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1. FC Lokomotive Leipzig: Mario Basler spricht nach Platzsturm von "kriegsähnlichen Zuständen"

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Nach Platzsturm von Lok-Leipzig-Hools  

Mario Basler: "Ich habe kriegsähnliche Zustände gesehen"

15.06.2015, 20:10 Uhr | t-online.de, sid

1. FC Lokomotive Leipzig: Mario Basler spricht nach Platzsturm von "kriegsähnlichen Zuständen". Beim Platzsturm einiger Leipziger Anhänger steht Lok-Sportdirektor Mario Basler (re.) hilflos im Getümmel. (Quelle: imago/Karina Hessland )

Beim Platzsturm einiger Leipziger Anhänger steht Lok-Sportdirektor Mario Basler (re.) hilflos im Getümmel. (Quelle: Karina Hessland /imago)

Frust und Fassungslosigkeit bei Lok Leipzig: Nach den schweren Ausschreitungen mit dem Platzsturm von rund 50 Chaoten während des Saisonfinales bei RW Erfurt (0:2) haben Sportdirektor Mario Basler und Trainer Heiko Scholz ihre Zukunft offen gelassen. Der Verein steht vor einem Scherbenhaufen. "Ich habe kriegsähnliche Zustände gesehen. Die Bilder kommen immer wieder. Die waren entschlossen, über Leichen zu gehen", sagte Basler im interview mit der "Bild".

"Die 50, 60 Leute auf dem Platz waren die, die wir vor einem Jahr aus dem Verein ausgesperrt haben, die haben diese Plattform genutzt, um sich in den Vordergrund zu spielen. Richtige Fans schlagen doch nicht die eigenen Spieler. Ein paar Verrückte stürmen vielleicht auch mal den Platz. Die würden aber nie die eigene Mannschaft angreifen," so Basler weiter.

Baslers weinende Kinder rufen ihren Vater an

Er habe schon viele Dinge erlebt, allerdings sei dies mit Abstand das Schlimmste gewesen. "Ich hatte Angst, die waren zu allem bereit, nahmen auf nichts Rücksicht. Das waren gewaltbereite Schwerverbrecher. Ich würde diese Menschen alle einsperren, wie teilweise in England oder Italien. Nicht nur für sechs Wochen sondern für ein Jahr." Basler habe nach dem Chaos mehrere Anrufe seiner aufgebrachten Kinder erhalten. "Wenn du Anrufe kriegst, wo sie am Telefon weinen, da musst du dir ernsthaft Gedanken machen."

Trainer Scholz übernimmt Verantwortung

Der zuständige Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) in Berlin eröffnete ein Sportstrafverfahren und ließ sich die Berichte der Sicherheitsaufsicht sowie des Schiedsrichters zuschicken. Laut NOFV drohen im Fall von unsportlichen Verhaltens der Fans harte Sanktionen wie Punktabzüge, Platzsperren und Geldstrafen von bis zu 20.000 Euro.

Trainer Scholz übernahm nach dem schwachen sportlichen Auftritt seiner Spieler Verantwortung für die chaotischen Zustände. "Das Verhalten der Randalierer ist unentschuldbar, aber wenn wir besser spielen, passiert das alles nicht", sagte der frühere Bundesliga-Profi der "Leipziger Volkszeitung". "Die Mannschaft war dem Druck nicht gewachsen", sagte Scholz über seine Elf, die nun weiter in der Oberliga auflaufen wird.

Randalierende Leipziger Fans hatten in der 75. Minute beim Stande von 0:2 den Platz gestürmt und so einen Spielabbruch provoziert. Lok hätte mit einem Sieg in Erfurt Platz drei und damit noch die Regionalliga-Relegation erreichen können.

Basler: "Mir hat einer auf den Brustkorb gehauen"

Der Coach ließ seine Zukunft offen. "Die Euphorie im Verein ist auf einen Schlag weg, da macht man sich natürlich Gedanken." Ein Rückzug von Scholz würde den Klub schwer treffen. Der frühere Bundesliga-Profi von Bayer Leverkusen und Werder Bremen hat viel Arbeit in den Klub gesteckt und für die neue Saison bereits eine neue Mannschaft geformt. Sieben neue Spieler hatte der 49-Jährige zu Lok gelotst.

Zuvor hatte bereits Basler seinen Verbleib in Frage gestellt. "So etwas, dass auch Verantwortliche und Spieler angegangen wurden, das habe ich so noch nie erlebt. Ich muss mir Gedanken machen, ob es in dieser Form noch Sinn für mich macht, hier weiter zu arbeiten", sagte der Ex-Nationalspieler, der selbst tätlich angegangen wurde.

"Ich habe versucht, mit den Jungs zu reden. Aber mit denen kannst du nicht reden, das war egal. Mir hat einer auf den Brustkorb drauf gehauen mit voller Wucht. Schmerzen habe ich keine, ich war ja ein bisschen vorbereitet, hatte eine gewisse Körperspannung. Dann kam ja auch schon die Polizei und hat diesen jungen Mann weg genommen. Aber klar: Im ersten Moment bist du geschockt", schilderte Basler den Angriff.

"Wir werden mit aller Konsequenz gegen diese Verbrecher vorgehen. Die werden auf jeden Fall lebenslang Stadionverbot bekommen und werden in Regress genommen. Bilder, Videos und Augenzeugen werden uns dabei helfen. Der Imageschaden ist enorm. Das wird uns um ein Jahr zurückwerfen", so Basler.

Chaoten skandieren "Sieg oder Spielabbruch"

Besonders bitter für den Verein: 2200 Fans hatten den Klub nach Erfurt begleitet. Der größte Teil verhielt sich friedlich, nur ein paar Dutzend Krawallmacher brachten den Verein in Verruf. "Die "Vollidioten", so Basler, stürmten das Feld, riefen "Sieg oder Spielabbruch", lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, warfen mit Steinen und Flaschen und zündeten Pyrotechnik. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein, es gab 31 Verletzte, acht von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

"Das ist das Schlimmste, was uns passieren konnte", sagte Lok-Vorstandsmitglied René Gruschka am Tag danach. Der Klub rechnet mit einer saftigen Geldstraße, zudem sei die Arbeit der letzten zweieinhalb Jahren mit einem Schlag zerstört worden. Lok wollte mit den Ex-Profis Basler und Scholz im Schatten des Zweitligisten RB sportlich Schritt für Schritt nach oben und zur echten Alternative in Leipzig werden.

Lok-Präsidium will "Kopf nicht in den Sand stecken"

Am Montagabend traf sich das Präsidium des Klubs zu einer Krisensitzung. Dabei sollten die Täter anhand von Foto- und Videomaterial ermittelt und für den Schaden haftbar gemacht werden. Im Gegensatz zu Scholz und Basler denkt das Präsidium nicht ans Aufhören. Gruschka: "Jetzt den Kopf in den Sand zu stecken, wäre völlig verkehrt."

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