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EM 2016: DFB-Team beginnt Vorbereitung im Hotel Giardino

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Trainingslager EM 2016  

Hier bekommen Müller & Co den Feinschliff

11.05.2016, 13:46 Uhr | Brigitte von Imhof/srt

EM 2016: DFB-Team beginnt Vorbereitung im Hotel Giardino. Das ist das 5-Sterne-Hotel "Giardino" in Ascona. (Quelle: Hotel Giardino/dpa )

Das ist das 5-Sterne-Hotel "Giardino" in Ascona. (Quelle: Hotel Giardino/dpa )

Was die Schweiz so lobenswert und Italien so liebenswert macht, gipfelt im südlichsten Schweizer Kanton. In Ascona am Nordufer des Lago Maggiore bezieht die deutsche Fußballmannschaft ab 23. Mai ihr Quartier, um sich auf die EM vorzubereiten. Eine gute Wahl. Schauen Sie sich die Gegend auch in unserer Foto-Show an.

Das Frühstück liegt zwar noch im Magen. Doch wenn Giovanni das Holzbrett mit Salami und Parmeggiano über seinen Stand reicht, meldet sich sofort der kleine Hunger wieder.

Es ist Dienstagmorgen, Markttag in Ascona. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Nicht nur wegen der Vielfalt an Lebensmittel-, Handwerk- und Souvenirständen, sondern vor allem wegen dieser wunderbaren Stimmung auf der Piazza Motta. Eine frische Brise weht vom Lago Maggiore her. Die Luft ist klar und würzig, die Berge sind konturiert wie ein Scherenschnitt. Bald wird die Hitze des Tages einfallen, die den Himmel milchig macht und die Luft mit Schwüle tränkt.

Bald ist es mit der Ruhe vorbei

Mit der himmlischen Vorsaison-Ruhe wird es bald vorbei sein. Denn vom 23. Mai bis 3. Juni bezieht die deutsche Fußballmannschaft ihr Trainingslager in Ascona, um sich auf die Fußball-EM in Frankreich vorzubereitet, die am 10. Juni beginnt. Mit ihr wird ein Tross aus Betreuern und Medien sowie Fans erwartet, die ebenfalls am Lago Maggiore Quartier beziehen werden. Die DFB-Kicker und ihre Entourage wohnen im edlen "Giardino Ascona"-Hotel, das zu den besten Herbergen des Tessin gehört. Das im Palaisstil erbaute Hotel mit seiner ockerfarbenen Fassade und dem tropisch anmutenden Garten hatte die Nationalmannschaft bereits im Jahr 2008 vor der Fußball-EM in Österreich und der Schweiz zu Gast.

Wer nicht gerade die Nähe der Jogi-Löw-Truppe sucht, sollte Ascona und Umgebung erst nach dem 3. Juni besuchen. Das Tessin-Feeling stellt sich ein, nachdem man bei Göschenen im Schweizer Kanton Uri in den Gotthardtunnel eingefahren ist und diesen nach 17 Kilometern bei Airolo im Tessin wieder verlässt. Mit jedem Kilometer durch das anfangs eher unpersönliche Valle Levantine in Richtung Bellinzona wird es heiterer, wärmer, italienischer – bis man schließlich Ascona erreicht. Die 5500 Einwohner-Gemeinde an der Nordspitze des Lago Maggiore ist ein Schmuckkästchen.

Die ersten Segelboote

An der autofreien, von Platanen gesäumten Uferpromenade lassen sich die Sommerfrischler den Wind um die Nase wehen. Vor den blitzsauberen farbigen Häuserfassaden reiht sich ein Straßencafé ans andere. Die ersten Segelboote haben den Spinnaker gesetzt, ein paar Kähne dümpeln im Hafen und die ersten Passagiere warten an der Anlegestelle auf das Ausflugsboot. Gleich hinter dem Ufer ragen Berge in den Himmel, in deren Mulden zum Teil noch Schnee liegt. Es ist eine mediterran-alpine Melange, wie man sie nirgendwo anders antrifft. Dafür, dass das Mediterrane nicht ins Hintertreffen gerät, sorgen die 2300 Sonnenstunden pro Jahr – Schweizer Rekord!

