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Barcelona - Bayern: Lionel Messi zertrümmert die Beton-Taktik

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FC Bayern ohne Schuss aufs Tor  

Messi zertrümmert Peps Beton-Taktik

07.05.2015, 08:08 Uhr | t-online.de

Barcelona - Bayern: Lionel Messi zertrümmert die Beton-Taktik. Lionel Messi überwindet Manuel Neuer mit einem Heber. (Quelle: AP/dpa)

Lionel Messi überwindet Manuel Neuer mit einem Heber. (Quelle: AP/dpa)

Aus Barcelona berichtet Marc L. Merten

Lange hielt Bayern München die Null, dann brach alles auseinander. Lionel Messi und dem FC Barcelona haben 15 überragende Schlussminuten gereicht, um den FC Bayern im Halbfinal-Hinspiel der Champions League in seine Einzelteile zu zerlegen. Das 0:3 (0:0) im Camp Nou bedeutet mehr oder minder das Aus für die Münchner. Die Lehren, die Pep Guardiola daraus ziehen dürfte, reichen über das Weltliche wohl hinaus. Denn sie dürften Über-Fußballer Messi mit einschließen.

Wer einmal erlebt, wie die 95.000 Zuschauer im Camp Nou "Messi" rufen, wenn der Mann mit der Nummer 10 auf dem Rücken wieder etwas Atemberaubendes mit dem runden Leder angestellt hat, glaubt, es vollzieht sich gerade die Huldigung eines Heiligen. Und jeder, der das Wort "Fußballgott" schon mal hinterfragt hat, dürfte sich in der Annahme bestätigt sehen: Messi ist für die Katalanen mehr als nur ein Fußballer. Er ist die Erfüllung ihrer Träume, der Gesandte, der die Erlösung verspricht.

Barca-Präsident über Messi: "Er ist unser!"

Am Mittwochabend brauchte es lange, bis diese Erlösung kam. Bis das Camp Nou in Jubel und Trance explodierte. Vier Minuten zwischen Spielminute 77 und 80 waren es schließlich, die den Unterschied zwischen dem FCB aus Spanien und dem FCB aus Deutschland deutlich machten. Ein satter Linksschuss, ein zarter Heber mit rechts – Messi verwandelte das Camp Nou in ein Tollhaus. Mit einer genialen Vorlage auf Neymar in der Nachspielzeit, die der Brasilianer zum dritten Treffer veredelte, stürzte Messi Guardiolas Bayern endgültig ins Tal der Enttäuschung.

UMFRAGE
Schaffen es die Bayern trotz der Pleite noch ins Champions-League-Finale?

"Einzigartig" nannte Manuel Neuer hinterher die individuelle Klasse des Argentiniers. Guardiola gestand, dass "das Talent von Messi den Unterschied gemacht hat". Sein Gegenüber Luis Enrique erklärte folgerichtig, dass "das Leben mit Messi selbstverständlich leichter ist. Er ist ein Spieler aus einer ganz anderen Dimension." Eine Dimension, die Josep Maria Bartomeu, Präsident der Katalanen, nach dem 3:0 auf Twitter stolz so kommentierte: "Eine weitere Ausnahmeleistung von Messi. Er ist ein Schatz des Weltfußballs. Und er ist unser."

Der Vergleich Messi gegen Götze fällt aus

Dieser Schatz des Weltfußballs war es, der dem FC Bayern an diesem Abend gefehlt hatte. Dabei hatten die Münchner gehofft, Guardiola zu dessen Amtsantritt im Sommer 2013 mit Mario Götze den "deutschen Messi" verpflichtet zu haben. Bezeichnend, dass Götze erst zehn Minuten vor Schluss eingewechselt wurde, gerade zu jener Zeit, in der Messi das Spiel im Alleingang zugunsten Barcelonas entschied.

Die Bayern hatten an diesem Abend eben keinen Spieler in ihren Reihen, der in der Lage war, den Unterschied zu machen. Nicht Thiago, dem an alter Wirkungsstätte wenig gelang. Nicht Robert Lewandowski, der mit Maske spielte und noch die beste Torchance der Münchner hatte. Und auch nicht Thomas Müller, der zwar viel arbeitete, aber ohne jeden Torabschluss blieb und wie schon gegen Dortmund im DFB-Pokal vorzeitig ausgewechselt wurde.

