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Test zu Thief für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One

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Test Thief | Action-Adventure | PC, PS3, Xbox 360, Xbox One, PS4  

Meisterdieb mit Identitätsproblemen

04.03.2014, 16:38 Uhr | Olaf Bleich (ams / tz) , Medienagentur plassma

Test zu Thief für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One . Thief - Action-Adventure für PC & Konsole (Quelle: Square Enix)

Thief - Action-Adventure für PC & Konsole (Quelle: Square Enix)

"Dark Project: Der Meisterdieb" aus dem Jahr 1998 gilt als Meilenstein der Schleichkunst-Spiele: anspruchsvoll, atmosphärisch und voller Freiheiten. Das Entwicklerstudio Eidos Montreal, das bereit "Deus Ex" neues Leben einhauchte, wagt sich nun an der Neuinterpretation dieses Klassikers. "Thief" setzt allerdings keine neuen Maßstäbe, sondern schwankt zwischen Anspruch und Einsteigerfreundlichkeit.

Eine Stadt in Angst

"Thief" ist ein reines Einzelspieler-Erlebnis und lässt sich gleich zu Beginn an die eigenen Fähigkeiten anpassen. Denn neben drei Schwierigkeitsgraden gibt es mit der Option "Eigen" die Möglichkeit, Parameter wie "Garrett darf nicht entdeckt werden" selbst einzustellen. Sehr löblich! Weniger berauschend beginnt die Geschichte des Spiels: Meisterdieb Garrett und sein Protegé Erin sollen gemeinsam den Urkraftstein stehlen, sind sich aber spinnefeind. Die Situation eskaliert, und Erin stürzt in Folge des Konflikts in die Tiefe. Dann macht das Spiel einen Zeitsprung. Was während des vergangenen Jahres passiert ist, deuten die Entwickler nur an. Die Stadt wird inzwischen vom erbarmungslosen Lord Northcrest kontrolliert, eine Seuche geht um, den Menschen geht es schlecht.

Reiche Arme

Was spannend klingt, wird aber zu wenig thematisiert und eckt zudem immer wieder mit Garretts Beruf als Langfinger an. Denn überall in der Stadt liegt wertvolle Beute verteilt – Münzen, Kerzenleuchter, Pokale und noch viel mehr Gold und Geschmeide. Stellt sich die Frage, warum die Bewohner hungern, wenn doch das Geld förmlich auf der Straße liegt und nur aufgehoben werden muss...

Begrenzte Spielwelt

Überhaupt gelingt es "Thief" nicht, die Illusion einer frei begehbaren Stadt voller Möglichkeiten zu erzeugen. Generell ist das Schleichabenteuer kein Open-World-Epos wie "GTA 5". Die einzelnen Viertel sind zwar ausreichend groß, aber durch Ladebildschirme voneinander getrennt. Speziell beim Beschaffen und anschließendem Beginnen einer neuen Aufgabe ist daher viel Laufarbeit und Geduld angesagt. Im Gegensatz zum Oldie "Dark Project: Der Meisterdieb" sind die Missionen weitaus geradliniger und die Areale deutlich übersichtlicher gehalten. Zudem helfen Einsteigern Wegmarkierungen und andere Wegweiser weiter.

Zu wenig spielerische Freiheit

Wirklich störend fallen die vielen künstlichen Begrenzungen auf. So setzt Garrett seine Seilpfeile nur an dafür vorgesehenen Stellen ein. Und auch seine Kletterkünste kommen nur an markierten Orten zum Einsatz. Und allzu häufig rennt man in "Thief" gegen unüberwindbare Hindernisse, da Garrett schlichtweg nicht über alle Kisten, Fässer und Hindernisse springen kann. Da gönnt einem "Assassin's Creed" oder selbst "Mirror's Edge" deutlich mehr Freiheiten.

Da ist der Akustik-Wurm drin

Dazu kommt eine in sich sehr statische Inszenierung der Stadt und ihrer Bewohner. Die Dialoge zwischen den Menschen sind zwar anfangs unterhaltsam, wiederholen sich aber zu oft. Und auch die Interaktionen der Figuren wirken insgesamt sehr künstlich und kalt. Die miserable Tonabmischung sorgt dafür, dass sich Dialoge seltsam überschneiden oder immer noch zu hören sind, obwohl Garrett gar nicht mehr in der Nähe ist.

Garrett in Geldnöten

Man muss "Thief" dafür zugestehen, dass die Stadt wirklich schön und stimmig aussieht. Sie erinnert ein wenig an London im Steampunk-Stil, gemischt mit der Optik des Schleich-Konkurrenten "Dishonored". "Thief" erzeugt allein durch seine konsequent finsteren Farben eine herrlich beklemmende Stimmung, motiviert aber auch gleichzeitig dazu, die Gebiete noch einmal zu erkunden. Denn am Ende des Tages ist Garrett ein egoistischer Dieb, der zunächst an sich und danach irgendwann an das Gemeinwohl denkt. So steigen Sie im Spielverlauf in fremde Wohnungen ein oder gehen für den kauzigen Basso auf Diebestour. Das Erkunden und Absuchen von Wohnungen, ohne dabei von den Wachen oder Bewohnern entdeckt zu werden, gehört zweifellos zu den spannendsten Elementen in "Thief".

