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Ernst Tanner: "Das ist das Grundübel in Hoffenheim"

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Ernst Tanner: "Das ist das Grundübel in Hoffenheim"

19.09.2012, 12:34 Uhr | t-online.de

Ernst Tanner: "Das ist das Grundübel in Hoffenheim". Ernst Tanner folgte Ralf Rangnick (re.) von Hoffenheim nach Salzburg zu Red Bull. (Quelle: imago)

Ernst Tanner folgte Ralf Rangnick (re.) von Hoffenheim nach Salzburg zu Red Bull. (Quelle: imago)

Ist der Standort Salzburg wichtiger als Leipzig?
Im Prinzip nein. Aber es liegt schon in der Natur der Sache, dass Salzburg schon ein besonderer Standort ist, weil sich hier die Konzernzentrale von Red Bull befindet. Salzburg ist aktuell führend. Aber Leipzig kann ein sehr interessanter Standort werden, weil allein schon im deutschen Fußball durch die Bundesliga andere Möglichkeiten herrschen als in Österreich. Nichtsdestotrotz wollen wir an beiden Orten Leistungszentren haben, an denen eine gute Ausbildung gewährleistet wird, mit jeweils einem Verein, der auch international dabei ist. Das muss unser Ziel sein.  

Teil 1: Tanner: "Das ist das Grundübel in Hoffenheim"

Das ehrgeizige Projekt Red Bull Leipzig stagnierte zuletzt. Der Klub ist immer noch in der Regionalliga. Wie hoch ist der Druck, endlich nach oben zu kommen? 
Das ist eine Situation, die uns alle nicht glücklich macht, wenn man zweimal hintereinander den Aufstieg in die 3. Liga verpasst. Aber man kann im Fußball nichts erzwingen. Ich hatte ja vorher schon gesagt, dass wir es hier mit Menschen zu tun haben. Und diese müssen miteinander funktionieren. Das ist das Entscheidende. Selbst in der Bundesliga ist es so: Wenn es in der Mannschaft nicht passt, dann können sie investieren, was sie wollen, sie werden nicht erfolgreich sein.

Wie wichtig ist es daher, eine Gesamt-Philosophie in einem Verein zu haben?
Sie bestimmt das zentrale Handeln. Überall wo langfristig und nachhaltig gearbeitet werden soll, muss eine Philosophie stringent verfolgt werden. Sie muss so zielgerichtet ausgelegt sein, dass sie im Profibereich bestehen kann. Red Bull hat einen entscheidenden Schritt mit der Verpflichtung der handelnden Personen gemacht, die wissen, wie man so ein Projekt auch entsprechend zum Erfolg führt.

Sie deuten es an. Gemeinsam mit Ralf Rangnick haben Sie erst das Projekt Hoffenheim groß gemacht und sind jetzt bei Red Bull eingestiegen. Welche Rolle spielt der Sportdirektor Rangnick für das Vorhaben?
Es ist immer wichtig, wenn man Persönlichkeiten gewinnen kann, die schon Erfahrung haben in dem, was sie tun. Mit Ralf Rangnick steht ein Mann an der Spitze, der diese Prozesse alle schon durchlaufen hat. Er kann natürlich mit einer ganz anderen Glaubwürdigkeit auftreten. Darüber hinaus ist es natürlich für einen Jugendlichen wichtig, wenn er merkt, dass jemand den Weg schon kennt. Das verleiht eine ganz andere Authentizität  und entsprechend eine andere Handlungsfähigkeit.

Warum sollte ein Jugendlicher in eine Red-Bull-Akademie wechseln und nicht in die Nachwuchsabteilung eines Bundesligisten?
Wir werden den Übergang in die erste Mannschaft sehr gut strukturieren. In Deutschland kommen die Jugendlichen in der dritten oder vierten Liga zum Einsatz. Von dort ist der Sprung in die Bundesliga sehr hoch. Das bekommen wir in Salzburg wesentlich fließender hin. Außerdem bekommen wir jetzt noch ein Nachwuchsleistungszentrum, dasseinesgleichen sucht. Hier können wir nach den modernsten Methoden arbeiten. Das wird sich in Zukunft auch bemerkbar machen. Es gibt also viele Gründe, sich für Salzburg zu entscheiden.

Auch in Deutschland wird gut gearbeitet. Wie beurteilen sie die Nachwuchsarbeit in ihrer Heimat?
Sie zählt sicherlich weltweit zu den besten. Die Auswirkungen sieht man ja in der Bundesliga. In Deutschland haben wir in den Top-Ligen mittlerweile so junge Teams wie fast nirgendwo auf der Welt. Das ist letztendlich eine Konsequenz aus der guten Arbeit, die über Jahre hinweg in den Leistungszentren der Bundesligisten geleistet wird.

Wo stehen wir im internationalen Vergleich?
Ich würde sagen, dass wir uns sicherlich jetzt mit den Spaniern messen können und vielen anderen Nationen sind wir schon eine Nasenlänge voraus. Das ist natürlich schon eine komfortable Situation, gar keine Frage. Um den Nachwuchs braucht man sich momentan in Deutschland also nicht zu sorgen.

Gibt es noch irgendetwas, was man in der Nachwuchsarbeit in Deutschland verbessern kann?
Man wird strukturell nicht mehr viel verbessern können, da ist in den letzten Jahren schon sehr viel geschehen. Aber das Lernen wird sich ändern. Wie lernt man etwas? Methodik und Didaktik werden noch einmal einen anderen Touch bekommen. Außerdem glaube ich, dass wir taktisch immer noch dazu lernen können. Aber wir werden uns nicht mehr um 180 Grad drehen müssen, sondern werden vielmehr den Dingen den Feinschliff verpassen.

Wie beurteilen Sie als Nachwuchsexperte den Transfer von Javi Martinez. Er ist der teuerste Einkauf der Bundesliga aller Zeiten. Ist das gut für die Liga oder ist es rausgeschmissenes Geld, weil man in Deutschland genügend gute Nachwuchstalente hat?
Vom Grundsatz her ist es für die Liga immer attraktiv, wenn Hochkaräter hinzukommen. Zwar kann das in dieser Größenordnung wie bei Martinez wohl bis jetzt nur der FC Bayern leisten, aber auch die Dortmunder sind auf einem guten Weg dorthin. Die Bundesliga allgemein ist auf einem sehr guten Weg und kann Dinge tun, die vor Jahren noch als wenig sinnvoll erschienen wären.

Ein solcher Transfer ist also eher ein Kompliment für die Attraktivität der Liga.
Mittlerweile ist so viel Geld da, dass man solche Dinge realisieren kann. Und dazu haben wir es in der Bundesliga mit gesunden Vereinsstrukturen zu tun und nicht mit Investoren, die das Geld einfach so auf den Markt werfen. Das ist das Schöne und spricht für die Stärke der Liga.

Teil 1: Tanner: "Das ist das Grundübel in Hoffenheim"

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