Ohne Torabschluss – das ist es auch, worüber sich Guardiola unter dem Strich wird Gedanken machen müssen. Im Vergleich zu Müller schafften es seine Mitspieler zwar immerhin acht Mal an diesem Abend, in Schussposition zu kommen. Von diesen acht Schüssen ging allerdings kein einziger (!) auf das Tor von Marc-André ter Stegen. In 90 Minuten im Camp Nou blieb der FC Bayern ohne Torschuss. Und das, obwohl Guardiola hinterher erklärte, er hätte Barcelona "über den eigenen Ballbesitz" besiegen wollen. Doch während bei den Münchnern in der Offensive nicht einmal Gott half, half bei Barca Messi. Was an diesem Abend einmal mehr aufs Gleiche rauskam.

Trotz CL-Pleite in Barcelona 
Guardiola mit der Leistung seines Teams zufrieden

Auf der Pressekonferenz äußern sich Pep Guardiola und Luis Enrique zur Partie. Video

Dreierkette gegen Messi und Co. zu wenig

Guardiolas Ballbesitz-Bekenntnis hätte an diesem Abend in seiner alten Heimat einen anderen Zweck erfüllen sollen. In einem Duell, in dem sich zwei ähnlich ausgerichtete Mannschaften gegenüber standen, lautete die Vorgabe des Bayern-Coachs: "Gegen Barcelona kannst du nur versuchen, den Ball zu kontrollieren. Das Beste gegen solche Spieler ist zu versuchen, sie nicht an den Ball kommen zu lassen. Das haben wir den größten Teil des Spieles geschafft."

Pep muss frühzeitig umstellen

Bayern hatte an diesem Abend nicht viel mehr als ein 0:0 im Auge gehabt. Eigentlich kein verwerfliches Ziel, wenn man bedenkt, welch Saison hinter der Mannschaft liegt. Trotzdem: null Torschüsse? Das lag zum Einen am großen Respekt der Münchner vor dem Magischen Dreieck im Angriff der Katalanen (Messi – Suarez – Neymar). Schon in den ersten Minuten wurde klar, dass Guardiolas ursprünglich geplante Dreierkette (Rafinha – Boateng – Benatia) nicht genug war, um die drei Ausnahmekönner zu stoppen.

Das änderte sich, nachdem Guardiola nach 15 Minuten auf ein 4-3-1-2 umstellte. Das Besondere daran: Neben der Viererkette machten auch Xabi Alonso, Philipp Lahm und Thiago davor nur selten Anstalten, sich ernsthaft ins Offensivspiel einzuschalten. Heraus kam ein Bayern-Spiel, das seltener über Passkombinationen als über lange Bälle den Weg nach vorne suchte.

Guardiola: "Wir haben die Kontrolle verloren"

Zum Anderen war dies aber auch die Folge des an diesem Abend nahezu perfekten Pressings der Katalanen. Luis Enrique hatte seine Mannschaft hervorragend eingestellt. "Bei Pep wusste ich ganz genau, wie er spielen würde. Trotzdem musst du dann wissen, was du machst, wenn der Gegner versucht dein Pressing zu überwinden. Darin waren wir heute sehr gut." So gut, dass Barcelona selbst dann nicht die Spielkontrolle verlor, als die Bayern es schafften, in der zweiten Hälfte ein spürbares Ballbesitz-Übergewicht zu schaffen. Und auch, um beim 1:0 durch Messi einen Konter der Münchner abzufangen und daraus die spielentscheidende Szene herbeizuführen.

"Wir sind nach dem Gegentor mehr Risiko gegangen. Da haben wir die Kontrolle über das Spiel verloren", erklärte Guardiola, warum es nach dem 0:1 mit seiner Mannschaft vollends den Bach hinunter ging. Bayern hatte die Kontrolle über die eigene Ordnung verloren, über den Ball, über Messi, über Barcelona. Am Ende stand eine Niederlage, die das erneute Aus im Halbfinale der Königsklasse bedeuten dürfte.

Nach der Blamage im Vorjahr gegen Real Madrid folgt nun also wohl das Aus gegen Barcelona. Eine Lehre für Guardiola dürfte im Vergleich zum 0:4 vor einem Jahr gegen die Königlichen sein: Sein Team hat taktisch dazu gelernt. Ein 0:0 wäre an diesem Abend möglich gewesen. Ohne individuelle Fehler. Und ohne Lionel Messi.

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