Ein Upgrade für alle Fälle

Dabei fallen besonders die schönen Rätseleinlagen positiv auf: Etwa, wenn Garrett an der Außenseite eines Bildes entlang tastet und versteckte Schalter durch ein leichtes Vibrieren des Controllers ertastet. Nett: Besonders wertvolle Objekte bringen nicht nur ordentlich Zaster, sondern landen auch in Garretts Glockenturm, wo die Stücke ausgestellt werden. Mit Hilfe des Diebesguts kaufen Sie wiederum neue Ausrüstung oder bauen gar Garretts Fokus-Fähigkeiten weiter aus. Auf diese Weise verbessert man zum Beispiel die Präzision des Bogens, erweitert den eigenen Köcher oder verhindert Gesundheitsschäden bei tiefen Stürzen. Diese Art des Erfahrungssystems wirkt zwar ebenfalls ein wenig aufgesetzt, motiviert aber dennoch.

Licht aus!

Das Schleichspiel offenbart mit fortwährender Spieldauer leichte Balancing-Probleme. Solange sich Garrett in völliger Dunkelheit aufhält, ist er für die Wachleute absolut unsichtbar. Doch Fackeln und Gasleuchten sind seine größten Feinde. Um unbemerkt an Wachleuten vorbei zu kommen, setzt er auf ein breites Arsenal an Pfeilen. Mit dem Wasserprojektil löscht er offene Flammen. Mit dem Breitkopfpfeil lässt er dagegen Brücken oder Leitern herunter. Die Pfeile sind ein traditionelles Element der "Dark Project"-Reihe und wurden gut implementiert.

Gut zu Fuß

Zudem verfügt Garrett als Meisterdieb über einige Spezialfertigkeiten. Der Fokus-Modus wurde im Vorfeld heiß diskutiert. Mit ihm macht man benutzbare Gegenstände sichtbar oder lässt Kämpfe in Zeitlupe ablaufen. Allerdings ist der Einsatz des Fokus begrenzt und optional. Einsteiger dürfen diesen gerne nutzen, Kennern sollten ihn jedoch abstellen, um sich das Spielerlebnis nicht zu leicht zu gestalten. Außerdem flitzt Garrett blitzschnell von einer Deckung in die nächste. Selbst wenn er dabei durch offenes Licht huscht, ist er dennoch unsichtbar. Ähnlich wie die "Teleport"-Funktion in "Dishonored" ist diese Aktion ebenfalls etwas übermächtig. Speziell im späteren Spielverlauf springt man eigentlich nur von einer Kiste zur nächsten und schlägt unbeobachtet Feinde nieder.

Kein Schlägertyp

Das Verhalten der Computer-Wachen schwankt zwischen FBI-Agent und Gangaufsicht einer Klosterschule. Mal sehen sie Garrett zu spät, mal bleiben sie an Objekten hängen. Aber einen Großteil der Spielzeit sind sie für den Dieb eine Bedrohung und gehen Geräuschen und anderen Auffälligkeiten munter nach. Garrett auf der anderen Seite ist kein Kämpfer. Einen Wachmann schlägt er dank gut steuerbarer Ausweichfunktion nieder. Sobald aber zwei oder mehr Gegner auftauchen, muss er flüchten. Denn anders als in modernen Actionspielen heilt sich Garrett nicht von selbst, sondern greift auf Erste-Hilfe-Beutel zurück. Ist der Vorrat aufgebraucht, muss er ohne Hilfsmittel auskommen oder kann sie beim Händler einkaufen.

Was uns gefällt

"Thief" bietet zwar nicht die Freiheiten seiner Vorgänger, ist als lineares Abenteuer aber trotzdem spannend. Vor allem die Diebestouren machen eine Menge Freude. Das Aufrüsten der eigenen Fähigkeiten mit Hilfe der geklauten Beute motiviert zum Weiterspielen, und die nett eingestreuten Rätsel – auch in der Geschichte – passen ausgezeichnet zum Schleich-Gameplay.

Was uns nicht gefällt

So schön die Stadt in "Thief" auch sein mag – sie wirkt in sich künstlich und steckt voller unsichtbarer Grenzen. Speziell im Freerunning-Modus stößt man immer wieder an unbenutzbare Objekte und unpassierbare Abgründe. Weitere Probleme sind die miserable Sound- und Dialog-Abmischung sowie die schwankende Gegner-Intelligenz.

Fazit

Meisterdieb Garrett scheitert an seiner eigenen Tradition: Zu viele Ungereimtheiten stören den ungetrübten Schleich-Spaß. So ist "Thief" zwar ein durchaus gutes Action-Adventure, gemessen an den famosen Vorgängern aber trotzdem eine Enttäuschung.

Infos zum Spiel

Titel: Thief
Genre: Action-Adventure
Publisher: Square Enix
Hersteller: Eidos Montreal
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 45 Euro (PC), zirka 60 Euro (PS4/Xbox One), zirka 50 Euro (PS3/Xbox 360)
System: PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, PC
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Gut

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