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Benimmregel-Bilanz am Ballermann: Strafen verhängt, Chaos bleibt

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Benimmregel-Bilanz am Ballermann  

Strafen verhängt, das Chaos bleibt

24.07.2015, 09:06 Uhr | Emilio Rappold, dpa

Benimmregel-Bilanz am Ballermann: Strafen verhängt, Chaos bleibt. Am Ballermann wird weiterhin getrunken. (Quelle: imago)

Am Ballermann wird weiterhin getrunken. (Quelle: imago)

Schluß mit dem Exzess. Spezielle "Benimmregeln" sollten den Partytourismus an der Playa da Palma eindämmen. Die Behörden verhängten Geldstrafen unter anderem für Saufgelage, Wildpinkler und Randalierer. Mehr als ein Jahr ist das Regelwerk nun in Kraft. Zeit, Bilanz zu ziehen. Und die fällt ernüchternd aus.

Carlos lacht jedes Mal wütend auf, wenn ihn ein Besucher nach dem "neuen" Ballermann fragt. Die vor gut einem Jahr mit viel Tamtam eingeführten Benimmregeln hätten "überhaupt nichts gebracht", schimpft der 66-jährige Besitzer eines Lebensmittelladens an der Playa de Palma. Seine Meinung: "Die Saufgelage, der Lärm und auch die sexuellen Exzesse haben trotz der Verbote in diesem Sommer sogar zugenommen, finde ich."

Strafen werden verhängt, Besserung aber nicht in Sicht

Auch Mallorcas Regionalzeitung "Última Hora" stellte fest, es habe keine bedeutenden Verbesserungen gegeben. Touristen nehmen weiterhin alkoholische Getränke mit an den Strand, viele ziehen grölend durch die Straßen. Die berüchtigten blauen Saufeimer gibt es immer noch. Auch die Straßenhändler, die Hütchenspieler und die Prostituierten sind immer noch da. In der sogenannten "Schinkenstraße" gab es in den vergangenen Wochen Zusammenstöße zwischen jungen deutschen Touristen und afrikanischen Straßenhändlern. Biergläser und Kneipenstühle flogen. "Eine Schande, man kann sich nicht mehr raustrauen", klagt eine dreifache Mutter.

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Dabei werden die Regeln durchaus umgesetzt. Die Behörden zogen diese Woche Bilanz: Die Polizei von Palma de Mallorca verteilte im Laufe eines Jahres wegen Verstößen gegen die Benimmregeln knapp 6000 Knöllchen. Die meisten Verstöße wurden demnach wegen Alkoholkonsums auf offener Straße oder Störung der Anwohner (1820), wegen illegalen Straßenverkaufs (1685) und wegen Drogenbesitzes (842) registriert. Aber auch Straßenpinkler wurden in 82 Fällen mit bis zu 50 Euro zur Kasse gebeten. Diese nehmen allerdings die Playa-Anwohner auch schon mal ins Visier eines Luftgewehrs. Selbstjustiz, sozusagen.

Neue Regierung will Regeln wieder abschaffen

Die neue linke Stadtregierung Palmas will die Benimmregeln noch in diesem Jahr annullieren und eventuell durch neue ersetzen. Man habe auch ohne diese Regeln genug Gesetze, die nur richtig zur Anwendung gebracht werden müssten, sagt Isabel Oliver, die Tourismusexpertin der Sozialistischen Partei (PSOE/PSIB).

Die PSOE/PSIB hat im Juni sowohl in Palma als auch auf den Balearen mit Linksbündnissen die Macht übernommen. "Die Exzesse, die wir in der Playa oder auch in Magaluf sehen, haben nichts mit fehlenden Gesetzen zu tun, sondern sind Ergebnis jahrelanger Tatenlosigkeit früherer Verwaltungen", sagt Oliver. Sie weist auch auf aktuelle Korruptions-Skandale bei der Polizei von Palma hin. 

Seit 2014 Bußgelder für ungebührliches Verhalten

Die inzwischen abgewählte konservative Kommunalregierung von Palma hatte 2014 "Verordnung für zivilisiertes Zusammenleben" erlassen. Diese sieht Strafen unter anderem für Saufgelagen, das Tragen von Badekleidung abseits der Strände, das Pinkeln und Spucken in der Öffentlichkeit, "aggressives Betteln", das Ansprechen von Prostituierten, Verunreinigungen und Graffiti sowie das Verursachen von ruhestörendem Lärm vor. Geldbußen bis 400 Euro drohen, je nach Schwere des Vergehens.

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Hotelvereinigungen, Bürgervereine und Seniorenverbände unterstützten seinerzeit die Benimmregeln. Linke Parteien sahen darin einen Angriff auf die Grundrechte der Menschen. Die Regeln nähmen nicht nur die wildesten unter den Touristen ins Visier, sondern vor allem "die Schwachen der Gesellschaft" wie Prostituierte, Obdachlose und Straßenkünstler. Von einer "Reise zurück in die Franco-Diktatur" war die Rede. "Jetzt können wir wieder hoffen, denn gegen uns sind die Bullen sehr hart vorgegangen", sagt Straßenmusiker Pedro (25).

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