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Deutschland sucht "neuen Philipp Lahm": Liegt die Messlatte zu hoch?

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Messlatte zu hoch?  

Deutschland sucht noch nach den "neuen Lahms"

16.10.2014, 14:09 Uhr | t-online.de

Deutschland sucht "neuen Philipp Lahm": Liegt die Messlatte zu hoch?. Philipp Lahm ist momentan noch nicht gleichwertig zu ersetzen für die deutsche Nationalmannschaft. (Quelle: dpa)

Philipp Lahm ist momentan noch nicht gleichwertig zu ersetzen für die deutsche Nationalmannschaft. (Quelle: dpa)

Spätestens seit den bescheidenen Auftritten in Polen (0:2) und gegen Irland (1:1) ist die Außenverteidiger-Diskussion um die deutsche Nationalmannschaft aufs Neue entbrannt. Während die aktuelle Paarung mit Erik Durm links und Antonio Rüdiger rechts in der Öffentlichkeit stark kritisiert wurde, hat nun Gladbachs Abwehrrecke Tony Jantschke eine Lanze für seine Verteidiger-Kollegen gebrochen: "Das Problem ist, dass wir jahrelang Philipp Lahm haben spielen sehen. Er verkörpert seit zehn Jahren Topniveau. Durch ihn wurde allerdings die Messlatte so hoch gelegt, dass wir nur noch die neuen Lahms suchen", erklärte der 24-Jährige im "kicker".

Auch Marcel Schmelzer von Borussia Dortmund sieht Jantschke als Ziel übertriebener Attacken: "Er stand 2013 im Finale der Champions League und wurde permanent kritisiert. Alle europäischen Teams wären froh gewesen, so einen in der Mannschaft zu haben, und wir in Deutschland mäkeln nur rum." Sein Fazit deshalb: "Man bekommt das Gefühl, dass es die Außenverteidiger sowieso niemandem recht machen können."

"Viel Zeit" für Rüdiger und Durm

Aktuell scheint niemand in Sicht, der in die großen Fußstapfen von Lahm treten kann oder zumindest andeutet, einmal in die Kategorie absoluter Weltklassespieler zu gehören. Wohl auch deshalb setzt Bundestrainer Joachim Löw auf Rüdiger und Durm: "Sie sind im Moment die erste Option. Ich gebe ihnen viel Zeit." Der Weltmeister-Trainer weiß, dass man Lahm nicht innerhalb von ein paar Wochen eins zu eins ersetzen kann. Ob der 21-jährige Rüdiger und der 22-jährige Durm innerhalb von zwei Jahren dieses Niveau erreichen können, bleibt abzuwarten.

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Wem soll Joachim Löw in der Nationalmannschaft ein Chance geben?

Jantschke, Jung, Korb?

Bange ist dem Coach trotzdem nicht. "Ich sage, Durm, Rüdiger, Rudy und ein paar andere aus der Bundesliga - die haben auch diese Möglichkeiten", erklärte Löw. Denkbare Alternativen wären neben Jantschke dessen Vereinskollege Julian Korb, Matthias Ostrzolek, Marcell Jansen (beide Hamburger SV), Gonzalo Castro (Bayer Leverkusen) oder Sebastian Jung (VfL Wolfsburg).

"Wir haben sicher den einen oder anderen jungen Spieler im Blick. Im November oder im März kann der Kader wieder ein bisschen größer sein. Da würde es sich anbieten, mal den einen oder anderen Neuen hinzuzunehmen", erklärte Löw.

Hrubesch: "Wir haben nicht geschlampt"

Auch U21-Bundestrainer Horst Hrubesch glaubt nicht daran, dass die Probleme von Dauer sein werden. "Ich denke, das kriegen wir auch in den Griff. Für die Zukunft sehe ich da nicht so schlecht", sagte Hrubesch. "Wir wissen, dass wir da ein wenig unterbesetzt sind. Deshalb werden wir da auch einiges tun. Ich denke, dass wir da in Zukunft den einen oder anderen finden werden", sagte der Coach deutschen Junioren-Auswahl.

Den Schwarzen Peter wollte sich Hrubesch nicht zuschieben lassen: "Geschlampt haben wir nicht." Sonst müsse man sagen, die ganze Liga habe geschlampt. "Wir haben gute Jungs, die müssen wir halt nur ausbilden. Es gibt immer Phasen, wo Dir der eine oder andere fehlt. Mal fehlen Dir die Mittelfeldspieler, mal die Außenverteidiger. Nur Torwartprobleme haben wir, glaube ich, noch nie gehabt."

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Über 30 Spieler getestet

Dass ehemals gestandene Außenverteidiger wie Dennis Aogo oder Andreas Beck noch einmal in den Kreis der Nationalmannschaft zurückkehren, schloss der Bundestrainer aus. "Einige, die bei uns schon dabei waren, spielen für unsere Planungen für 2016 keine Rolle mehr." Marcel Schmelzer könne aber wohl noch einmal eine Chance bekommen.

Dass Löw in seinen acht Jahren als Bundestrainer auf den Außenbahnen nichts probiert hätte, kann man ihm wahrlich nicht vorwerfen. Um die 30 Profis testete er auf links und rechts. Dazu zählen unter anderem Heiko Westermann, Arne Friedrich, Clemens Fritz, Marcel Schäfer, Christian Träsch oder auch ein Marvin Compper und Christian Pander.

Lahm-Comeback ausgeschlossen

So oder so - man muss sich daran gewöhnen, dass Lahm nicht mehr da ist, denn ein Comeback des 113-fachen Nationalspielers wird es wohl nicht geben. "Ein ganz klares Nein. Und wir denken auch überhaupt nicht darüber nach", sagte DFB-Manager Oliver Bierhoff.

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