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Supercup 2013: Franck Ribéry macht Pep Guardiola zum echten Bayern

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Sieg im Supercup  

Ribéry macht Guardiola zum echten Bayern

31.08.2013, 10:33 Uhr | t-online.de

Supercup 2013: Franck Ribéry macht Pep Guardiola zum echten Bayern. Ribéry feiert mit den Bayern-Fans den Sieg im Supercup gegen Chelsea. (Quelle: dpa)

Ribéry feiert mit den Bayern-Fans den Sieg im Supercup gegen Chelsea. (Quelle: dpa)

Von Thomas Tamberg

Supercup, Superstar, Supertrainer, Supersieg, Super-Bayern, Super-Fans, Super-Nacht: Der 30. August 2013 hat allerbeste Chancen, nachhaltig in die Geschichte des FC Bayern einzugehen. Angeführt vom frisch gekürten Fußballer des Jahres in Europa, Franck Ribéry, bezwang der Rekordmeister in einem hoch intensiven Finale um den europäischen Supercup den FC Chelsea im Elfmeterschießen mit (7:6 (2:2, 1:1, 0:1). Der Sieg war auch gleichzeitig ein Befreiungsschlag für den neuen Trainer Pep Guardiola. Die Münchner dürfen nun ernsthaft von einer langjährigen Erfolgsära träumen. (Die Bayern-Stars in der Einzelkritik)

"Wenn wir wieder verloren hätten, wäre es schwierig geworden", sagte Sport-Vorstand Matthias Sammer und deutete nach dem dramatischen Sieg gegen den FC Chelsea an, was auf den FC Bayern und insbesondere auf Guardiola zugekommen wäre, wenn nach der Pleite im nationalen Supercup gegen Borussia Dortmund auch der zweite Titel der Saison futsch gewesen wäre. Der Heynckes-Nachfolger hätte aufgrund seiner vielen Änderungen erstmals gewaltig in der Kritik gestanden. "Die Diskussionen wären größer geworden", sagte auch TV-Experte Oliver Kahn im ZDF.

Auch gegen Chelsea überraschte Guardiola wieder einmal alle. So beorderte er Rechtsverteidiger Philipp Lahm ins offensive Mittelfeld. Toni Kroos ersetzte den angeschlagenen Bastian Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld. Hinterher erhielt der Nationalmannschaftskapitän ein Extralob vom Coach. "Er ist der intelligenteste Spieler mit dem ich jemals zusammengearbeitet habe", sagte Guardiola über Lahm. Das Gleiche sagte übrigens Hermann Gerland bereits vor rund zwölf Jahren über den kleinen Allrounder.

Dankeschön an Heynckes

Allerdings war es unter anderem Javi Martinez zu verdanken, dass sich hinterher alle lieb hatten. Der Spanier rettete mit seinem Treffer vier Sekunden vor Ablauf der Nachspielzeit in der Verlängerung mit der letzten Aktion des Spiels den FC Bayern ins Elfmeterschießen. Allein für diese Aktion ist der Spanier seine 40 Millionen Euro wert gewesen. Mit Leistenproblemen und ohne Spielpraxis kam er in der zweiten Hälfte ins Spiel und schmiss alles in die Partie, was er an diesem Abend zu geben hatte. Im Elfmeterschießen hielt Manuel Neuer den letzten Schuss von Romelu Lukaku und erledigte den Rest.

Dieser Abend von Prag verdeutlicht den enormen Reifeprozess, den die Bayern-Mannschaft im letzten Jahr vollzogen hat. Kein Wunder, dass Guardiola in der Stunde des Erfolgs auch an seinen Vorgänger dachte. "Jupp Heynckes ist der Architekt, ich möchte ihm für dieses Finale danken", sagte der Spanier nach der Partie. Noch vor rund 15 Monaten im "Finale dahoam", als man gegen den FC Chelsea im Elfmeterschießen unterlegen war, legten die Bayern nicht ansatzweise eine derartige Überzeugungskraft an den Tag, wie jetzt. Heynckes formte sie anschließend zum Triple-Sieger.

Ribéry dreht auf

Und Guardiola scheint den Erfolgsweg weiter gehen zu können. "Pep war grandios", sagte Sammer und deutete eine sehr emotionale Halbzeitansprache des Spaniers an, der die Mannschaft "moralisch geführt" habe. Nachdem sich der Rekordmeister im ersten Abschnitt gegen das Team von Guardiolas Erzrivalen José Mourinho schwergetan hatte, löste es im zweiten Durchgang alle Fesseln. Allen voran Superstar Franck Ribéry, der anschließend zum Spieler des Spiel gekürt wurde. 19:9 lautete die Torschussstatistik aus Sicht der Bayern gegen den FC Chelsea, der ab der 85. Minute mit einem Mann weniger auskommen musste, nachdem Ramires mit Gelb-Rot den Platz verlassen musste. Für Mourinho wohl ein Grund seiner eigenartigen Analyse: "Die bessere Mannschaft hat verloren."

