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Lewis Holtbys WM-Traum geplatzt: "Schade, nicht dabei zu sein"

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WM-Traum geplatzt  

Lewis Holtby: "Ich werde jetzt nicht alles in Frage stellen"

09.05.2014, 19:35 Uhr | mw, t-online.de

Lewis Holtbys WM-Traum geplatzt: "Schade, nicht dabei zu sein" . Nationalspieler Lewis Holtby will in der nächsten Saison wieder in Sachen Nationalelf angreifen. (Quelle: imago/HochZwei/Syndication)

Nationalspieler Lewis Holtby will in der nächsten Saison wieder in Sachen Nationalelf angreifen. (Quelle: HochZwei/Syndication/imago)

Lewis Holtby steht am Ende einer turbulenten Saison. Der ehemalige Bruchweg-Boy, der lange Zeit auf einer wahren Euphorie-Welle von Karrierehöhepunkt zu Karrierehöhepunkt gespült wurde,  hat in dieser Saison erfahren, dass das Profigeschäft auch Schattenseiten hat. In nur einem Jahr erlebte er vier Trainer, zwei Vereine und am Ende den bitteren Abstieg mit dem FC Fulham. Zu allem Überfluss wurde er – letztlich fast schon folgerichtig – nicht für den WM-Kader nominiert.

Trotz dieser Rückschläge blickt der 23-Jährige im Gespräch mit T-Online.de optimistisch in die Zukunft. Er nennt Gründe für seine Nichtberücksichtigung und spricht über die Zeit nach der Sommerpause.

T-Online.de: Herr Holtby, wie oft haben Sie in den letzten Tagen auf Ihr Handy geschaut und gehofft, dass der Bundestrainer anruft?

Lewis Holtby: Die Hoffnung war natürlich da, aber es war jetzt nicht so, dass ich pausenlos auf einen Anruf gewartet habe. Letztlich hat mein Handy leider nicht geklingelt und es ist sehr schade, bei einem solch tollen Ereignis nicht dabei sein zu dürfen. Dennoch werde ich mich jetzt nicht verkriechen, sondern weiter positiv nach vorne sehen und mich in der nächsten Saison wieder präsentieren. Es sollte einfach nicht sein.

Woran hat es letztlich gelegen, dass Sie nicht nominiert wurden – noch nicht mal für das Länderspiel gegen Polen, in dem viele Reservisten zum Einsatz kommen?

Man sollte bei aller subjektiven Träumerei auch realistisch sein. Ich habe hier bei Fulham in England gespielt und bin abgestiegen. Da spielt die Entfernung auf jeden Fall eine Rolle.

Haben es Bundesliga-Spieler also leichter, in den Fokus des Bundestrainers zu rücken?

Die Wahrnehmung eines Spielers im englischen Abstiegskampf ist natürlich eine ganz andere als die eines Spielers, der jede Woche in der Bundesliga spielt. Das ist doch ganz klar. Und absolut verständlich.

Kader-Nominierung 
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Es ist auffällig, dass in Julian Draxler, Leon Goretzka und Max Meyer gleich drei Schalker Mittelfeldspieler, die allesamt jünger sind als Sie, im vorläufigen Kader stehen. Glauben Sie, dass Sie dabei wären, wenn sie noch in Gelsenkirchen spielen würden?

Natürlich ist mir das auch aufgefallen und ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, was hätte sein können, wenn ich bei Schalke geblieben wäre.

Doch diese ganzen Spekulationen bringen ja nichts. Ich beglückwünsche die vielen jungen Spieler, die dabei sind. Das ist eine große Ehre für sie.

Sie klingen frustriert. War der Wechsel nach England im Nachhinein betrachtet ein Fehler?

Auf keinen Fall! Ich sage klipp und klar, dass der Schritt nach England für mich und meine Persönlichkeitsentwicklung absolut richtig war und ich nach wie vor froh bin, diese Entscheidung so getroffen zu haben. Ich werde wegen einer Enttäuschung, die jetzt sicherlich da ist, nicht alles in Frage stellen. Denn eins steht ja auch fest: Die Welt geht von einer WM ohne Lewis Holtby mit Sicherheit nicht unter.

Haben Sie denn mit Joachim Löw persönlich gesprochen?

Nein, es gab keinen Kontakt. Aber ich bin ja erst 23 Jahre alt und hoffe, dass der Nationalmannschafts-Zug für mich noch nicht ganz abgefahren ist. Ich stehe am Ende einer Saison, die sicherlich nicht optimal, aber sehr lehrreich war. Sportlich war das definitiv nicht der Höhepunkt meiner Karriere, dafür habe ich einiges gelernt. Und letztlich zählt für mich der Mensch mehr als der Erfolg. Wir haben jetzt noch ein Spiel, dann fahr ich in den Urlaub und denke mal überhaupt nicht an Fußball. Danach greife ich wieder voll an. Auch in Richtung DFB-Elf.

Offiziell kehren Sie nach der Sommerpause erst einmal zu Tottenham zurück. Ist das noch der Stand der Dinge?

Das ist richtig. Stand jetzt gehe ich im Sommer erst einmal zurück zu Tottenham, denn dort habe ich noch einen laufenden Vertrag. Natürlich ist es aber wichtig, dort auch eine Perspektive zu haben. Andernfalls muss man sich natürlich Gedanken machen und nach Lösungen suchen.

Ist auch ein Wechsel zurück in die Bundesliga denkbar?

Denkbar ist generell vieles und die Bundesliga hat natürlich Ihren Reiz. Daher kann und möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt nichts ausschließen. Ob und wann eine Rückkehr dann zu Stande kommt, steht in den Sternen. Ich bin von meinen Qualitäten nach wie vor überzeugt und möchte diese auch zeigen. Und zwar Woche für Woche auf gutem Niveau. Das ist das Wichtigste.

Bis es soweit ist, findet erst einmal noch die WM statt. Werden Sie diese trotzdem verfolgen?

Natürlich schaue ich mir die Weltmeisterschaft an, das ist doch ganz klar. Ich bin in diesem Sinne ja auch ein Fußball-Fan und freue mich auf dieses Turnier wie jeder andere auch. Ich werde gemeinsam mit meinen Kumpels vor dem Fernseher mitfiebern und hoffe auf einen schönen Sommer. Das ist doch auch was.

Wie beurteilen Sie denn die Titelchancen der DFB-Elf?

Ich drücke den Jungs natürlich die Daumen und glaube fest daran, dass sie den Pokal nach Hause holen. Vielleicht darf ich ihn dann ja auch mal anfassen. (lacht)

Das Interview führte Mark Weidenfeller 

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