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Ein Viertel der Proifs mit Schulden nach Karriereende

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"Da bricht eine kleine Welt zusammen"  

Ein Viertel der Profis mit Schulden nach Karriereende

27.12.2013, 11:36 Uhr | t-online.de, sid

Ein Viertel der Proifs mit Schulden nach Karriereende. Was bleibt, nachdem Profis ihre Schuhe an den Nagel hängen? (Quelle: imago)

Was bleibt, nachdem Profis ihre Schuhe an den Nagel hängen? (Quelle: imago)

Die Spielergewerkschaft VdV sorgt sich um die finanzielle Absicherung der Profifußballer in Deutschland. Der Traum vom großen Geld erfülle sich nur für einen kleinen Teil. "Zehn Prozent aller Fußballer - und da reden wir wirklich nur von den Top-Profis - können vielleicht von sich behaupten, dass sie für später ausgesorgt haben. Rund ein Viertel aller Spieler hingegen hat am Ende der Karriere Schulden und damit große Sorgen", sagte VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky der "Welt".

Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler vertritt die Interessen von rund 1200 Kickern. Gerade jungen Spielern werde viel zu oft vorgegaukelt, dass der Job als Fußballprofi auch eine Qualifikation für die Zeit nach der aktiven Karriere sei. Baranowsky: "Die Spieler im U23-Bereich haben oft völlig falsche Vorstellungen vom Leben - insbesondere dem Berufsleben."

Plan B entwickeln

Es sei ja legitim, dass 90 Prozent nach der Karriere im Bereich Fußball bleiben wollten, sagt Baranowsky. Das sei aber mathematisch schon mal schwierig, "weil die Jobs sehr begrenzt sind und zudem Qualifikationen erfordern, die hart erworben werden müssen. Das gilt es, den Spielern klarzumachen - und auch den Eltern. Es muss frühzeitig ein Plan B entwickelt werden."

Insbesondere Profis, die unterhalb der ersten beiden Ligen aktive sind, müssten finanziell teils heftige Einbußen hinnehmen, wie ein Beispiel eines aktuellen Drittligisten zeigt: "Ein ehemals ruhmreicher Traditionsklub hat beispielsweise kürzlich einem gestandenen Profi aus unserem Trainingscamp für vereinslose Spieler 1.000 Euro monatlich für einen Vollzeitjob als Mittelfeldmotor geboten. In so einem Fall bleibt nix über, da muss man Eltern und Freunde haben, die einen unterstützen", sagte Baranowsky.

Berater im Zwielicht

Schuld an der Misere sind seiner Meinung nach auch die Berater der Fußballer: "Im Großen und Ganzen geht es den meisten hauptsächlich darum, einen Transfer einzufädeln und dafür Provision zu bekommen. Wir sehen es oft bei Profis, die irgendwann nicht mehr vermittelbar sind, wie der Eifer der Berater nachlässt." Dann stünden die Spieler plötzlich allein da. "Jungs, die mal gut und umringt von Schulterklopfern waren, verspüren plötzlich eine große Leere", so Baranowsky. Einige Berater gingen dann nicht mal mehr ans Telefon. Baranowsky: "Da bricht für einige Spieler eine kleine Welt zusammen, weil sie geglaubt haben, dass die Beziehung zum Berater eine Freundschaft war. Das ist ein Trugschluss."

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