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FC Bayern München und Borussia Dortmund: Die Gründe für den Erfolg

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Warum der deutsche Fußball so erfolgreich ist

02.05.2013, 14:45 Uhr | t-online.de

FC Bayern München und Borussia Dortmund: Die Gründe für den Erfolg. Reus und Schweinsteiger stehen stellvertretend für den erfolgreichen deutschen Fußball. (Quelle: imago/Sven Símon)

Reus und Schweinsteiger stehen stellvertretend für den erfolgreichen deutschen Fußball. (Quelle: Sven Símon/imago)

Eine Analyse von Jörg Runde

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Nicht Titelverteidiger FC Chelsea, nicht Manchester United, nicht Real Madrid und auch nicht Topfavorit FC Barcelona: Nein! Der FC Bayern München und Borussia Dortmund stehen im Finale der Champions League. Wer auf diese Konstellation vor knapp einem Jahr zehn Euro gewettet hätte, wäre heute ein reicher Mann. Dabei kommt die Wachablösung im europäischen Klub-Fußball gar nicht so überraschend, die Anzeichen verdichteten sich schon länger, es war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Die Gründe für die Erfolge liegen auf der Hand.

Die positive Entwicklung ist ohne Zweifel eine Spätfolge des EM-Desasters 2000. Bundestrainer Erich Ribbeck war mit dem DFB-Team nach peinlichen Leistungen schon nach der Vorrunde ausgeschieden. Als "lustigste Mannschaft der Welt" verspottete Harald Schmidt in seiner Show die deutsche Nationalelf und sprach von "Erich und die Knalltüten". Der deutsche Fußball lag am Boden.

Götze, Hummels und Co.

Der Juni des Jahres gilt heute als Wendepunkt im deutschen Fußball, in dieser Zeit fand endgültig ein Umdenken statt. Verantwortliche des DFB und der Bundesliga-Klubs holten längst entwickelte Konzepte zur Nachwuchsförderung aus den Schubladen, setzten sich an einem Tisch und machten Nägel mit Köpfen. Es entstand eine Talentförderung, die heute weltweit ihres gleichen sucht und bereits eine herausragende Spielergeneration hervorbrachte. Marco Reus, Mario Götze, Toni Kroos, Jerome Boateng oder Mats Hummels sind nur fünf Beispiele dieser Entwicklung.

Beim Blick auf die Nachwuchs-Leistungszentren der Bundesliga wird schnell klar: Der Ausbildungsstandort ist in Deutschland fast schon Nebensache. Talente, die sich heute dazu entschließen ihre Liebe und Leidenschaft Fußball zum Beruf zu machen, werden in allen 46 zertifizierten Leistungszentren gut auf den Job vorbereitet.

In der Breite gut aufgestellt

„Das ist Fakt. Wenn du als junger Spieler einen Platz in einem Leistungszentrum hast, bekommst Du garantiert eine gute Ausbildung. Die Vereine unterscheiden sich nur marginal. Es gibt verschiedene Philosophien, die Qualität ist aber sehr ähnlich“, sagt Ernst Tanner, lange Zeit Nachwuchschef bei 1860 München und 1899 Hoffenheim und heute in gleicher Position bei Red Bull Salzburg.

Die breit angelegte Ausbildungsstruktur über das gesamte Bundesgebiet hinweg gilt als großer Vorteil gegenüber den konkurrierenden Top-Nationen Spanien und England. Hier garantieren nur wenige Klubs wie der FC Barcelona, Athletic Bilbao oder Arsenal London erstklassige Talentförderung.

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Investiert wird nur für Topspieler

Alle Spieler die es in die Bundesliga schaffen, sind taktisch auf höchstem Niveau geschult, körperlich gut entwickelt und auf die psychische Belastungen bestens vorbereitet. Die Talentflut in Deutschland garantiert aber nicht nur eine große Anzahl an gut ausgebildeten Spielern, sie bringt auch wirtschaftliche Vorteile.

