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Marek Mintal: "Der Klassenerhalt wäre für mich das Größte!"

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Marek Mintal: "Der Klassenerhalt wäre für mich das Größte!"

11.02.2012, 11:45 Uhr | t-online.de

Marek Mintal: "Der Klassenerhalt wäre für mich das Größte!". Gelingt Marek Mintal mit dem FC Hansa Rostock der Klassenerhalt? (Quelle: imago)

Gelingt Marek Mintal mit dem FC Hansa Rostock der Klassenerhalt? (Quelle: imago)

Das Interview führte Kieran A. Brown

Marek Mintal (34) wechselte im Sommer nach acht Jahren beim 1. FC Nürnberg zum FC Hansa Rostock in die 2. Bundesliga. Der 45-malige slowakische Nationalspieler und Olympia-Teilnehmer wurde in der 1. und 2. Bundesliga insgesamt drei Mal Torschützenkönig. Im Jahr 2007 gewann Mintal mit Nürnberg den DFB-Pokal.

Mit Hansa steht er nun mit dem Rücken zur Wand. Im Interview mit t-online.de äußert er sich zu seinem außergewöhnlichen Spitznamen, den Chancen seines Vereins auf den Klassenerhalt und das Verletzungspech im Laufe der Karriere.

Herr Mintal, die Bezeichnung "Tor-Phantom" verfolgt Sie seit Jahren. Schon zu Zeiten als Spieler beim 1. FC Nürnberg hat sie dieser Name geprägt. Können Sie damit etwas anfangen, und bedeutet ihnen der Name etwas?

Mintal: Die Phantom-Frage?

Genau.

Mintal: Ich denke, das kommt von Journalisten. 2003 oder 2004 wurde der Begriff das erste Mal verwendet. Für mich hat die Bezeichnung keine besondere Bedeutung, aber ich finde das nett. Ich würde sagen, es ist ein schöner Spitzname.

Im Sommer sagten Sie, der Wechsel sei eine Entscheidung für Ihre Familie und für den FC Hansa Rostock. Sie hatten andere Optionen, hätten mehr Geld verdienen könnten. Haben Sie die richtige Entscheidung getroffen?

Mintal: Ich bleibe da bei meiner Meinung. Wir wollten in Deutschland bleiben und haben uns über das konkrete Angebot von Hansa gefreut. Es war die richtige Entscheidung, auch wenn die Tabellensituation im Moment unbefriedigend ist. Für mich persönlich, für meine Frau und die Kinder aber ist es genau der richtige Weg.

Sie haben eine Reihe von Auszeichnungen erhalten und viele Erfolge feiern können. Jetzt geht es mit Hansa um den Klassenerhalt in der zweiten Liga. Wie sehen Sie die Situation?

Mintal: Ich denke, alle wissen, was das für uns bedeutet. Hansa gehört mindestens in die 2. Bundesliga, als Verein mit der Tradition und den überragenden Fans. Wir wissen, wo wir stehen, und müssen alles dafür geben, den Klassenerhalt zu schaffen. Die Situation ist nicht einfach. Aber wir müssen in den letzten 14 Spielen so viele Punkte wie möglich holen.

Vor dem ersten Spiel im Jahr 2012 in Bochum sagten Sie bereits, dass es nun „alles oder nichts“ heißt. Die nächsten drei Spiele gegen Duisburg, Aachen und Ingolstadt sind richtungsweisend. Haben Sie sich intern ein Ziel gesetzt, um zu verhindern, dass der Zug ohne Hansa abfährt?

Mintal: Wenn man auf dem letzten Platz steht, zählen nur Punkte, keine Frage. Die erste schwierige Aufgabe steht uns am Wochenende mit Duisburg bevor, aber natürlich müssen wir in mehreren aufeinanderfolgenden Spielen punkten. Wir müssen uns selber aus dieser Situation befreien und haben die Möglichkeit zum Glück noch. Wichtig wird sein, die drei Punkte im schweren Spiel gegen den MSV am Sonntag in Rostock zu behalten. Wir haben uns selber in die Situation gebracht. Nur ein Sieg aus 20 Spielen, das ist viel zu wenig. Da gibt es keine Ausreden.

Macht sich die Mannschaft selber Druck, und kann sie damit umgehen?

Mintal: Dem Druck sind wir uns bewusst, und der Situation stellen wir uns. Wir sind Profis, und das ist kein Dorf-Fußball hier. Die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen, ist unsere Pflicht.

Beim ersten Rückrunden-Spiel in Bochum lief es auch für Sie persönlich in der ersten Halbzeit nicht gut. Sie haben kurz vor der Pause einen Elfmeter verschossen. Was spielt sich in diesen Sekunden vor und nach der Situation im Kopf ab?

Mintal: Man konzentriert sich natürlich auf den Elfmeter. Und es ist ärgerlich, wenn man für die ganze Mannschaft und die Fans so einen Vorteil vergibt. Das ist leider passiert. Vielleicht hätten wir einen Punkt in Bochum holen können, wenn wir in der Situation den Ausgleich erzielt hätten. Aber es ist nicht zu ändern, das ist kein schönes Gefühl. Beim nächsten Elfmeter wird es ein anderer Spieler besser machen als ich, da bin ich mir sicher.

Die zweite Halbzeit in Bochum macht Hoffnung. Sie sind nach langer Verletzungspause während der Hinrunde wieder fit. Wo sehen Sie Ansatzpunkte in ihrem Spiel, um die kommenden Wochen erfolgreicher zu gestalten?

