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FC Bayern München: Jupp Heynckes wirft Sammer "Populismus" vor

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Streit eskaliert! Heynckes wirft Sammer "Populismus" vor

03.10.2012, 19:39 Uhr | t-online.de

FC Bayern München: Jupp  Heynckes wirft Sammer "Populismus" vor. Jupp Heynckes legt im Streit mit Matthias Sammer nach. (Quelle: dpa)

Jupp Heynckes legt im Streit mit Matthias Sammer nach. (Quelle: dpa)

Irgendetwas scheint da in den vergangenen Wochen beim FC Bayern gewaltig schief gelaufen zu sein, in der Kommunikation zwischen dem Trainer Jupp Heynckes und dem Sport-Vorstand Matthias Sammer. Anders ist die heftige Reaktion von Heynckes nicht zu erklären. Sogar einen Tag nach der blamablen 1:3-Niederlage in der Champions League bei BATE Baryssau legte der 67-Jährige mit seiner Kritik an seinem Vorgesetzten nach.

Heynckes warf unmittelbar vor dem Rückflug aus Weißrussland Sammer "Populismus" vor. "Er weiß, dass es wichtig ist, diese Dinge in geschlossenen Räumen anzusprechen", sagte der Coach. "Das ist Populismus, und den können wir hier nicht gebrauchen." (Einzelkritik: Jede Menge Totalausfälle)

Treffen der Streithähne

Uli Hoeneß hat Sammer und Heynckes derweil aufgefordert, "ihre Meinungsverschiedenheiten intern auszutragen". Allerdings betonte der Bayern-Präsident im TV-Sender Sport1 auch, die zutage getretenen Differenzen würden überbewertet.

Zuvor hatte es am Mittwochabend ein Treffen zwischen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Heynckes und Sammer gegeben, bei dem die Unstimmigkeiten ausgeräumt worden sein sollen. Hoeneß versicherte, die Zusammenarbeit zwischen Sammer und Heynckes sei intakt. Es werde lediglich von außen versucht, beide gegeneinander auszuspielen.

Das große Schweigen

Am Abend zuvor herrschte beim Bankett am Tisch von Karl-Heinz Rummenigge zwischen den beiden Streithähnen eisige Atmosphäre. Sammer und Heynckes schwiegen sich an. Und der Vorstandsvorsitzende wollte in dieser denkwürdigen Nacht in Minsk nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen und sich zu den Spannungen der beiden nicht äußern. "Ich glaube, es macht keinen Sinn, zu kritisch zu sein", sagte Rummenigge stattdessen.

Nicht nur die Kritik von Heynckes an Sammer, der in Hoeneß einen Fürsprecher fand, an sich überrascht, sondern auch die Schärfe und vor allem die erneute Wiederholung einen Tag später. Dabei frohlockte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge noch vor wenigen Wochen, dass kein Blatt Papier zwischen die beiden passen würde.

Der Konter des Trainers

Nach dem mühsamen 2:0-Erfolg bei Werder Bremen kritisierte Sammer erstmals die Mannschaft öffentlich ("Nicht hellwach, nicht gallig"). Die Replik von Heynckes folgte drei Tage später unmittelbar vor dem Spiel gegen Baryssau.

Am Sky-Mikrophon ging Heynckes plötzlich in die Offensive. "Mit der Form, Art und Weise war ich nicht einverstanden, das habe ich ihm auch gesagt. Es ist wichtig, dass man konstruktiv kritisiert, dass es angemessen ist und nicht überzogen. Ich denke, dass die Kritik überzogen war. Ich finde auch, wir sollten die Kritik intern machen und nicht extern."

Was will Heynckes bezwecken?

Die Deutlichkeit, in der Heynckes seinen deutlich jüngeren Vorgesetzen zurechtwies, überraschte. Allerdings schien er sich das zuvor gut überlegt zu haben. Anscheinend wollte sich der deutlich ältere Trainer nach der ganzen Sammer-Mania der letzten Wochen etwas absetzen vom Sport-Vorstand.

Doch noch mehr verwundert die Tatsache, dass der Bayern-Trainer auch nach einer Nacht des Drüberschlafens seine Kritik an Sammer öffentlich erneuerte. Zumal er ja am Vortag noch anmerkte, dass er interne Kritik bevorzuge.

"1:0 für Sammer"

Was steckt als wirklich dahinter? Wie sieht es wirklich um das Verhältnis der beiden aus? Wollte Heynckes nur seine Position stärken, um auch von der Mannschaft weiterhin uneingeschränkt akzeptiert zu werden. Schließlich läuft sein Vertrag am Jahresende aus und das ist oftmals der Autorität eines Coaches nicht förderlich.

Oder war es Heynckes leid, dass die Siegesserie vor allem mit Sammer in Verbindung gebracht wurde, der das Sieger-Gen wieder zurück an die Säbener Straße gebracht hat? Vielleicht hat er auch nur ein wenig über das Ziel hinausgeschossen wie Sammer vor wenigen Tagen in Bremen oder ihn wurmte schlichtweg die Tatsache, dass Sammer mit seiner Kritik gar nicht so falsch gelegen hat. "1:0 für Sammer" titelte bereits "Spiegel-online". Nachdem den mahnenden Worten des 45-Jährigen prompt die erste Saison-Pleite folgte.

Wie dem auch sei. Beim FC Bayern herrscht nicht nur aufgrund der Pleite gegen Baryssau wieder Feuer unter dem Dach. Das dürfte bei allen Beteiligten die Sinne für die kommenden Aufgaben schärfen.

Hoeneß auf Sammers Seite

Unterdessen hat Uli Hoeneß sich auf die Seite von Sammer geschlagen. "Ich fand die Kritik weder in der Form noch in der Sache ungerechtfertigt. Und ich bin der Meinung, dass man das schon so akzeptieren muss", sagte der Bayern-Präsident: "Denn er ist ja ein Partner des Trainers auf Augenhöhe und ich bin der Meinung, dass er das absolut machen kann. Damit fällt doch dem Jupp in keinster Weise ein Zacken aus der Krone. In keinster Weise. Das muss er aushalten."

Hoeneß machte noch einmal deutlich, warum der Rekordmeister Sammer verpflichtet hat: "Ich finde, dass ein Manager seine Meinung zu einem solchen Spiel sagen kann. Ich habe das 30 Jahre lang gemacht. Ich finde, es ist total die Aufgabe des Managers oder Sportdirektors, dass er mal den Finger in die Wunde legt", sagte er.

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