Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball >

Babak Rafati spricht im TV über seinen Suizid-Versuch

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Rafati: "Ich musste mir viele böse Dinge anhören"

22.03.2013, 14:15 Uhr | dpa

Babak Rafati spricht im TV über seinen Suizid-Versuch. Babak Rafati verwarnt Pavel Progebnyak, damals im Dress des VfB Stuttgart. (Quelle: imago/Avanti)

Babak Rafati verwarnt Pavel Progebnyak, damals im Dress des VfB Stuttgart. (Quelle: Avanti/imago)

Heftige Mobbing-Anschuldigungen gegen die Schiedsrichter-Chefs Herbert Fandel und Hellmut Krug und Selbstvorwürfe - der erste TV-Auftritt von Babak Rafati nach seinem Suizidversuch hat einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Der frühere Bundesliga-Referee, bei dem eine schwere Depression festgestellt wurde, wiederholte in der ARD-Sendung Beckmann seine Angriffe gegen die früheren Kollegen. "Die Führung hat mir übelst mitgespielt", sagte Rafati in der ausgestrahlten Sendung.

Ähnlich wie zuvor in einem "Stern"-Interview schilderte der 42-Jährige aus Hannover, der ruhig und fast regungslos auf einem Stuhl im TV-Studio saß, sehr detailliert seine Depressions-Erkrankung und den Druck im Schiedsrichter-Wesen. Rafati bekräftigte, dass er sich über längere Zeit von Fandel "menschenunwürdig, sehr kalt und persönlich verletzend" behandelt gefühlt habe - "man hat mich systematisch gemobbt". Die Ereignisse rund um den 19. November 2011, als er sich in einem Kölner Hotel das Leben nehmen wollte, hat der frühere FIFA-Unparteiische in einem Buch festgehalten.

Fandel reagiert betroffen

Fandel hatte als Vorsitzender der DFB-Schiedsrichterkommission bereits zuvor betroffen auf die Vorwürfe reagiert und sie zurückgewiesen. Auf den Einwand des Fernsehmoderators Reinhold Beckmann, mit seinen Schilderungen würde er doch Fandel an den Pranger stellen, antwortete Rafati ausweichend: "Ich kann mir vorstellen, dass es für alle Beteiligten nicht gut ist."

Zugleich betonte der Bankkaufmann, dass er niemandem die Schuld an seinem Suizidversuch vor 16 Monaten gebe. "Das sind keine Vorwürfe. Ich habe niemanden verantwortlich gemacht", sagte Rafati. "Ich sehe niemanden als Täter und mich selbst als Opfer. Darum geht es mir gar nicht. Mir geht es einfach darum, diese Missstände in diesem Bereich, in dem ich tätig war, aufzudecken."

Rückendeckung für Fandel

Fandel hat unterdessen von einem prominenten Schiedsrichter-Quartett aus der Bundesliga Rückendeckung erhalten. Wolfgang Stark, Knut Kircher, Peter Gagelmann und Deniz Aytekin wiesen auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Kritik an ihrem Vorgesetzten zurück.

"Die Kommission um Herbert Fandel pflegt einen offenen und respektvollen Umgang mit uns Schiedsrichtern", erklärte Aytekin. "Ich persönlich habe nie verletzende Äußerungen durch ein Mitglied der Schiedsrichter-Kommission erfahren oder mitbekommen. Herbert Fandel ist ein guter Chef, der uns wie die anderen Mitglieder der Kommission auch, fördert und fordert."

"Ich wollte kein Feigling sein"

Während seiner Schiedsrichter-Zeit stand Rafati, der erste DFB-Referee mit Migrationshintergrund, häufiger in der Kritik. "Ich musste mir viele böse Dinge anhören, das hat mich verletzt", berichtete Rafati. Die Pfeife legte er aber nicht aus der Hand. "Es war mein Fehler, dass ich nicht ausgestiegen bin. Ich wollte kein Feigling sein. Als starker Mann hat man keine Chance, Gefühle zu zeigen", räumte er ein.

Seine Krankheit wurde erst nach dem Suizidversuch festgestellt. Bei der anschließenden Therapie, zunächst in einer geschlossenen Anstalt, später im Klinikum Wahrendorff bei Hannover, unterstützte ihn seine Frau. "Sie gibt mir Halt. Die Therapie war eine unwahrscheinliche Hilfe", sagte der frühere Schiedsrichter.

Weiterhin in Behandlung

Rafati befindet sich weiterhin in Behandlung. Sein Beruf bei der Bank ruht, er nimmt sich Zeit. "Ich bin auf einem gute Weg", stellte er fest. Im Stadion ist er seit November 2011 nicht mehr gewesen, das kann sich in Zukunft aber ändern. "Fußball bleibt ein Teil meines Lebens", versicherte Rafati.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal