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Türkei-Urlaub: An der Türkischer Riviera bleiben die Touristen weg

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Urlauber-Krise in der Türkei  

"Dieses Jahr ist die reinste Katastrophe"

29.06.2016, 10:45 Uhr | Mirjam Schmitt, dpa

Türkei-Urlaub: An der Türkischer Riviera bleiben die Touristen weg. Am Strand Konyaalti an der Türkischen Riviera sind zur Zeit viele Liegen leer. (Quelle: dpa/Mirjam Schmitt)

Am Strand Konyaalti an der Türkischen Riviera sind zur Zeit viele Liegen leer. (Quelle: Mirjam Schmitt/dpa)

Leere Hotels, leere Strände: An der Türkischen Riviera bleiben die Urlauber weg. Im Juni kamen im Vergleich zum Vorjahr nur rund halb so viele Besucher. Die Preise sind im Sinkflug, doch eine Erholung ist kaum in Sicht.

Mehmet Tekerek betreibt eine Wassersportanlage. An manchen Tagen verdient er momentan so gut wie nichts: "Dieses Jahr ist die reinste Katastrophe. Es sind keine Touristen da."

Seit 15 Jahren sei er im Geschäft - aber so eine schlechte Saison habe er noch nie erlebt. Der Strand ist bis auf einige Urlauber leer. Dabei ist Konyaalti einer der bekanntesten Strände in Antalya. Normalerweise tummeln sich hier Urlauber aus Russland, Deutschland und anderen Ländern.

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Dramatischer Rückgang an Besuchern

Doch dieses Jahr steckt der Tourismus in der Türkei in einer schweren Krise. Laut dem türkischen Tourismus-Ministerium ist die Zahl der Besucher, die im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat ins Land kamen, um 34,7 Prozent gesunken.

Betrachtet man die Region Antalya, wo die Menschen hauptsächlich vom Tourismus leben, sind die Zahlen noch dramatischer. Türkische Medien berichten unter Berufung auf Angaben des Flughafens in Antalya, in den ersten zwei Juni-Wochen seien rund 59 Prozent weniger Besucher angekommen - 45 Prozent weniger Deutsche, fast keine Russen. "Schwarzer Juni" titelten denn auch die Zeitungen.

Starke Preisnachlässe sollen locken

Ein zweistelliges Minus für die Türkei verzeichnet DER Touristik. Auch bei Tui lag das Minus im Februar bei 40 Prozent. Beide Veranstalter erkennen aktuell aber einen kleinen Aufholeffekt, vor allem wegen des guten Preis-Leistungsverhältnisses. Rolf-Dieter Maltzahn, Geschäftsführer der DER Touristik Köln, spricht von einem leichten Buchungszuwachs, den man seit Anfang Mai beobachte. Wie sich der Sommer weiter entwickelt, mag aber kein Veranstalter vorhersagen.

Für die leichte Erholung sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich. Zum einen die Preise: Um Besuchern die Türkei schmackhaft zu machen, wurden sie teils stark gesenkt. Oder die Hoteliers böten mehr Leistung für das gleiche Geld, erklärt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV). Bei den Buchungseingängen lägen einzelne Tage nun sogar über dem Wert des Vorjahres. Damit diese Stoßrichtung anhält, drehen die Veranstalter weiter an der Preisschraube. So wird Türkei-Urlaub bei Öger Tours in der Wintersaison um fünf Prozent günstiger. Bei Alltours sinken die Preise um zwei bis fünf Prozent.

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Der zweite Faktor hinter dem jüngsten Buchungszugang ist die Lage in anderen Ländern: "Spanien ist dicht, Portugal ist dicht", zählt DRV-Sprecher Schäfer auf. Rund ums Mittelmeer sind die Hotels voll, "da finden Sie jetzt kaum noch etwas." Und nicht jede Familie kann auf ein Fernziel ausweichen. Da wird die Türkei wieder attraktiv.

Angst vor Anschlägen ist ein Grund

Schon Ende des vergangenen Jahres blieben Besucher aus Russland weg,  nachdem Präsident Wladimir Putin wegen des Abschusses eines Kampfflugzeuges Sanktionen gegen die Türkei beschlossen hatte.

Zudem verunsicherten Anschläge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Touristen in Istanbul viele europäische Urlauber. Auch die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hat immer wieder angedroht, in Zukunft Urlauber anzugreifen - auch wenn das bisher noch nicht geschehen ist.

Viele Türken geben Regierung und Medien die Schuld

Viele, die vom Tourismus leben, klagen in der Region. Händler verkaufen nichts, Hotels werden ihre Zimmer nicht los und müssen mit den Preisen runter. Die Schuldzuweisungen sind immer dieselben: Schlechte Außenpolitik, Terrorismus und ein schlechtes Image durch Präsident Recep Tayyip Erdogan - aber auch durch die Darstellungen der Medien.

Im Ferienort Side, rund 60 Kilometer östlich von Antalya, ist es am Strand etwas lebendiger - glaubt man den Einheimischen, ist es jedoch totenstill im Vergleich zum Vorjahr. Hier machen vor allem Deutsche Urlaub. Junge, braun gebrannte Männer versuchen, die vorbeischlendernden Touristen auf Deutsch in ihr Restaurant zu locken, das EM-Spiel Schweden gegen Belgien wird im ZDF übertragen.

Viele der Urlauber, die hier sind, sind Stammgäste. Ein Ehepaar aus Sachsen-Anhalt etwa ist zum zweiten Mal in der Türkei. "Viele haben Angst vor Terror, aber das kann überall passieren, deswegen haben wir uns nicht abschrecken lassen", sagt die Frau. Viele ihrer Freunde hätten allerdings gefragt, ob sie sich das auch gut überlegt hätten.

Ihr Mann ist der Meinung, dass es keinen besseren Urlaubsort als die Türkei gibt: "Der Service ist super, die Preise günstig, das Hotel sauber und die Menschen sehr freundlich."

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