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Location Based Games  

Der Weg ist das Spiel

25.06.2009, 14:36 Uhr | GEE (Moses Grohé) / vb, t-online.de

Tourality creative worklineTourality (Bild: creative workline)Form und Inhalt der erhältlichen „Location Based Games“ sind völlig unterschiedlich, doch das Prinzip dahinter ist stets dasselbe: Die Realität wird durch virtuelle Zusätze überlagert, durch Fakten, Bilder oder Hinweise, die nur mit der passenden Ausrüstung zu sehen sind. So entsteht eine zweite Ebene, die Außenstehenden verborgen bleibt. Für jene mit der richtigen Hard- und Software wird zum Beispiel die Wiese im Stadtpark zu einem riesigen Irrgarten, dessen Mauern nur auf dem Display zu sehen sind - andere sehen dort nur Gras und Bäume. Moderne GPS-Navigationsgeräte haben simple Spiele dieser Art vielfach schon eingebaut. Und durch die zunehmende Verbreitung von leistungsfähigen Mobiltelefonen mit GPS-Empfänger gibt es immer mehr Menschen, die diese Ebenen sehen und mit ihnen spielen können.

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Nutzer bestimmen das Spiel

Zu entdecken gibt es einiges: Bei Tourality, einem kostenlosen Spiel, das für viele Handymodelle verfügbar ist, geht es zum Beispiel um Schnelligkeit. Das Ziel: Vorgegebene Orte müssen in einer bestimmten Reihenfolge abgelaufen werden. Allein, im Team oder gegeneinander und von bis zu 40 Teilnehmern gleichzeitig. Die jeweiligen Kurse werden von den Spielern auf einer Webseite erstellt. Auch das Spiel GPS Mission setzt auf Inhalte von Usern. Die legen auf einer Landkarte im Internet die Wegpunkte einer Mission fest, verknüpfen Orte mit Rätseln, verteilen haufenweise imaginäres Gold in den Straßen und setzen Fotospots. Dort müssen die Spieler später ein Foto machen und es auf die Webseite hochladen. Gold sammeln sie ein, indem sie die Plätze besuchen, auf denen es in der Karte eingezeichnet worden ist, und bei Rätselfragen zeigt GPS Mission den nächsten Wegpunkt erst an, wenn die Spieler die Lösung ins Handy getippt haben.

Einstiegshürde Internet-Kosten

Eine Gefahr sind bei solchen Spielen noch die Kosten. Der Empfang des GPS-Signals ist zwar gratis, aber um mit dem Spiele-Server Daten auszutauschen, ist eine Internetverbindung nötig wie bei jedem anderen Onlinespiel auch. Und genau das kann teuer werden. „Bis zu zehn Euro kann eine Runde Fast Foot Challenge kosten“, warnt Entwickler Tom Nicolai. Doch solche Kostenfallen könnten schon bald der Vergangenheit angehören, schließlich werden auch hierzulande Datenflatrates wie beim iPhone oder dem Blackberry immer gängiger. „Wenn diese Einstiegshürden wegfallen, werden GPS-Games ihren Durchbruch erleben“, prognostiziert Klemens Zleptnig von Tourality.

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Action in Manhattan

Mobile Dead BlackberryMobile Dead (Bild: Blackberry)Dann wäre die Zeit endlich reif für sogar noch komplexere Spiele als Mobile Dead, das es derzeit nur für den Blackberry gibt. Der mobile Tod schickt seine Spieler als High-Tech-Zombies durch Manhattan. Genauer: Es zeigt sie entsprechend ihrer realen Position in Manhattan auf dem Display als kleine Männchen an. Auf einer echten Karte von Manhattan und nahezu in Echtzeit. Zusätzlich sind auf der Map Waffen und Medi-Packs eingezeichnet, die der Spieler aufsammeln kann, indem er sich real an ihren Lagerplatz begibt. Treffen sich zwei Spieler, tragen sie einen rundenbasierten Kampf aus, tauschen Gegenstände oder bookmarken sich als Freund. Mobile Dead nutzt zur genaueren Standortbestimmung nicht nur GPS, sondern auch die Funkzellen des Mobilfunknetzes. Zudem läuft das Spiel ohne Pause, und so kann es passieren, dass die Spieler auch auf ihren alltäglichen Wegen durch die Stadt versteckte Gegenstände oder Goodies wie virtuelle Sammelaufkleber finden.