Allerdings dauerte es eine Weile bis Ribéry Betriebstemperatur erreicht hatte. Europas Bester kam anfangs nicht mit dem Druck seiner Auszeichnung zurecht. Aber zwei Minuten nach Wiederanpfiff jagte er den Ball aus über 20 Metern mit einer Wucht zum zwischenzeitlichen 1:1 in die Maschen, dass selbst der überragende Petr Cech im Tor des Europa-League-Siegers keine Abwehrchance hatte. Mit dieser Aktion hatte der Franzose die bisher beste Phase der Bayern in dieser Saison eingeleitet, die im Anschluss ein spektakuläres Offensivfeuerwerk zündeten.

Sieg für den Trainer

Doch es war nicht so sehr das Tor, sondern der gemeinsame Jubel beim Ausgleich und auch nach dem Spiel von Ribéry, Guardiola und dem gesamten Team, der allen Kritikern zeigte, wie sehr Trainer und Mannschaft bereits zusammengewachsen sind. Man drückte und herzte sich gegenseitig, dass es wohl jedem Bayern-Fan die Tränen der Glückseligkeit in die Augen getrieben haben muss. "Dieser Sieg war sehr wichtig für den Trainer. Er hat sehr viel Druck. Ich freue mich sehr für Pep Guardiola", sagte Ribéry.

Der Dribbelkünstler stand am Tag nach seiner Wahl zum besten Kicker des Kontinents besonders im Mittelpunkt. "Ich liebe den FC Bayern. Das ist meine Familie“, sagte er, nachdem er gemeinsam mit den Fans auf dem Zaun den Sieg über den FC Chelsea gefeiert hatte. Und zwar dermaßen ausgiebig, dass das Metallgestänge kurzzeitig sogar einzustürzen drohte. Solche Aktionen lieben die Fans mindestens genauso wie ein beherztes Solo auf dem Flügel.

Fans machen Werbung in eigener Sache

Überhaupt waren die Bayern-Fans neben Ribéry die große Attraktion an diesem Abend in der mit 17.686 Zuschauern kleinen aber feinen und ebenso ausverkauften Eden-Arena. Sie unterstützten ihren Klub mit Dauergesang von der ersten bis zur letzten Minute. Selbst als der FC Bayern aufgrund der Treffer von Fernando Torres (8.) und Eden Hazard (93.) zweimal in Rückstand lag, änderte das nichts an der grandiosen Stimmung. Das ging sogar Mourinho dermaßen auf die Nerven, dass er die Chelsea-Fans motivieren musste, dagegen zu halten.

Hier in Prag, wo die Bayern-Verantwortlichen keinen Einfluss auf die Einlasskontrollen zum Fanblock ausüben konnten, zeigten die Bayern-Anhänger eindrucksvoll, wie stimmungsvoll es auch in der Allianz Arena zugehen könnte, wenn der Klub es schaffen würde, einen ernsthaften Dialog mit den Anhängern zu führen. Zumindest Millionen Fußball-Fans in Deutschland dürften sogar vor dem Fernseher den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden haben.

Ribéry und Guardiola im Zentrum

Sollten die Bosse wirklich den Steilpass der Fans aufnehmen, dann könnte die Prager Nacht tatsächlich die Geburtsstunde eines neuen FC Bayern gewesen sein. Eine Symbiose von Fans, Spielern, Trainer und Klub, die es in dieser Intensität so schon lange nicht mehr gegeben hat und die die Hoffnung auf eine einmalige Ära nährt. Mit Publikumsliebling Ribéry und Ausnahmetrainer Guardiola als Fixpunkte.

"Es ist unglaublich schön, mit Pep zu arbeiten“, schwärmte Sammer von der Arbeit mit Guardiola. Doch die Arbeit kann noch so schön sein, ohne Erfolge würde es nicht lange funktionieren. "Der Titel ist sehr wertvoll für mich", wusste daher auch Guardiola den Triumph von Prag sehr gut einzuschätzen. Nun besitzt er eine noch größere Glaubwürdigkeit, bei den Spielern, aber auch im Umfeld. Eine perfekte Ausgangslage für einigermaßen ruhiges Arbeiten in nächsten Wochen.

Der nächste Titel könnte dann kurz vor Weihnachten folgen. Zwischen dem 17. und 21. Dezember geht es in Marokko um die Krone der Klub-WM. Mit der Leidenschaft und Siegermentalität von Prag ist auch in dieser Saison für den FC Bayern alles möglich.

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