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Charr: „Diesen Kampf hat nicht Vitali gewonnen, sondern der Ringarzt“

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Charr: „Diesen Kampf hat nicht Vitali gewonnen, sondern der Ringarzt“

09.09.2012, 08:16 Uhr | t-online.de

. Manuel Charr konnte den Abbruch des Kampfes nicht fassen. (Quelle: dapd)

Manuel Charr konnte den Abbruch des Kampfes nicht fassen. (Quelle: dapd)

Aus Moskau berichtet Jens Bistritschan

Manuel Charr konnte sich erst einmal nicht einkriegen. Der Herausforderer von Box-Weltmeister Vitali Klitschko sah sich um seine Chance gebracht. Wenige Minuten zuvor hatte Ringrichter Guido Cavalleri auf Anraten von Ringarzt Stefan Holthusen den Kampf wegen eines stark blutenden Cuts über dem rechten Auge Charrs 56 Sekunden vor Ende der vierten Runde abgebrochen – nach Charrs Ansicht zu Unrecht.

Der Herausforderer stieg sogar auf die Ringseile, um sich wie ein Sieger vom Publikum feiern zu lassen. Die Zuschauer in der Moskauer Olympiahalle quittierten das mit Pfiffen und jubelten später Dr. Eisenfaust, dem alten und neuen Weltmeister im Schwergewicht nach Version des Boxverbandes WBC zu.

Keine Behandlung durch den eigenen Cutman erlaubt

Bis zur Pressekonferenz hatte sich Charr dann ein wenig beruhigt. In der Sache blieb er allerdings bei seiner Meinung. "Diesen Kampf hat nicht Vitali gewonnen, sondern der Ringarzt", erklärte der Diamond Boy. Nach seinem Verständnis hätte seinem Cutman die Chance gegeben werden müssen, die Blutung zu stoppen. Dem wiedersprach Thomas Pütz, der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB). Hilfe aus der Ecke dürfe es nur zwischen den Runden geben.

Charr zum Ringarzt: "Sie haben meinen Traum zerstört“

Holthusen begründete seine Empfehlung an den Ringrichter damit, dass die Blutung sehr stark gewesen sei. "Es war nicht zu erkennen gewesen, ob ein Gefäß eingerissen war. Ich konnte es nicht verantworten, dass unter Umständen noch eins, zwei, drei linke Hände auf diese Wunde hätten treffen können." Das Blut sei ins Auge Charrs gelaufen. "Das klare und sichere Sehen des Boxers war gefährdet", erklärte Holthusen weiter. Und in der Runde sei ja noch einiges an Zeit zu boxen gewesen.

Der Herausforderer wollte dies nicht gelten lassen. Er sei vom Ringarzt gefragt worden, ob er noch sehen könne, und auch, ob er weiter machen wolle. Beides habe er bejaht. Trotzdem kam es zum Abbruch. "Sie haben meinen Traum zerstört", beklagte sich Charr über Holthusen. 

Auch Vitali verlor schon nach einem Cut

Den alten und neuen Weltmeister bat er um eine weitere Chance.  "Die anderen Boxer kamen, um das Geld abzukassieren. Ich kam, um zu gewinnen." Charr verglich seine Situation mit der Klitschkos bei dessen Kampf gegen Lennox Lewis im Juni 2003. "Da lag ich aber nach Punkten vorne", belehrte ihn sein Gegner. Charr hatte hingegen bis zum Abbruch keine einzige Runde für sich entscheiden können und war bereits in der zweiten Runde nach einer Rechten seines Kontrahenten zu Boden gegangen.

"Du hast deine Chance gehabt und ein großes Herz gezeigt. Aber den Kampf hast du verloren", erklärte Klitschko. Charr müsse sich nun wieder einreihen, denn "viele wollen gegen mich boxen".

Charr: "Klitschko wäre gefallen“

Sehr unterschiedlich fiel zwischen beiden Lagern die Antwort aus auf die Frage, wie denn der Kampf ausgegangen wäre, hätte es den Cut nicht gegeben. "In der zweiten Kampfhälfte hätte ich angegriffen und Klitschko wäre gefallen. Das war meine Taktik", erklärte Charr.

Dem widersprach dessen Trainer Fritz Sdunek. "Vitali hätte Manuel im weiteren Kampfverlauf zermürbt. Ich denke, Charr wäre noch zu Boden gegangen", erklärte der 65-Jährige.

In die falsche Ecke geschickt?

Im Lager Charrs denken die Verantwortlichen nun an einen Protest. Denn nach dem Cut wurde der Herausforderer vom Ringrichter in Klitschkos Ecke zu Holthusen geschickt statt zu Stephan Bock auf der anderen Seite. Das sei aber nach Einschätzung von BDB-Präsident Pütz "vollkommen den Regeln entsprechend".

Eine konkrete Entscheidung, ob es zu dem Protest kommen wird, ist entgegen anderslautender Meldungen noch nicht gefallen. "Wir sind alle niedergeschlagen. In den nächsten Tagen werden wir uns zusammensetzen und uns beraten", erklärte Diamondboy-Promotion-Geschäftsführer Peter Gleim auf Nachfrage gegenüber t-online.de.

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