deckt, die wegen der Strände, Leuchttürme und roten Klippen kommen. Man lebt vom Tourismus, der die traditionelle Lebensweise der Insulaner längst abgelöst hat. Eine Jahrhunderte alte Kultur des Fischfangs und der Robbenjagd, die den Madelinots Jahrzehnte lang Ärger eingebracht hat. Nach unzähligen Protesten, einem EU-Einfuhrverbot für Robbenprodukte und einem Jagdreglement Kanadas haben die meisten die Jagd aufgegeben, obwohl die Sattelrobben ein wichtiges Lebensmittel waren, das ihnen Fleisch und Fett für die langen Winter lieferte, mit dessen Öl sie ihre Holzhäuser erhellten und aus dessen Leder sie ihre wasserdichte Kleidung fertigten.

Für Gaumenfreuden sorgen die hervorragenden Seafood-Restaurants

Ihre nach dem jahreszeitlichen Angebot ausgerichtete Lebensweise, ihr Handelssystem, in dem sie Robbenprodukte gegen dringend benötigte Lebensmittel tauschten, brach zusammen und sie waren gezwungen, nach anderen Einkommen zu suchen. Viele verlegten sich auf die reine Fischerei, doch auch hier ereilte sie ein schwerer Schlag, als ein Fangverbot für Kabeljau in Kraft trat. Erneut standen sie vor dem Nichts, stiegen um auf Hering und Makrele, begannen Snowcrabs zu fangen und Muscheln zu züchten.

Doch erst der lukrative Hummerfang zwischen 10. Mai und 10. Juli jeden Jahres ist eine halbwegs wirtschaftliche Basis für die vollkommen vom Meer abhängigen Inseln. Den Besucher freut es, findet er doch unter dem Inselmotto "Le bon gout frais des Iles de la Madeleine" eine große Auswahl an hervorragenden Seafood-Restaurants, in denen man einen sportlich aktiven Tag im milden Seeklima kulinarisch wunderbar ausklingen lassen kann.

Weitere Informationen

Anreise: Täglich ab Montreal z. B. mit Air Canada Jazz oder per Autofähre ab Souris (Prince Edward Island).
Reiseveranstalter: Vert et Mer, www.vertetmer.com: ökotouristische Wander- und Seekajaktouren. Aerosport Carrefour d´Aventures, www.aerosport.ca: Kite-, Wake- und Windsurfschule.
Unterkunft: Auberge La Salicorne, www.salicorne.ca: nettes Hotel mit Restaurant und Freizeitangebot wie Insel-, Kajak- oder Cavingtouren. Domaine du Vieux Couvant, www.domaineduvieuxcouvent.com: stilvolles Hotel in einem alten Convent mit Restaurant.
Allgemeine Informationen: www.tourismeilesdelamadeleine.com, www.quebecmaritime.qc.ca

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