Mintal: Es steht fest, dass jedes Spiel anders ist. Heim- und Auswärtsspiele sind ein großer Unterschied, und vom Gegner hängt viel ab. Für uns ist wichtig, mehr Druck nach vorne zu machen. Ohne dieses Grundsätzliche können wir keine Tore schießen. Wir müssen auch vermeiden, zwei Gesichter zu zeigen - wie in den beiden Halbzeiten in Bochum - sondern Konstanz zeigen und uns nicht verstecken. Im Training läuft alles super, aber das müssen wir auf dem Platz umsetzen. Denn zwischen Training und Spiel gibt es einen meilenweiten Unterschied.

Wolfgang Wolf hat Sie 2003 nach Nürnberg geholt. Jetzt ist er Ihr Trainer in Rostock. Welche Rolle spielt er für Sie?

Mintal: Die Zeit mit Wolf in Nürnberg liegt über sechs Jahre zurück. Auch ich bin ein anderer Mensch geworden mit der Zeit. Aber er hat mir damals die Möglichkeit gegeben, Bundesliga zu spielen. Es ist schön, dass er wieder mein Chef ist, und das Wichtigste für einen Spieler: Er gibt mir sein Vertrauen.

Gibt es einen großen Unterschied zum Vorgänger Peter Vollmann?

Peter Vollmann hat mir hier die Möglichkeit gegeben, wieder zu spielen. Er ist mit Hansa aufgestiegen. Ich bin ihm dankbar, und er ist ein guter Trainer. Leider ist es im Sport so, dass der Trainer als Erster gehen muss, wenn kein Erfolg da ist.

Im Winter kamen mit Marek Janecka und Freddy Borg zwei erfahrende Spieler nach Rostock. Außerdem zwei junge Spieler mit Edisson Jordanov, der A-Jugend-Kapitän war, und Manfred Starke aus der zweiten Mannschaft. Insgesamt stehen sogar elf Spieler aus der Hansa-Jugend im Kader. Hat der Kader nun genau die richtige Mischung aus Erfahrung und Unbekümmertheit, um das Projekt Klassenerhalt anzugehen?

Mintal: Ich denke, jeder Verein muss da für sich den richtigen Weg mit Neuzugängen und Spielern aus der eigenen Jugend zu finden. Für uns ist das die richtige Mischung. Freddy hat schon sein erstes Tor geschossen, was das Wichtigste für einen Stürmer ist. Eddi hat gezeigt, wie gut er ist. Er hat Riesenpotenzial und viel Talent mit seinen 18 Jahren. Seine Qualität ist überragend. In der Vorrunde durfte er mittrainieren und hat davon geträumt, bei den Profis zu spielen. In Bochum durfte er nun sogar 90 Minuten für Hansa auf dem Platz stehen. Auch Manfred Starke kann für uns ein wichtiger Spieler werden.

Stichwort Hansa-Fans: Einige wenige schießen gelegentlich über das Ziel hinaus. Wie nehmen Sie die Fankultur bislang wahr, und wie wurden Sie aufgenommen?

Mintal: Ich fühle mich sehr wohl hier und bin von den Fans in Rostock positiv beeindruckt. Was passiert ist, ist passiert. Es ist schade, dass ausgerechnet beim Derby gegen Dynamo Dresden keine Fans im Stadion sein durften. Gegen St. Pauli haben vielleicht einige der Jungs das Sportliche aus dem Blick verloren. Das schadet dem ganzen Verein. Aber die Fans stehen die ganze Zeit hinter uns. Was zählt, sind letztendlich die Punkte und der Erfolg für den Klub, für die Fans und für die ganze Region.

Sie waren im Laufe ihrer Karriere viel verletzt. Blickt man zurück und fragt sich, ob die Karriere noch erfolgreicher hätte verlaufen können?

Mintal: Die Verletzungsgefahr besteht in unserem Job einfach. Aber ich habe immer gesagt: Es gibt im Leben Schlimmeres als einen gebrochenen Knochen oder ein verletztes Innenband. Solche Situationen sind schwierig, aber ich habe immer das Positive mitgenommen und in negativen Situationen an mich geglaubt. Am schönsten wäre für jeden eine verletzungsfreie Karriere, aber das schafft fast niemand. Wichtig ist es, immer nach vorne zu schauen.

Sie haben in Ihrer Karriere tolle Erlebnisse gehabt. Sie haben an Olympia teilgenommen, den DFB-Pokal gewonnen und waren allein in Deutschland drei Mal Torschützenkönig. Gibt es ein konkretes Erlebnis in Ihrer Laufbahn, das für Sie in ganz besonders schöner Erinnerung ist?

Mintal: Auch, wenn das nicht die Antwort auf die Frage ist: Wenn wir im Mai auf Platz 15 stehen, wäre das für mich das Größte. Wir haben alles selbst in der Hand und könnten stolz auf diesen Erfolg sein. Das ist mein Wunsch.

Ihr Ex-Verein Nürnberg wollte Sie im Sommer in die Jugendarbeit des Vereins einbinden. Haben Sie konkrete Pläne für die Zeit nach der aktiven Karriere oder lassen Sie das auf sich zukommen?

Mintal: Ich warte ab und möchte noch weiter Fußball spielen und mit Hansa erfolgreich sein. Detaillierte Pläne für die Zukunft zu machen, macht keinen Sinn. Es passiert so viel, und wir lassen das auf uns zukommen.

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