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Darum ist Schröder nicht der neue Nowitzki

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Überzogene Erwartungen  

Darum ist Schröder nicht der neue Nowitzki

04.01.2016, 06:52 Uhr | bw, t-online.de

Darum ist Schröder nicht der neue Nowitzki. Der deutsche Superstar und sein Nachfolger: Dirk Nowitzki (li.) und Dennis Schröder. (Quelle: dpa)

Der deutsche Superstar und sein Nachfolger: Dirk Nowitzki (li.) und Dennis Schröder. (Quelle: dpa)

Dennis Schröder ist auf dem besten Weg, eine tolle Karriere in der NBA hinzulegen. Auch die Nationalmannschaft wird der 22-Jährige in den nächsten Jahren zu neuen Erfolgen führen. Vergleiche mit dem deutschen Superstar Dirk Nowitzki sind aber ebenso unvermeidlich wie unfair.

Es ist mittlerweile 17 Jahre her, da wagte ein langer, dürrer Junge aus Würzburg den Sprung über den großen Teich in die NBA. Über den Umweg Milwaukee landete Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks. Ein riesiger Schritt für den damals 20-Jährigen.

"Kommt da ein neuer Detlef Schrempf in die Liga?", fragten sich amerikanische Kommentatoren. "Det the Threat" hatte in den 1990er Jahren den Standard für europäische Spieler gesetzt, jede Menge Rekorde aufgestellt und mit seinen Seattle SuperSonics das NBA-Finale erreicht.

Nowitzkis Schatten

Nach einem schwierigen ersten Jahr deutete sich an, dass Nowitzki schnell aus dem Schatten von Schrempf heraustreten wird. Spätestens nach seinem dritten Jahr in der Liga war klar, dass der große Deutsche ein ganz besonderer Spieler ist, dessen "perfekter Wurf" nicht zu stoppen ist. Der Rest ist Basketball-Geschichte: wertvollster Spieler 2007, Meisterschaft 2011, 13-facher All-Star. Dazu die WM-Bronzemedaille mit Deutschland 2002 und die Silbermedaille 2005 bei der EM.

Nach 15 Jahren Nationalmannschaft hat Nowitzki den Stab übergeben. Dennis Schröder, so sagt "Dirkules" selbst, soll nun das Team anführen. Auch wenn die beiden optisch sehr unterschiedlich sind – hier der quirlige und durchtrainierte Schröder und dort der drahtige, riesige Nowtzki – sind Vergleiche unvermeidlich. Das wurde vor allem während der EM-Vorrunde in Berlin deutlich. Zum Teil liegt das an Nowitzki selbst, der bekannte, dass es jetzt an der Zeit sei, die Verantwortung weiterzugeben. Mit 37 Jahren muss er mit seinen Kräften haushalten.

Vor allem liegt es aber an der Erwartungshaltung von Fans und Journalisten, die den neuen NBA-Star nur zu gerne in den gigantischen Fußstapfen Nowitzkis sehen möchten. Wie sehr diese überzogene Erwartungshaltung auch schädlich sein kann, zeigte sich bereits abseits des Platzes bei der EM.

Schröder zum ersten Mal im Rampenlicht

Zum ersten Mal in seinem Leben stand der Aufbauspieler im Rampenlicht der deutschen Öffentlichkeit. Dort zeigte sich Schröder schmallippig nach den Niederlagen. Dass jede Bewegung und jedes Wort derartig im Fokus standen, war neu für den jungen Mann. Während Medienprofi Nowitzki bereitwillig Rede und Antwort stand, wirkte Schröder oft verloren und mit sich selbst beschäftigt.

Kein Wunder, bei seinem Team in Atlanta wird er kaum einmal gefragt. Dort stehen die All-Stars Jeff Teague, Al Horford und Kyle Korver im Vordergrund. Nicht, dass der Klub aus Georgia ihn nicht schätzen würde. Im Gegenteil, sie bauen auf die Qualitäten Schröders, glauben an seine Zukunft. Aber auf die Idee, an dem 22-Jährigen eine Niederlage festzumachen, käme dort niemand. Sie wissen, dass er noch Zeit braucht.

