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Petermännchen plagen Nordsee-Urlauber

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Giftfische am Strand  

Petermännchen plagen Nordsee-Urlauber

09.08.2014, 09:24 Uhr | jme, Spiegel Online

Petermännchen plagen Nordsee-Urlauber. Gut getarnt: Ein Petermännchen am Meeresgrund (Quelle: dpa)

Gut getarnt: Ein Petermännchen am Meeresgrund (Quelle: dpa)

An der Nordseeküste hat sich die Petermännchen-Population rasant vermehrt. Immer häufiger verletzen sich Urlauber an den giftigen Stacheln der harmlos aussehenden Fische.

Schmaler Körper, mürrisches Gesicht und ein Name, der kaum harmloser klingen könnte: Petermännchen. Dabei gehören die Fische zu den gefährlichsten Gifttieren Europas. Derzeit sind sie vermehrt an der Nordseeküste zu finden und werden dort für Badegäste zur Plage, wie die niederländische Nachrichtenseite "AD" meldet.

Demnach erhält der niederländische Rettungsdienst Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij (KNRM) derzeit täglich etwa fünf Nachrichten von Zwischenfällen mit Petermännchen von den Wattinseln. Normalerweise sind es nur fünf im ganzen Sommer. Besonders häufig sind die Fische offenbar an den Küsten der Inseln Vlieland, Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog.

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Ein kalter Winter muss es richten

An der Nordseeküste ist vor allem der Viperqueis (Echiichthys vipera) verbreitet, eine von mehreren Petermännchen-Arten. Die Fische schimmern goldfarben und sehen aus, als hätten sie einen Überbiss. Viperqueise sind kleiner als Gewöhnliche Petermännchen und werden etwa zehn Zentimeter groß. Die Giftstacheln tragen die Fische auf der ersten Rückenflosse und einen auf dem Kiemendeckel.

Wahrscheinlich führen höhere Wassertemperaturen dazu, dass die Art sich in der Nordsee so stark vermehrt hat. Zuletzt war die Population im Sommer 2006 nach einem besonders heißen Juli deutlich angewachsen. Kälte dagegen ist der größte Feind der Petermännchen. Eine Temperatur von unter zwei Grad ist tödlich für sie.

Viperqueise leben das ganze Jahr über im flachen Wasser, bevorzugt in sandigen Uferzonen, wo sie sich im Sand eingraben. Lediglich zwischen Juli und August schwimmen sie zum Laichen ins tiefere Wasser. Viperqueise fressen Laich, Garnelen oder junge Fische. Lässt man sie in Ruhe, hat man nichts zu befürchten. Im Sand übersieht man sie allerdings leicht und tritt hinein.

Achtung, Allergie

Die Stiche der Petermännchen sind in der Regel nicht tödlich, aber sehr unangenehm. Das Gift enthält unter anderem Eiweiße, die eine Entzündung hervorrufen. Die Stelle schwillt an und schmerzt. Rettungsschwimmer empfehlen Badegästen, die Stelle mit heißem Wasser zu behandeln, um das Gift unschädlich zu machen. Möglicherweise unterdrückt die Hitze auch die Entzündung.

Einige Personen reagieren allergisch auf Petermännchen-Gift. Dann drohen Kopfschmerzen, Schwindel und Bewusstlosigkeit. Im schlimmsten Fall kommt es zum Herzstillstand. Aus diesem Grund sollte man bei Verdacht auf einen Stich vorsichtshalber zum Arzt gehen.

Die KNRM warnt inzwischen vor Petermännchen. Teilweise kommt es durch Leichtsinn von Besuchern zu unnötigen Unfällen mit den Giftfischen. In der niederländischen Hafenstadt Vlissingen, an der Südküste der Halbinsel Walcheren, habe diese Woche beispielsweise ein zehnjähriges Mädchen ein Petermännchen im Netz gefangen und wurde in die Hand gestochen, berichtet "AD".

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