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Georgia - der Ort für Fans des Films "Vom Winde verweht"

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Georgia  

Sehnsuchtsort für Nostalgiker und Kinofans

05.09.2016, 11:27 Uhr | srt/Mona Contzen

Georgia - der Ort für Fans des Films "Vom Winde verweht". Ein typisches historisches Haus in Georgia. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein typisches historisches Haus in Georgia. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

80 Jahre nach Veröffentlichung des Klassikers "Vom Winde verweht" zieht Georgias Südstaatenromantik Touristen noch immer magisch an. Bewundern Sie die Gegend auch in unserer Foto-Show.

Das Gerücht hält sich hartnäckig: Madison sei einfach zu schön gewesen, um zerstört zu werden - selbst für General Sherman. Und der war ein harter Hund, unerbittlich in seiner Strategie der "verbrannten Erde". Unter seiner Führung hinterließen die Yankees im amerikanischen Bürgerkrieg auf ihrem Weg durch Georgia eine Spur der Verwüstung. Nur Madison, ein Städtchen mit 4400 Einwohnern irgendwo im Nirgendwo zwischen Atlanta und Savannah, wurde verschont - und ist deshalb noch heute als holz- und steingewordene Südstaatenromantik Pilgerziel für "Windies" aus aller Welt. 

Auf den Spuren von "Vom Winde verweht"

Nur wenige Filme und noch weniger Bücher haben über die Jahrzehnte einen solchen Kultstatus erlangen können, dass ihre Fans eine eigene Bezeichnung haben. Doch "Windies" - analog zu den "Trekkies" - gibt es auf der ganzen Welt: ob im Iran, in Japan oder Deutschland. Schließlich wurde Margaret Mitchells Bestseller "Vom Winde verweht" in über 40 Sprachen übersetzt. Und bis heute, 80 Jahre nach der Erstveröffentlichung, hat der Südstaaten-Klassiker nichts von seiner Faszination eingebüßt. "Es geht ums Überleben, das ist das Erfolgsgeheimnis", sagte die Autorin selbst.

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Hin und wieder sieht man sie noch in Atlanta, wie sie mit Hut und Handschuhen die Peachtree Street herunterspaziert. Im Jahr 1949 wurde Mitchell hier zwar von einem Auto angefahren und tödlich verletzt. Doch Atlanta - inzwischen einer der Lieblingsdrehorte Hollywoods - lässt die verstorbene Schriftstellerin im Rahmen einer "Movie Tour", die zu den Schauplätzen ihres Lebens führt, gerne wieder auferstehen. 

Gedreht wurde hier nie wirklich


Echte "Vom Winde verweht"-Drehorte gibt es in Georgia nicht. Als Scarlett O'Hara vor den Yankees aus dem lichterloh brennenden Atlanta flieht, steht in Wahrheit eine King-Kong-Kulisse in Flammen. Selbst ihr geliebtes "Tara", die Plantage ihrer Eltern, ist nur eine Hollywood-Variante. Wohl deshalb wird in Georgia jedes noch so kleine "Vom Winde verweht"-Überbleibsel andächtig bewahrt. 

Im Umkreis von nur 30 Meilen sind gleich drei Museen dem Klassiker gewidmet: In Atlanta steht das "Margaret Mitchell House" - die "Müllhalde", wie die Autorin selbst zu sagen pflegte, in der sie wohnte, schrieb und stapelweise Manuskriptseiten versteckte. Das nahe Jonesboro rühmt sich mit seinem "Road to Tara Museum" als Heimat der einzig wahren O'Hara-Plantage - auch wenn das Vorbild, das Farmhaus von Mitchells Urgroßeltern, längst nicht mehr existiert. Und in Marietta schließlich hat ein Fan eine millionenschwere Sammlung von Erstausgaben, Originalkleidern aus dem Film und Szenen-Entwürfen zusammengetragen. 