Es wird Zeit, die Umgebung von Ascona näher zu erkunden. Hinter der Nachbargemeinde Locarno windet sich eine Serpentinenstraße hoch, vorbei an malerischen Bergdörfern wie Orselina, von dem aus den nördlichen Teil des Lago Maggiore herrlich überblicken kann – bis er links nach Italien "abbiegt".  Spektakulär thront die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso auf einem Felsvorsprung, die nach der Überlieferung im Jahr 1480 aufgrund einer Marienerscheinung gebaut wurde. Prächtige Villen kleben an den Steilhängen. Das Tessin als bevorzugter Zweit- oder Alterssitz begüterter Deutscher hat eine lange Tradition.

Viele verwunschene Dörfer

Es geht in die Centovalli – die hundert Täler. Genau genommen handelt es sich um ein wild zerklüftetes, rund zehn Kilometer langes Tal, das sich in verwegenen Windungen in Richtung italienische Grenze schlängelt. In verwunschenen Dörfern wie Intragna, Verdasio oder Rasa wähnte man sich Lichtjahre von den glamourösen Tessiner Seeorten weg. Es duftet betörend nach Wald und nach Kräutern. Bei Ponte Brolla ist man gut beraten, dem Hinweisschild "Ristorante da Enzo" zu folgen, ein so genanntes Grotto, wie die typischen Tessiner Lokale heißen.

In kleinen Grotten im Freien bekommt man Hausmannskost vom Feinsten serviert. Das kleine Potpourri – Polenta, Gnocchi mit Salbeibutter und Steinpilzrisotto – ist vorzüglich, ebenso der Merlotwein aus der Region. Dass die Tessiner Weine weniger bekannt sind als andere Schweizer Tropfen, liegt an der geringen Produktionsmenge. Die knapp 4000 Weinbauern sind Winzer aus Leidenschaft, pflegen ihre Reben auf Miniparzellen. Auch Enzos edle Tropfen kommen vom eigenen Weinberg.

Kein Platz für Weinanbau

Auf den Hängen am Lago Maggiore ist kein Platz für Weinanbau. Sie sind zugekleistert mit Nobelresidenzen, die hinter hohen schmiedeeiserner Toren und grünen Hecken nur schemenhaft auszumachen sind. Auf der gut ausgebauten Uferstraße spürt man die Nähe zu Italien vor allem am Verkehr: Die Auto- und Motorradfahrer rücken einem dicht auf die Pelle und geben zu verstehen, dass sie genussvolles Dahincruisen für unnötige Zeitverschwendung halten. In engen Windungen geht es hoch zum Bergdorf Ronco, das rund Kilometer südwestlich von Ascona auf einer Felsterrasse thront und erneut einen traumhaften Blick auf den See freigibt. Spiegelglatt liegt er da, nur ein Boot zeichnet ein großes V aufs Wasser. Es steuert die Insel Pancrazio an, die größte der drei Brissago-Inseln.

Pancrazio ist ein einzigartiger botanischer Garten, in dem 1500 verschiedene Pflanzenarten gezogen werden. Die Insel gehörte einer russischen Baronin, die ihren Besitz 1927 aus Geldnot an einen schwerreichen Hamburger Kaufmann veräußern musste. 1949, neun Jahre nach dessen Tod, wurden die Brissago-Inseln von einer öffentlichen Stiftung gekauft und Pancrazio zum Botanischen Garten des Kantons Tessin umgestaltet. Vier Millionen Besucher wurden seither gezählt. Ob unsere Nationalkicker Lust und Zeit für einen Ausflug haben? Die Medienvertreter wären auf jeden Fall dabei.

Weitere Informationen:

  • Schweiz Tourismus, Roßmarkt 23, 60311 Frankfurt, Tel. 069/25600125, www.myswitzerland.com
  • Anreise: Mit dem Auto am besten durch den San-Bernardino-Tunnel oder durch den St. Gotthard-Tunnel bis Bellinzona. Mit der Bahn fährt man von Deutschland nach Locarno oder Bellinzona.
  • Land & Leute: Das Tessin, italienisch Ticino, ist der südlichste Schweizer Kanton. Es hat seinen Namen vom Fluss Ticino, der am Nufenenpass entspringt. Von den rund 350 000 Einwohnen lebt die Hälfte in den Städten Lugano, Locarno, Bellinzona (Kantonshauptstadt) und Chiasso. Amtssprache und Muttersprache für die Ticinesi ist Italienisch.

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