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Thomas Müller verschießt den Elfer: Pechvogel statt Bayern-Held

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"Stachel sitzt sehr tief"  

Pechvogel statt Bayern-Held: Müllers bitterer Fehlschuss

04.05.2016, 10:47 Uhr | dpa, t-online.de

Thomas Müller verschießt den Elfer: Pechvogel statt Bayern-Held. Thomas Müller kann seine Enttäuschung nach dem vergebenen Elfmeter nicht verbergen. (Quelle: imago/Contrast)

Thomas Müller kann seine Enttäuschung nach dem vergebenen Elfmeter nicht verbergen. (Quelle: Contrast/imago)

Thomas Müller schlug sauer auf den Rasen, Pep Guardiola schaute mit weitaufgerissenen Augen und starrer Miene von der Bank aus zu. Statt seinen Elfmeter in der 34. Minute sicher zur 2:0-Führung zu verwandeln, scheiterte der Weltmeister an Atelticos Torhüter Jan Oblak.

So ebnete der Weltmeister den Spaniern den Weg ins Finale. Der Strafstoß hätte dem Spiel eine ganz andere Entwicklung geben können. Müllers dritter Fehlschuss beim zehnten Versuch vom Punkt in der Königsklasse war der schwerwiegendste. Und das vom Spezialisten für die entscheidenden und nervenaufreibenden Duelle.

"Der Fußball ist manchmal extrem gemein. Es war irgendwie nicht genug", beklagte er hinterher. "Wir haben Madrid 90 Minuten klar beherrscht - dass man da ausscheidet, tut weh. Beim Gegentor haben wir sicherlich ein bisschen mitgeholfen. Der Stachel sitzt schon sehr tief."

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Guardiola vertraut im Rückspiel den Bayern-Lieblingen

Ausgerechnet Müller! Die nach dem Hinspiel so heiß diskutierte Personalie sorgte in München für ein großes Thema. Anders als in Madrid vertraute Guardiola im Rückspiel den Bayern-Lieblingen.

Im Gegensatz zur mit 0:1 verlorenen Partie vor einer Woche beförderte er neben Müller auch Franck Ribéry in die Startelf, wagte in der Defensive die Aufstellung des zuvor erst einmal nach über drei Monaten Wettkampfpause eingesetzten Jérôme Boateng.

Schon 2014 verzichtete Pep zunächst auf Müller

"Müller ist für Bayern wie Messi für Barcelona", hob der frühere Münchner Trainer Ottmar Hitzfeld die Bedeutung des WM-Torschützenkönigs von 2010 schon nach dem Hinspiel hervor. Aber man habe das Hinspiel nicht verloren, weil Müller nicht gespielt hätte, betonte Guardiola noch am Vorabend seines siebten Halbfinales in der Champions League. Beim Versuch, sein drittes Endspiel zu erreichen, spielte Guardiola in der Schlussphase an der Seitenlinie voller Leidenschaft fast schon mit.

Da lebte er den Fußball, den er so sehr liebt. Ganz im Gegensatz zu den immer wiederkehrenden Diskussionen um nicht berücksichtigte Spieler. Die vielen Nachfragen und Rechtfertigungen nervten Guardiola nahezu ständig in seinen nunmehr fast drei Jahren in München. Schon beim 0:1 im Halbfinal-Hinspiel 2014 bei Real Madrid hatte Guardiola bis zur 74. Minute auf Müller verzichtet und Kritik abbekommen. Im Halbfinale 2015 in Barcelona wechselte er den Angreifer im Hinspiel beim Stand von 0:1 aus; das Spiel endete 0:3 - und auch da wurde gemäkelt.

Kurz vor Ende seiner Amtszeit in München traf Guardiola nun mit seiner "letzte Patrone", wie er es genannt hatte, nicht. Tragischerweise nahm dabei ausgerechnet Publikumsliebling Müller eine Hauptrolle ein.

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