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EM 2016: UEFA droht England und Russland mit Ausschluss

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Nach massiven Krawallen  

UEFA droht England und Russland mit EM-Ausschluss

12.06.2016, 20:45 Uhr | sid, dpa

EM 2016: UEFA droht England und Russland mit Ausschluss. Straßenschlacht: In Marseille gerieten englische und russische Randalierer aneinander. (Quelle: AP/dpa)

Straßenschlacht: In Marseille gerieten englische und russische Randalierer aneinander. (Quelle: AP/dpa)

Nach den brutalen Jagdszenen von Marseille und Nizza hat die UEFA mit großer Schärfe reagiert und England und Russland einen historischen Turnierausschluss angedroht. Sollte sich die Fangewalt vom Wochenende wiederholen, müssen beide Mannschaften mit der sofortigen Heimreise von der EM in Frankreich rechnen, teilt die Europäische Fußball-Union nach einer Krisensitzung ihres Exekutivkomitees mit.

Man werde "nicht zögern" weitere Sanktionen gegen die Verbände zu verhängen, "inklusive der möglichen Disqualifikation der betreffenden Teams vom Turnier, sollte sich die Gewalt wiederholen", hieß es in einem UEFA-Statement.

Emotionale Vorträge bei Sitzung

Die Randale in den südfranzösischen Metropolen hatte den Auftakt der EM überschattet und neue große Sorgen um die Sicherheit bei dem Mammut-Turnier in Frankreich ausgelöst. Mit Entsetzen und Abscheu reagierten Politiker und die Turnier-Verantwortlichen auf die Ereignisse um vornehmlich russische und englische Fans am Samstagabend mit mindestens 44 Verletzten und zahlreichen Festnahmen, die sogar die große Terrorangst zum EM-Startwochenende in den Hintergrund drängten.

Foto-Serie mit 4 Bildern

Bei der mehrstündigen Sondersitzung des Exekutivkomitees soll es zu emotionalen Vorträgen mehrerer Mitglieder gekommen sei. "Viele haben die Schnauze richtig voll von diesen Dingen", berichtete ein Sitzungsteilnehmer. Erste Sondermaßnahmen beschloss das Gremium um das deutsche Mitglied Wolfgang Niersbach mit mehr Sicherheitskräften in den Stadien schon für die Partien am Sonntag - darunter auch für das deutsche Auftaktspiel am Abend gegen die Ukraine in Lille.

Rassistische Ausfälle

Zuvor hatte bereits die Disziplinarkommission ein Verfahren gegen den russischen Verband wegen der Krawalle im Stade Vélodrome eröffnet. Das Gremium um den deutschen Richter Hans Lorenz ermittelt wegen Fanausschreitung, dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern und rassistischen Ausfällen. Bis zum Dienstag soll das Urteil stehen - und damit noch vor dem zweiten Spiel der Russen am Mittwoch in Lille gegen die Slowakei.

"Die UEFA drückt ihre große Abscheu für die gewaltsamen Auseinandersetzungen aus, zu denen es im Stadtzentrum von Marseille gekommen ist, und seine ernsthafte Besorgnis über die Vorfälle am Ende des Spiels innerhalb des Stade Vélodrome", hieß es am Sonntag vom Kontinentalverband. "Diese Art von Verhalten ist völlig inakzeptabel und hat keinen Platz im Fußball."

Wiederholungstäter

Doch auch der englische Verband bekam noch am Sonntag Post von der UEFA. Laut Statuten kann das Exekutivkomitee Warnungen aussprechen, die dann bis zu einem Turnierausschluss führen können, wenn sich Vorfälle auch außerhalb der Stadien wiederholen. Diese Drohkulisse hatte die UEFA im Jahr 2000 gegen England nach Krawallen im belgischen Charleroi aufgebaut. Die Disziplinarregeln sehen sonst nur Strafen für Fehlverhalten in und direkt um das Stadion vor.

Krawalle bei EM 
FA-Boss Glenn: "UEFA hält Russland für schuldig"

Der Generalsekretär des englischen Verbands ist bestürtzt über die Ausschreitungen. Video

Russland war wegen Fanvergehen ähnlicher Art bei der EM 2012 mit Geldstrafen und einer Androhung von Punktabzug belegt worden. Bei ihrer Urteilsfindung schauen die UEFA-Richter auch auf das Verhalten innerhalb der vergangenen fünf Jahre.

Randale auch in Nizza

Die Polizeipräfektur in Marseille, wo ein Brite lebensgefährlich verletzt wurde, vermeldete insgesamt 35 Verletzte und zehn Festnahmen. Diese Zahlen scheinen angesichts der Bilder von wilden Prügelszenen und Tränengaseinsatz der Polizei noch sehr gering.

Aus Nizza meldeten die Behörden am Vorabend der Partie Nordirland gegen Polen Fan-Krawalle, die von 20 bis 30 einheimischen Ultras provoziert worden seien. Die Bilanz dort: Neun Personen mussten ins Krankenhaus, drei weitere wurden festgenommen.

Deutsche Krawalle

Der Imageschaden für die EM ist immens. Zumal weitere Krawalle zu befürchten sind. Am Mittwoch und Donnerstag spielen Russen und Engländer in Lille beziehungsweise Lens ihre nächsten Gruppenspiele in zwei EM-Nachbarorten. Auch die deutsche Partie gegen Polen am Donnerstag in Saint-Denis gilt als Risiko-Spiel.

Gewalt in Marseille 
Heftige Krawalle in Marseille während EM-Spiel

Rund um die Partie England-Russland kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Video

Die Warnung der UEFA ist auch als Signal an andere Verbände zu verstehen. Zu den bislang Festgenommenen gehören auch ein Deutscher und ein Österreicher. Am Sonntag wurden Hooligans aus Dresden auf dem Weg nach Lille von der Polizei nahe Trier gestoppt.

Im Vorfeld des deutschen Auftaktspiels gegen die Ukraine kam trotz aller Bemühungen der Sicherheitskräfte zu Ausschreitungen im Stadtzentrum von Lille. Mehr als 50 deutsche Hooligans griffen in der Nähe des Bahnhofs ukrainische Fans an. Das bestätigte Volker Goll, stellvertretender Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS).

"Die französische Polizei hat sehr spät eingegriffen", sagte Goll. Die KOS begleitet die deutschen Fans in Frankreich. Nach Augenzeugenberichten flogen vor den Straßencafés Flaschen und Stühle.

Eskalation vor dem Abpfiff

In Marseille war es den dritten Tag in Serie zu Gewaltszenen in der Stadt gekommen. Im Stadion eskalierte die Situation kurz vor dem Abpfiff: Augenscheinlich russische Anhänger gingen auf englische Fans los, die in benachbarten Blöcken saßen, und prügelten wild auf diese ein. Dabei flüchteten die Attackierten über Zäune in den Innenraum.

Die UEFA räumte nun die unzureichende Trennung der Fangruppen ein. Besonders hier sollen die Vorkehrungen mit mehr und intelligenter eingesetzten Stewards verbessert werden. Die Polizei soll aber weiter nur nicht sichtbar in den Arenen bereitstehen. Zu einem möglichen Einsatz von Soldaten äußerte sich die UEFA nicht.

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