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Kodiak Island: Auf dieser Insel leben die größten Bären

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Insel Kodiak  

Auf dieser Insel leben die größten Bären der Welt

27.02.2015, 08:52 Uhr | Brigitte von Imhof

Kodiak Island: Auf dieser Insel leben die größten Bären. Auf der Insel Kodiak leben die größten Bären der Welt. (Quelle: Brigitte von Imhof )

Auf der Insel Kodiak leben die größten Bären der Welt. (Quelle: Brigitte von Imhof )

Auf der Insel Kodiak, die vor dem US-Staat Alaska liegt, leben die Kodiakbären. Sie zählen zu den größten Bären der Welt. Nur Eisbären und Kamtschatkabären erreichen ihre Größe. Urlauber reisen in eine ungezähmte, unverdorbene und berührende Welt, die jeden Besucher ehrfürchtig und unendlich glücklich macht. Schauen Sie sich die Insel und die Bären auch in unserer Foto-Show an.

Wir sitzen auf einer Anhöhe oberhalb des Thumb River. Der Himmel ist wolkenlos, eine laue Brise umweht uns. Eigentlich das richtige Wetter, um sich mit einem Halm im Mund ins Gras zu legen und ein Sonnenbad zu nehmen. Doch wir haben Aufregenderes vor. "Da drüben", flüstert unser Guide Jason und reicht mir sein Fernglas. Das dichte Gebüsch am gegenüber liegenden Ufer ist in Bewegung. Vielleicht ist es derselbe Kojote, den wir zuvor schon am Flussufer erspäht haben? Vielleicht ist es auch ein Elch, der in Alaska plötzlich vor einem stehen kann? Oder ein Fuchs? Oder der Wind? Dann fällt mir fast das Fernglas aus der Hand: Aus den Büschen erhebt sich eine massige Bärin in ihrer vollen Größe, reckt ihre Schnauze zum Wittern in die Luft, wirft den Kopf hin und her. Wenige Sekunden später sind ihre zwei Jungen bei ihr, kauern sich an den Leib ihrer immer noch aufrecht stehenden Mutter. Ich wage kaum zu atmen, höre mein vor Aufregung pochendes Herz. Dieser Anblick! Dieser Moment! Überwältigend und übermächtig – und doch so anrührend und bezaubernd, dass man die Tränen aufsteigen spürt.

Die Kodiakbären besuchen

Wir sind am Ziel unserer Träume. Vergessen sind die Strapazen der wirklich weiten Anreise nach Kodiak im abgeschiedenen Südwesten Alaskas. Mit knapp 9000 Quadratkilometern ist die (nach Big Island/Hawaii) zweitgrößte Insel der USA etwa so groß wie Korsika. Kodiaks Bekanntheit rührt aber nicht von geografischen Superlativen, sondern von seinen imposanten Bewohnern – den Kodiakbären. Die größten Landraubtiere der Welt erreichen eine Körperlänge von bis zu drei Metern, eine Schulterhöhe von 1,20 bis 1,50 Meter und ein Gewicht von rund 700 Kilo. Rund 3000 Exemplare leben auf der gebirgigen, über weite Teile unzugänglichen Insel, deren versteckte Buchten und fischreichen Seen am besten, beziehungsweise ausschließlich mit dem Wasserflugzeug zu erreichen sind. Den größten Teil der Insel nimmt das Kodiak National Wildlife Schutzgebiet ein, das von dichter Vegetation und großen Feuchtgebieten, mehreren 100 Kilometer Küstenlinie, sieben Flussläufen, elf großen Seen, Salzpfannen und Wiesen geprägt ist.

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Von einem mit Seerosen überwucherten See in Kodiak City hebt unser Wasserflugzeug ab und trägt uns über dieses einsame, wilde Naturparadies. Nach 45 Minuten setzen wir sanft auf dem tiefblauen Karluk Lake auf und tuckern ans Westufer. Am Steg nimmt uns ein Bär von einem Mann im Empfang: Ed Ward, Manager, Macher und Motor des Kodiak Brown Bear Center. Er zeigt uns sein Reich. Exakt 311 Helikopter-Ladungen mit je 2000 Kilo Material waren nötig, um alles Material für den Bau der Lodge herzuschaffen. Das riesige Materiallager auf dem Freigelände wird immer wieder eingehend von Bären inspiziert und muss speziell gesichert werden. Das KBBC verfügt nur über vier Gäste-Chalets für maximal acht Personen. Die sind unter sich, müssen sich nicht auf überfüllten Aussichtsplattformen drängen, wie das in anderen Plätzen zur Bärenbeobachtungen in Alaska der Fall ist.