Viele Vereine haben frühzeitig den Weg mit Spielern aus der eigenen Kaderschmiede eingeschlagen. Anders als Anfang des Jahrtausends wurde in den vergangen Jahren kaum noch in überteuerte Durchschnittskicker aus dem Ausland, sondern nur noch in absolute Top-Transfers investiert. Eine vernünftige Finanzplanung stand fast überall im Mittelpunkt.

Die Bundesliga bietet eine Perspektive

Die Folge: In der Bundesliga spielen überwiegend wirtschaftlich gesunde Vereine, die selbst die Finanzkrise problemlos meisterten und relativ sorglos in die Zukunft schauen. Gehälter werden garantiert und immer pünktlich gezahlt. Anders in Spanien. Da befinden sich derzeit 20 Profi-Vereine in einem Insolvenzverfahren. In England beherrschen steinreiche Investoren die Klubs, rauben ihnen mit ihrem Einfluss allerdings auch die Unabhängigkeit.

In Deutschland zu arbeiten, ist mittlerweile auch für Topstars der Branche interessant. Pep Guardiola, Arjen Robben und Franck Ribéry stehen stellvertretend dafür. Auch Supertalent Mario Götze entschied sich trotz besser dotierter Angebote aus dem Ausland für einen Wechsel zum FC Bayern München. Aufgrund der Perspektive, bei der derzeit wohl besten Mannschaft Europas zu spielen und vom spannendsten Trainer der Welt geformt zu werden, ließ Götze die Lockrufe aus Barcelona und Manchester ungehört verhallen.

Taktisch auf höchstem Niveau

Auch ein Argument, das für einen Wechsel nach München gesprochen haben dürfte, ist die taktische Entwicklungsmöglichkeit in Deutschland. Lange Zeit hinkte der deutsche Fußball in diesem Bereich hinterher, Spanien und England galten als Nonplusultra. Die Bundesliga stand eher für behäbigen, altmodischen Fußball. Maßgebliche Werte wie Passgeschwindigkeit, Dauer der Ballkontakte aber auch die Laufleistungen waren deutlich schwächer als in den Top-Ligen. Die deutschen Vereine haben aufgeholt, die Konkurrenten teilweise sogar überholt.

Rund zehn Kilometer mehr als ihre Konkurrenten liefen der BVB und der FCB (jeweils rund 120 Kilometer) in ihren Halbfinals. Auch bei der Sprintanzahl und beim Sprinttempo lagen sie vorne. Hinzu kommt, dass beide Mannschaften das offensive Direktspiel bevorzugen. In fast allen Bundesliga-Klubs hat sich die Denkweise durchgesetzt, dass agierende und aktiv pressende Mannschaften erfolgreich sind. Das galt lange Zeit als Privileg der Spanier.

Hoffen auf die Nationalmannschaft

Setzt sich der positive Trend fort, dürften schon bald weitere Weltklasse-Athleten in die Bundesliga kommen. Das gilt auch für deutsche Stars, die derzeit im Ausland ihr Geld verdienen. Von Mesut Özil und Sami Khedira zum Beispiel ist zu vernehmen, dass sie die Stimmung, die in den Bundesliga-Stadien erlebt haben, in Spanien vermissen. Eine Fankultur wie sie hierzulande existiert, kennen sie in Spanien nicht. Stimmung, Atmosphäre - Fehlanzeige.

So schön die Entwicklung im Vereinsfußball auch ist, zu einer Wachablösung im Weltfußball fehlt der deutschen Nationalmannschaft der lange ersehnte Titel. Die Eigenschaft, sich auch in entscheidenden Duellen gegen Top-Nationen durchsetzen zu können, muss das Team von Bundestrainer Jogi Löw noch nachweisen. 2006, 2008, 2010 und 2012 gingen die Halbfinals bzw. das Finale in die Hose. Dass der Sieger der Königsklasse 2013 aus Deutschland kommt, macht auch Hoffnung auf einen erfolgreichen Sommer 2014. In der Champions League und bei der WM in Brasilien.

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