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Neuer Film, neuer Hype  

Heidi in den Schweizer Bergen besuchen

30.12.2015, 13:05 Uhr | srt/Simone F. Lucas

Heidi in den Schweizer Bergen besuchen. Wer Heidi näher sein will, sollte Graubünden und das Heidiland besuchen. (Quelle: imago/Harald Näger)

Wer Heidi näher sein will, sollte Graubünden und das Heidiland besuchen. (Quelle: imago/Harald Näger)

Acht Trickfilme, fünf Fernsehserien und elf Spielfilme - so erfolgreich wie Johanna Spyris Heidi war kaum ein Kinderbuch - mit Ausnahme von Pippi Langstrumpf und Harry Potter vielleicht. Gerade läuft der zwölfte Film im Kino. Der ganz und gar nicht kitschige Heimatfilm für Kinder setzt die Schweizer Berge als Seelenlandschaft in Szene. 

Wieder werden Millionen Kinder und Erwachsene mit Heidi leiden, wenn sie aus dem Bergparadies vertrieben und in der fremden Stadt Frankfurt heimwehkrank wird. Hier soll sie der gelähmten Klara Gesellschaft leisten und von dem gestrengen Fräulein Rottenmeier Benimmregeln lernen. Gedreht wurden die Schweizer Szenen in Graubünden - im Weiler Latsch in Bergün, wo man sich jetzt einen Tourismus-Aufschwung erhofft. Denn: Die Drehorte zum Film können besichtigt werden. Und "das Heidi", wie Johanna Spyri ihre zu Weltruhm gelangte Hauptfigur genannt hat, hat schließlich einer ganzen Region zu weltweiter Bekanntheit verholfen, dem Heidiland.

Das Heidihaus in Maienfeld

Im Heidihaus bei Maienfeld sieht alles so aus, als wäre das Mädchen nur kurz aus dem Haus gegangen, um den Geißenpeter zu treffen oder dem Almöhi zur Hand zu gehen. Die alten Schuhe stehen noch da, der Strohsack liegt im Holzbett. Käme das Mädel zurück, würde es sich vielleicht über die vielen merkwürdig gekleideten Menschen wundern, die durch das alte Gemäuer streifen und mit seltsamen kleinen Geräten Aufnahmen machen - vom bescheidenen Tisch in der Kuchl oder den zum Trocknen aufgehängten Strickstrümpfen. Und dass es aus allen Ecken "Heidi, deine Welt sind die Berge" schallt, würde das Heidi womöglich ziemlich verunsichern. 

Das kleine Mädchen aus den Schweizer Bergen hat große Karriere gemacht. Johanna Spyris Kinderroman soll nach der Bibel und dem Koran das am häufigsten übersetzte Buch der Welt sein. Das erklärt auch den Andrang im Heididorf, wo verschleierte Frauen aus Saudi- Arabien und Japanerinnen im knappen Outfit aufeinandertreffen, Opas und Enkel, Mountainbiker und Rollstuhlfahrer. "In diesen Räumen durfte ich wieder Kind sein", notierte ein alter Heidi-Fan im Gästebuch. Was die Alten an ihre Kindheit erinnert, ist den Kindern von heute fremder als - sagen wir mal - Tolkiens Auenland.

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Auch das macht den Reiz des kleinen Hauses aus, das ganz ohne Mitmachstationen auskommt. Dafür kann man im Museum Ausschnitte aus alten und neuen Heidi-Filmen angucken und im dazugehörigen Laden Souvenirkitsch kaufen: Heidi auf T-Shirts und Tassen, auf Taschentüchern und Babylätzchen, auf Schlüsselanhängern, Zuckertüten und Milchbecherdeckeln. Draußen steht das Heidi zwischen Geißenpeter und Almöhi - als Bronzefigur. Was wohl Almöhi Bruno Ganz davon halten würde, wenn er sein Porträt auf einem Lätzchen wiederfände? 

Mittelerde liegt um die Ecke

Bernd Greisinger hat zwar keine Lätzchen gesammelt, wohl aber jede Menge Mittelerde-Devotionalien. Der einstige Börsenstar und Fondsmanager des Jahres 2003, der über den Madoff-Skandal stolperte, hat sich in Jenins, nur wenige Kilometer von Maienfeld entfernt, sein eigenes Museum gebaut, eine unterirdische Fantasy-Welt. "Wer nach Mittelerde will, muss nach Jenins", sagt der 49-jährige Familienvater - und meint das ganz ernst. Denn Greisinger hat Hunderttausende von Euro in Bücher, Büsten und Bilder investiert, die einen Bezug zu J.R.R. Tolkien, dem Vater der Fantasy-Literatur haben oder zu den Filmen von Peter Jackson.

Erstausgaben des "Herr der Ringe", des "Hobbit und - für Greisinger besonders wichtig - des "Simarillon" sind dabei, Übersetzungen der Tolkien-Bücher auf Isländisch und Esperanto, Original-Gemälde, die Fantasy-Künstler für die Buchtitel malten, ein von Jackson redigiertes Drehbuch aber auch typische Merchandising-Figuren von Gollum, der Elbin Galadriel oder dem Zauberer Gandalf. Natürlich auch von Bilbo und Frodo. Für die Hobbits hat Greisinger schließlich auch eine Original-Hobbitwohnung in die Bündner Herrschaft gestellt - mit einem runden Eingangstor aus Eiche wie in Peter Jacksons Film, mit dem Originalleuchter aus Tolkiens Wohnung und mit Küche und Bad. Eine richtige kleine Wohnung eben. 

Geld interessiert ihn nicht mehr

Er könnte sie an Hobbit-Fans vermieten, sagt Greisinger. Immerhin hat er schon mehr als zwei Millionen Euro in diese Fantasy-Welt unter seinem großzügigen Dreifamilienhaus investiert. Doch Geld interessiert den Ex-Börsenstar nicht mehr. Lieber führt er als Herr der Fantasy Besucher durch sein Museum, schreibt ihnen kluge Sprüche in die Tolkien-Bücher, die er zum Verkauf anbietet und reist den Objekten seiner Begierde bis nach Neuseeland hinterher. "Das Museum ist der Knaller", sagt der Macher mit unverhohlenem Stolz. "Was wir hier für 50 Franken bieten, ist den Eintrittspreis mehr als wert." Den riesigen Balrog, den zottigen Baumbart und den Drachen Smaug hat der Mailänder Tolkien-Fan Ivan Cavini geschaffen, der auch das Museum designt hat. Drei Jahre dauerte der Innenausbau, fünf Jahre hat Greisinger selbst an der Verwirklichung seiner Fantasy-Welt gearbeitet, einer Mischung aus Archiv, Kitsch und Erlebniswelt, die er als Gesamtkunstwerk sieht. 

Weitere Informationen: 
Heididorf: Bahnhofstrasse 1, CH-7304 Maiendorf, 0041/81/3301912, www.heididorf.ch. Eintritt in Heidis Haus 7,80 CHF (rund 7 Euro), Kinder 3 CHF (ca. 2,70 Euro), Kombikarte mit Museum 9,90 CHF (ca. 9 Euro), Kinder 3,90 CHF (ca. 3,60 Euro). Vom Heididorf führt ein Erlebnisweg mit verschiedenen Stationen bergan zu Heidis Alm. 
Greisinger Museum: Verduonig 2b, CH-7307 Jenins, www.greisinger.museum, Eintritt 50 CHF (ca. 46 Euro). 
Auskunft: Heidiland Tourismus, Valenserstr. 6, CH-7310 Bad Ragaz, Tel. 0041/81/7200821, www.heidiland.com

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