Die Bären nicht erschrecken

Mit dem Boot geht es über den See. Das Wasser des Karluk Lake hat allerbeste Trinkwasserqualität und ist Heimat einer Vielzahl von Graylings, Forellen, Stealheads und Lachsen. Wir wähnen uns auf einem Stück Erde, wie es unverdorbener, reiner, friedlicher nicht sein kann. Plötzlich glaubt man wieder an das Gute der Welt. Von der Anlegestelle gelangen wir auf einen Trampelpfad, der zum Thumb River führt. Schnell wird uns klar, dass diese Schneise nicht nur von Menschen benutzt wird. Alle paarhundert Meter steigen wir über einen angeknabberten Fisch, den ein Bär liegen gelassen hat. "Wir Menschen stehen nicht auf der Liste der Lieblingsgerichte der Bären“, beruhigt uns Vic. "Aber ein Bär, der überrascht wird, ist unberechenbar. Ebenso, wenn sie Junge haben", ergänze Jason. Auf jeden Fall ist es beruhigend, dass die beiden ein Gewehr geschultert haben.

Nach unserem ersten ergreifenden Erlebnis mit der Bärin und ihren beiden Jungen erspähen wir aus der Ferne eine weitere Familie, diesmal mit gleich drei Jungen, die im Fluss auf uns zu watet. Mama Bär dreht sich immer wieder genervt zu ihren Kids um, die im Fluss tollen und mit denen es einfach kein Vorankommen gibt. Was für eine Szene, wir können uns kaum daran sattsehen.

Ein wundervolles Kleinod

Erfüllt und glücklich kehren wir spätnachmittags in die Lodge zurück. Köchin Natasha hat ein paar Appetizer zubereitet - ein Vorgeschmack auf das Abendessen: Gegrillter Lachs, Kartoffelbrei, grüner Spargel und hinterher ein saftiger Kuchen nach einem Rezept von Natashas Alutiiq-Großmutter. Ed ist happy, dass das warme Wasser wieder funktioniert. Er hatte schon ein schwerwiegendes Problem befürchtet. Doch dann konnte er die Störung doch selbst beheben. Hier draußen kann man nicht einfach mal schnell nach einem Installateur oder Klempner rufen. Ed ist eine handwerkliche Allzweckwaffe. Einer wie er ist das A und O an einem Ort  wie diesem. Er genießt vollstes Vertrauen der Alutiiq Ureinwohner, der Besitzer des Kodiak Brown Bear Centers. Sie schlugen ein verlockendes Angebot des Staats Alaska aus und entschlossen sich, das Land zu behalten und nach ihren Vorstellungen zu nutzen. Das Ergebnis ist ein Glücksfall für Bärenliebhaber aus aller Welt, die in diesem Kleinod einen Zugang zu den Kodiak-Bären bekommen, wie er exklusiver nicht sein könnte.

Auf der Terrasse mit Blick über den spiegelglatten See lassen wir die Bärenbegegnungen Revue passieren. Erst um 22 Uhr beginnt es an diesen Tagen Mitte August zu dämmern. Diese Stille, diese gute Luft, dieser Friede würden für einen perfekten Tagesausklang reichen. Doch dann hebt sich überraschenderweise nochmals der Vorhang für das große Wildtier-Theater: Zwei Rehe trippeln über den Bootssteg und schnüffeln am Angelequipment herum. Nächster Auftritt: zwei Füchse balgen sich auf der Wiese vor der Terrasse. Alte Bekannte, wie Ed versichert. Und schließlich schlendert ein Bär mit hellbraunem Fell übers Gelände, sieht den spielenden Füchsen ein Weilchen zu, bevor er wieder im Gebüsch verschwindet. "Da glaubt uns daheim keiner", flüstert Joe aus Boston seiner Frau zu. Wir nicken ergriffen. So wird es wohl sein. Doch das kann uns egal sein.

Weitere Informationen:

  • Das Kodiak Brown Bear Center: www.kodiakbearcenter.com
  • Klima: Der wärmste Monat mit einer durchschnittlichen Temperatur ist der Juli. Für einen Urlaub eignen sich die Monate Mai bis September am besten, da es im Winter mit bis zu -13 Grad Celsius recht kalt werden kann.

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