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EM 2016: Italien gegen Belgien nur Außenseiter bei Euro 2016

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EM 2016  

Italien vor EM-Auftakt nur Außenseiter

14.06.2016, 12:33 Uhr | dpa

EM 2016: Italien gegen Belgien nur Außenseiter bei Euro 2016. Italiens Coach Antonio Conte flüchtet sich in die Rolle des Underdogs.

Italiens Coach Antonio Conte flüchtet sich in die Rolle des Underdogs. Foto: Daniel Dal Zennaro. (Quelle: dpa)

Lyon (dpa) - Die große Fußball-Nation Italien macht sich ganz klein. Der viermalige Weltmeister sieht sich vor dem wegweisenden EM-Auftakt gegen Belgiens goldene Generation nur als Außenseiter.

Der Gegner um Star Kevin De Bruyne, der erstmals seit 1984 wieder sportlich für eine EM qualifiziert ist, träumt dagegen vom Finale. "Sicherlich treffen wir auf einen der Favoriten", sagte Italiens Nationaltrainer Antonio Conte vor der Partie am Montag (21.00 Uhr) in Lyon. "Es ist eine Mannschaft mit vielen jungen Talenten, die sich enorm weiterentwickelt hat."

Mit dieser Meinung steht Conte nicht alleine da. Die Erwartungen in der Heimat an Belgiens "phänomenale Generation", wie Conte sie nennt, sind hoch. Selbst Weltmeister-Trainer Joachim Löw sagte vor Turnierbeginn: "Belgien zählt zu den absoluten Favoriten".

Trainer Marc Wilmots, der 2000 beim bisher letzten EM-Auftritt der Belgier im eigenen Land als Spieler dabei war, kann auf eine ganze Reihe begabter Kicker zurückgreifen. Neben De Bruyne zählen auch Stars wie Eden Hazard (Chelsea) oder Divock Origi (Liverpool) zum Team. "Es ist ein Moment, auf den jeder in Belgien gewartet hat. Die ganze goldene Generation wartet darauf", sagte Hazard.

"Wir müssen bei jedem Spiel, bei jedem Training alles geben - dann ist auch für uns das Finale möglich", prophezeite Origi. Doch der Respekt vor Italien - immerhin 2012 noch im Finale gegen Spanien und Halbfinal-Sieger gegen Deutschland - ist groß bei den Roten Teufeln.

"Ich denke, dass sie uns das Leben sehr schwer machen werden. Sie haben viel Qualität in ihren Reihen", sagte Mittelfeldspieler Mousa Dembélé. Und Wilmots gab zu: "Mir wäre es lieber gewesen, erst im dritten Gruppenspiel auf Italien zu treffen." Er warnte: "Sie sind sogar noch gefährlicher, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen."

Dabei schleppt Italiens Nationalcoach Conte eine Reihe von Problemen in sein erstes und letztes Turnier als Cheftrainer. Zwar ist die Abwehr um Kapitän, Routinier und Torhüter Gianluigi Buffon sowie die Juventus-Profis Giorgio Chiellini, Andrea Barzagli und Leonardo Bonucci weiter ein Prunkstück, dafür fehlen ein echter Torjäger und große Stars.

"Es gibt einen Favoriten auf dem Papier, aber es zählt das Spiel. Die Partie muss erst noch gespielt werden und darauf setzen wir", äußerte sich Conte kämpferisch. Auch Kapitän Buffon sagte: "Wir wollen auf dem Platz zeigen, dass wir die Prognose wiederlegen können und eine konkurrenzfähige Mannschaft sind."

Wie das Erfolgsrezept der Azzurri aussehen könnte, plauderte Stürmer Lorenzo Insigne unter der Woche aus: "Sicherlich werden wir sie angreifen, weil sie in der Abwehr nicht sehr kompakt stehen", sagte er über die Verteidigung, in der Kapitän Vincent Kompany verletzt fehlt.

Die Aussagen kamen bei Wilmots gar nicht gut an. "Dass Belgien über die Verteidigung zu packen ist? Das werde ich mit meinen Spielern besprechen, den Artikel lasse ich ausdrucken und in der Kabine aufhängen", konterte der frühere Schalke-Profi. "So kann ich meine Spieler noch mehr motivieren."

Beide Teams hoffen auf drei Punkte, die in der schweren Gruppe E mit Schweden und Irland enorme Bedeutung haben könnten. "Ein Sieg zum Auftakt würde uns einen Schub geben, uns antreiben", sagte Dembélé. Italiens Abwehrspieler Angelo Ogbonna betonte, ein Erfolg sei gut fürs Selbstvertrauen.

Italien hat zwar seit 2000 kein EM-Auftaktspiel mehr gewonnen, kassierte in seinen insgesamt 21 Endrunden-Gruppenspielen auch nur zwei Niederlagen. Trotz des Pessimismus in der Heimat spüren die Azzurri die Erwartungshaltung der Fans. Conte betonte, er empfinde vor seinem ersten Turnier "Stolz, Freude und Verantwortung". Der Ex-Dortmunder Ciro Immobile sagte: "Wir sind Italien, da gibt es immer Druck, weil wir eine große Fußball-Nation sind."

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