Madison besitzt nichts dergleichen

Die "Schönste Kleinstadt Amerikas" liegt am 160 Kilometer langen "Antebellum Trail", der die Villen aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg zwischen Athens und Macon miteinander verbindet. Vielleicht hatte Margaret Mitchell hier die Idee, dass Scarlett sich ein Kleid aus Gardinen schneidern soll - die Einrichtung des alten Boxwood Hauses legt das nahe. Vielleicht aber auch nicht. Es ist nicht weiter von Belang. Denn hier finden Nostalgiker und Kinofans genau das "Vom Winde verweht", das sie suchen: pompöse, weiße Häuser mit beeindruckenden Säulen, deren Zufahrten von Pekannussbäumen flankiert sind. An den Fenstern sind noch die Kratzspuren der Diamanten zu sehen, die die Verlobungsringe der Töchter reicher Baumwoll-Plantagenbesitzer bei der Prüfung auf Echtheit hinterlassen haben. Amerikanische Flaggen, die schlaff in der schwülen Hitze hängen, säumen die Straßen. 

10.000 Menschen, davon 7000 Sklaven

1860, ein Jahr bevor der Bürgerkrieg ausbrach, lebten in Madison noch 10.000 Menschen - 7000 davon waren Sklaven. Eine Gesellschaftsordnung, die ein wichtiger Teil der Südstaatenromantik ist, wie sie noch heute von Reisebüros verkauft wird. "'Vom Winde verweht' hat die Wahrnehmung des Südens für immer verändert", ist Jessica Van Landuyt vom Atlanta History Center überzeugt. "Mitchell fängt darin die Perspektive ihrer Familie ein, von Menschen, deren Herzen nach dem Verlust ihrer Lebensart gebrochen sind - nicht die der vier Millionen Schwarzen, für die das Kriegsende Freiheit bedeutete."

Bis heute hält die Rassismus-Kritik an dem Werk an, für das Mitchell mit einem Pulitzer-Preis geehrt wurde: naiv-glückliche Sklaven auf der einen Seite, der heroisch verklärte Ku-Klux-Klan auf der anderen. Dabei ist es gerade das Spannungsfeld zwischen der romantisierten Sklaven-Gesellschaft und Mitchells eigenem Leben, das die Geschichte der Südstaaten, in denen auch heute noch Rassismus-Debatten geführt werden, lebendig werden lässt - und "Vom Winde verweht" samt seiner Museen erst richtig interessant macht. 

Margaret Mitchell, 1900 in Atlanta geboren, wuchs mit den Erzählungen der Kriegsveteranen in einer von Rassentrennung beherrschten Gesellschaft auf. Noch als junge Studentin weigerte sie sich in Massachusetts an einer Vorlesung teilzunehmen, in der eine schwarze Kommilitonin saß. Nach ihrem Erfolg - das Buch hatte sich allein in den ersten sechs Monaten eine Million Mal verkauft, der Film gilt bis heute als erfolgreichster Streifen der Kinogeschichte - nutzte sie jedoch ihr Vermögen, um Bildung und Gesundheitsversorgung der schwarzen Bevölkerung zu verbessern. 

Atlantas Imagewechsel

Atlanta begann erst in den Sechzigern, 20 Jahre später, das eigene Image mit dem Slogan "The city too busy to hate" ("Die Stadt, die zu beschäftigt ist, um zu hassen") zu verändern. Heute ist Georgias Hauptstadt ein kosmopolitisches Geschäftszentrum mit einer kleinen, aber feinen Skyline: Coca-Cola und der TV-Sender CNN haben hier ihren Sitz, das "Jimmy Carter Center" wirbt für Demokratie in der Welt. Durch Madison dagegen weht noch der alte Südstaaten-Wind. Abends trifft man sich in überlieferter Picknick-Tradition im Kleinstadt-Open-Air-Kino, vor dem Seniorenwohnheim fächeln sich betagte Damen Luft zu. Und die legendäre Gastfreundschaft der Südstaatler lebt in den Herrenhäusern fort, die teils als prächtige Unterkünfte für glückliche "Windies" dienen - irgendwo im Nirgendwo. 

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