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Felix Sturm lässt seine Zukunft im Boxen nach Niederlage offen

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Zukunft nach Niederlage offen  

Sturm: "Vielleicht war das mein letzter Profikampf"

10.05.2015, 13:21 Uhr | t-online.de, sid

Boxen in Frankfurt: Sturm stolpert über Russen Tschudinow

Felix Sturm konnte seine Chance auf den Weltmeistertitel im Super-Mittelgewicht nicht nutzen. Der deutsche Boxer musste sich dem Russen Fedor Tschudinow nach Punkten geschlagen geben.

Boxen in Frankfurt: Sturm stolpert über Russen Tschudinow


Der Titeltraum war längst geplatzt, als Felix Sturm plötzlich alles in Frage stellte. "Vielleicht steige ich noch einmal in den Ring, vielleicht war das aber auch mein letzter Profikampf", sagte der verbeulte Ex-Champion nach der bitteren Niederlage und stellte ganz richtig fest: "Ich wollte überzeugen und habe es nicht geschafft. Wenn man zu viel will, geht es eben daneben."

In der Tat: Sturm wollte viel. Und tatsächlich ging alles, was er sich vorgenommen hatte, so richtig daneben. Gegen den unbekannten Russen Fedor Tschudinow verlor der 36-Jährige völlig verdient nach Punkten (112:116, 116:112, 110:118) und verpasste es damit, sich zum WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht zu krönen. Das Ziel, als erster Boxer fünfmal Champion zu werden, rückte in weite Ferne.

Im Boxen wie im richtigen Leben

"Ich muss nun schauen, was das beste für mich und meine Familie ist", sagte Sturm. Es sei im Boxen ja wie im richtigen Leben, "man bleibt auch mal stecken, es geht nicht nur nach oben." Das ständige Auf und Ab jedoch, das seine letzte Karrierephase kennzeichnet, darauf habe er absolut keine Lust. "Man muss mit gewissen Dingen eben realistisch umgehen."

Und so war es schon weit nach Mitternacht, als der einstige Mittelgewichts-Champion zur Höchstform auflief. Zumindest verbal. "Ich dachte, dass er nach der Hälfte des Kampfes einbricht. Ich habe schlichtweg die falsche Taktik gewählt", sagte Sturm mit für ihn überraschend schonungsloser Offenheit.

"Das war sehr beeindruckend"

Diesen Gefallen tat ihm Tschudinow zum Staunen der 8500 Zuschauer in der ausverkauften Festhalle in Frankfurt/Main aber nicht. Im Gegenteil: Nach einem ausgeglichenen ersten Kampfviertel übernahm der 27-Jährige mehr und mehr die Initiative und schickte Sturm in der neunten Runde sogar fast auf die Bretter. "Das war sehr beeindruckend", analysierte Promoter Kalle Sauerland.

Der Chef des gleichnamigen Boxstalls war dann auch einer derjenigen, der Sturms Karriere noch nicht als beendet ansehen wollte. Ein Fight zwischen Sauerland-Kämpfer sowie WBO-Champion Arthur Abraham und Sturm sei für ihn nach wie vor "sehr reizvoll. Das ist das Duell, das die Leute sehen wollen. Das wäre sozusagen das deutsche Pendant zu Mayweather gegen Pacquiao."

Kampf gegen Abraham?

Abraham zeigte sich enttäuscht von Sturms Leistung: "Ich habe deutlich mehr erwartet. Aber er wird aus seinen Fehlern lernen." Und dies dann vielleicht auch gegen den gebürtigen Armenier unter Beweis stellen: "Ich halte es für sehr realistisch, gegen ihn zu kämpfen", sagte Abraham.

Ende des Jahres könnten beide aufeinandertreffen - sollte Abraham im Juli seinen Titel gegen Robert Stieglitz erfolgreich verteidigen und Sturm seine Karriere fortsetzen. Falls Letzteres nicht eintritt, wäre der Boxsport um eine (ehemalige) Attraktion ärmer. "Ich bin ein Felix-Fan", gestand Abraham-Coach und Trainer-Legende Ulli Wegner: "Ich finde es sehr schade, dass er verloren hat."

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