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Begleiten und bereichern

Gowalla AlamofireGowalla (Bild: Alamofire)Noch vor ein paar Jahren wäre ein so aufwendiges Spiel unmöglich gewesen: 2004, als sich einige New Yorker als Pac-Man und Geister verkleideten, um sich in Pac Manhattan durch die Stadt zu jagen, mussten sie ihre jeweiligen Positionen noch mündlich per Handy an ihre Mitspieler durchgeben. Beim Einkaufen aus Versehen über Schätze zu stolpern oder auf dem Campus plötzlich virtuell „angegriffen“ zu werden: Dieses Immer-im-Spiel-Sein könnte den „Location Based Games“ zum Durchbuch verhelfen. „Eine ganz normale Tätigkeit mit einem Spiel zu verknüpfen ist der Schlüssel zum Massenmarkt“, sagt REXplorer-Erfinder Steffen P. Walz, „die Spiele müssen den Alltag begleiten.“ Oder sogar bereichern, wie das amerikanische iPhone-Spiel Gowalla, das lustige Abzeichen verleiht, wenn der Spieler Sehenswürdigkeiten besucht.

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Nerds und Großstädtern vorbehalten

Mobile Dead BlackberryMobile Dead (Bild: Blackberry)Trotz der rasanten Entwicklung der vergangenen Jahre steht das Genre jedoch erst am Anfang, und das nicht nur technisch: „Derzeit sind es eher technikaffine Leute, die solche Games spielen“, sagt Walz - Studenten, Großstädter und neugierige Nerds. „Die meisten Leute fühlen sich nicht besonders wohl, wenn sie in der Öffentlichkeit etwas Ungewöhnliches tun“, sagt der Entwickler - und wer auf ein Handy starrend wild durch die Gegend rennt, fällt natürlich immer auf. „So etwas funktioniert in Gruppen gut, weil man sich da nicht allein zum Affen macht.“ Und zwar so gut, dass es mit "The Go Game" in den USA sogar einen Anbieter gibt, der solche Gruppenspiele für Events, Konferenzen oder zur Stärkung des Teamgeistes in Unternehmen ausrichtet - für zehn bis 10.000 Spieler.

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Von "Metal Gear Solid" durch die Stadt gejagt

GPS Mission Orbster GPS Mission (Bild: Orbster)Welche Spielideen sich durchsetzen werden, wird sich zeigen. Die Besten und Originellsten wurden bisher bestimmt noch nicht einmal erfunden. Und das ist eine wunderbare Vorstellung: Niemand weiß, was kommt - nur dass wir irgendwann die Möglichkeit haben werden, mit der besten Grafik zu spielen, die es gibt: mit der echten Welt da draußen. Kaum vorstellbar, dass die kommenden Versionen von Handhelds wie Nintendos DS oder Sonys PSP ohne integriertes GPS erscheinen werden. Mit dem separat erhältlichen GPS-Modul für die aktuelle PSP machen einige Games schon heute erste Gehversuche: Der GPS Scan-Modus von Metal Gear Solid: Portable Ops zum Beispiel platziert einen imaginären Gegner in der Umgebung des Spielers. Auf dem bläulichen Display erscheint er nur als Punkt - und um den zu gewinnen, muss sich der Spieler der angezeigten Position nähern, so weit es geht. Wenn er Glück hat, wartet sein „Gegner“ nicht auf dem Dach eines Hochhauses, sondern an einer leichter zu erreichenden Stelle. Auf einem Weg dahin begleitet ihn das monotone Piepsen der PSP. Sie hetzt ihn, sie lässt sein Herz schlagen. Der Spieler wird zu James Bond auf geheimer Mission. Er ist mit seinem Körper im Spiel und doch jemand anderes. Er läuft durch seine Stadt, wie er sie kennt - aber noch nie war sie aufregender.

Vom Gejagten zum Jäger

In Berlin Spandau ist die Jagd nach Mr. X gerade zu Ende gegangen, und Crazy H. und Crew fühlen sich überhaupt nicht wie Geheimagenten. Der Flüchtige ist ihnen immer wieder entwischt. Und die Zuschauer am Truck haben alles live mitverfolgt. Denn alle Fast Foot Challenge-Spiele werden mit "Google Earth" optisch aufbereitet und im Netz übertragen. Zermürbt trotten die Rapper zurück zum Treffpunkt. Das hatten sie sich natürlich anders vorgestellt. Breit grinsend erscheint jetzt Mr. X. Auf einem Fahrrad. Lässig posiert er mit seiner Sonnenbrille für den Fotografen und erzählt: „Erst habe ich mich von einem Motorradfahrer mitnehmen lassen, dann bin ich mit dem Bus weiter, und dann habe ich mir das Fahrrad einer Freundin ausgeliehen.“ Er hat den Radius des Spielfelds komplett ausgenutzt, die Verfolger abgehängt und lässt sich nun feiern. „Das gibt richtig Adrenalin“, sagt er, „manchmal sind sie mir ziemlich nahe gekommen.“ Dann braucht er erst einmal eine Pause, denn bald fängt schon das nächste Spiel an, und da will Mr. X wieder mitmachen - als Jäger und nicht als Gejagter.

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