Kritik aus Deutschland

In Deutschland ist die Wahrnehmung in Teilen eine andere. Statt seine Leistungen zu feiern, wird ihm das frühe Ausscheiden angelastet. Statt sein Verantwortungsbewusstsein zu loben, wird ihm Eigensinn attestiert. Nicht die Tatsache, dass das DBB-Team den späteren Europameister Spanien am Rande einer Niederlage hatte, steht im Vordergrund, sondern ein Fehlwurf in den Schlusssekunden.

Das liegt vielleicht daran, dass die deutsche Mentalität ein ehrenvolles Ausscheiden kaum zu würdigen weiß, während ein Sieger, egal wie glücklich, gefeiert wird. Zu einem anderen Teil liegt dies aber auch daran, dass sich Basketball-Deutschland nach dem neuen Nowitzki sehnt.

Es gibt nur einen Dirk Nowitzki

Doch was bedeutet das überhaupt? Nowitzki hat in der Punkte-Bestenliste der NBA jüngst Shaquille O’Neal überholt. Von den Tausenden von Spielern, die sich den vergangenen Jahrzehnten in der besten Basketballliga der Welt versucht haben, hat der Würzburger noch fünf Legenden vor sich: Wilt Chamberlain (100 Punkte in einem Spiel), Michael Jordan (der beste Spieler aller Zeiten), Kobe Bryant (fünf Meistertitel), der "Mailman" Karl Malone und Kareem Abdul-Jabbar.

Nowitzki ist in der absoluten Elite dieses Sports angekommen. Die Fans werden sich in vielen Jahren Geschichten erzählen vom Deutschen mit dem Flamingo-Wurf. Vom 2,13-Meter-Schlaks, der mit seiner Fähigkeit, trotz seiner Größe von der Dreierlinie zu treffen, den Basketball für immer verändert hat. Der dazu immer ein Vorbild war, ein Anführer auf und neben dem Feld.

Ein harter Arbeiter

Schröder mit diesem Spieler zu vergleichen, ist unfair. Schlimmer noch, wenn diese Erwartungshaltung ihn in seiner Entwicklung negativ beeinflussen würde. Dafür gibt es bislang auf dem Feld noch keine Anzeichen. Das nötige Selbstbewusstsein besitzt er weiterhin, um als Spielmacher in der NBA erfolgreich zu sein. Auch wenn seine Entwicklung momentan ein wenig stagniert, kann er weiter einer der besten auf seiner Position werden.

Allerdings wird er niemals so erfolgreich sein wie Nowitzki. Schröder ist dabei sich durchzusetzen, weil er ein unglaublich harter Arbeiter ist. Weil er den Willen hat. Aber er ist auch einer von vielen. Ein schneller, dynamischer Point Guard, wie es sie zahlreich gibt. Nowitzki ist ein einzigartiges Talent, eine Laune der Natur. Ein Spieler seiner Größe mit diesem Wurf, das gibt es sehr selten. Dazu noch diese Arbeitsmoral, diese Führungsqualitäten, das ist noch viel seltener.

Schröders eigener Weg

Schröder wird im Schatten Nowitzkis seinen eigenen Weg finden müssen. In Deutschland sollte die Öffentlichkeit aber endlich damit klarkommen, dass Schröder anders ist. Als Spieler und als Mensch. Und ihm die Chance geben, zu wachsen.

Dabei wird sein Werdegang - und da gibt es dann wirklich eine seltsame Parallele zu Nowitzki - entscheidend von seinem Wurf abhängen. Falls er konstant von außen trifft, wird sich das Spiel für ihn öffnen und er wird viel mehr Platz für seine Bewegungen zum Korb finden. Falls nicht, wird er wohl weiter von der Bank ins Spiel kommen und ein Nischen-Dasein in der NBA fristen.

Die Entwicklung seiner Führungsqualitäten wird dagegen zweifellos voranschreiten. Ein Nowitzki wird er allerdings niemals werden - den gibt es nur einmal.

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