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Sion-Präsident will Sportgerichtbarkeit kippen

28.12.2011, 08:13 Uhr | t-online.de

Präsident des FC Sion will Sportgerichtbarkeit kippen. Christian Constantin kämpft gegen die Macht von FIFA und UEFA. (Quelle: imago)

Christian Constantin kämpft gegen die Macht von FIFA und UEFA. (Quelle: imago)

Bahnt sich da eine Revolution im Fußball an? Christian Constantin, Präsident des Schweizer Erstligisten FC Sion, lehnt sich gegen die beiden großen Verbände FIFA und UEFA auf und will die Macht der Sportgerichte kippen. "Wenn sich niemand wagt, gegen die Diktatur der beiden bedeutenden Fußballverbände aufzulehnen, dann mache ich es halt", sagte Constantin der "Bild".

Würde sich der Schweizer mit seiner Forderung durchsetzen, könnte theoretisch jede Entscheidung eines Sportgerichts, zum Beispiel über eine Sperre nach einer Roten Karte, vor einem ordentlichen Gericht angefochten werden. Infolge dessen könnten lange Verfahren und verspätete, sportliche Entscheidungen drohen. Vor diesem Szenario warnt der bekannte Sport-Anwalt Christoph Schickhardt, der regelmäßig Bundesliga-Klubs vor Gericht vertritt: "Der Fußball ist nur in einer bestimmten Ordnung zu organisieren. Ich meine, dass das Recht des Fußballs Gültigkeit hat. Man benötigt im Fußball schnelle Entscheidungen."

Schwelender Konflikt mit FIFA und UEFA

Der Grund für das Vorpreschen des Präsidenten von Sion liegt in einem seit Monaten schwelenden Konflikt seines Vereins mit FIFA und UEFA. Der Weltverband hatte 2009 ein Transferverbot gegen den Klub verhängt, weil dieser einen Spieler zum Vertragsbruch angestiftet hatte. Sion verpflichtete vor Ablauf des Verbots sechs neue Spieler und setzte diese auch in der Europa League ein. Die UEFA sperrte den Klub daraufhin für europäische Wettbewerbe, ignorierte auch eine erfolgreiche Klage Sions vor einem Schweizer Gericht und erhielt dafür Unterstützung vom Internationalen Sportgerichtshof CAS.

"Wird Zeit, dass Blatter und Platini verschwinden"

Die FIFA will nun, dass der Schweizer Fußball-Verband SFV den Fall löst. Andernfalls droht den Schweizer Klubs der Ausschluss aus den internationalen Wettbewerben. Darunter würde auch der FC Basel, Achtelfinal-Gegner des FC Bayern in der Champions League, fallen. Auch dagegen will Constantin, sollte es soweit kommen, rechtlich vorgehen. Sein Ziel formuliert er in aller Deutlichkeit: "Es wird Zeit, dass die verantwortlichen Herren um Blatter und Platini endlich verschwinden."

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