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Real Madrid verpasst historisches Triple

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Historisches Triple verpasst  

Real Madrid vom Himmel in die Hölle

09.05.2014, 07:52 Uhr | t-online.de

Real Madrid verpasst historisches Triple. Sergio Ramos, der Held von München, sitzt enttäuscht auf dem Boden. (Quelle: imago/Cordon Press/Miguelez Sports)

Sergio Ramos, der Held von München, sitzt enttäuscht auf dem Boden. (Quelle: Cordon Press/Miguelez Sports/imago)

Von Florian Haupt

Die Stimmungen ändern sich schnell im Fußball, aber nirgendwo so schnell wie am königlichen Hof in Madrid. Noch vor einer Woche hing der Himmel voller Geigen, das erste Triple der Klubgeschichte galt nach dem triumphalen 4:0 bei den Bayern als reine Formsache. Und nun das. 2:2 gegen Valencia, 1:1 in Valladolid – die Meisterschaft verloren, die Euphorie vor dem Champions-League-Finale heruntergekühlt auf sibirische Temperaturen im Winter.

Er habe letzte Nacht noch einmal ein Video des Auftritts in München eingeschoben, um zu überprüfen, ob der wirklich stattgefunden habe, haderte ein Kolumnist der klubnahen "Marca", denn: "Es scheint ein Jahrhundert her". Beim europäischen Endspiel in Lissabon gegen den Lokalrivalen Atlético brauche es jetzt schon ein "Wunder". Ein paar Seiten weiter forderte ein Kollege gar die Entlassung von Trainer Carlo Ancelotti, eben noch der gefeierte Eroberer von München.

"Sauer auf die Mannschaft"

"Ich bin sauer auf die Mannschaft, auf uns", schimpfte derweil Spielmacher Xabi Alonso in Valladolid. Nicht nur bräuchte Real bei vier Punkten Rückstand auf Atlético und einem auf Barcelona zwei Spieltage vor Schluss zur Meisterschaft "eine kosmische Karambolage mit den Strahlen einer Supernova", wie "As" schreibt. Sondern auch und noch schlimmer: Erzrivale Barcelona hat jetzt wieder beste Titelaussichten. Die Katalanen empfangen Atlético am letzten Spieltag und würden bei Punktgleichheit dank des dann gewonnenen direkten Vergleichs vorbeiziehen.

Ronaldo verletzt 
Real Madrid schwächelt in der Meisterschaft

Gegen Valladolid springt für die Königlichen nur ein Unentschieden heraus. Video

Trotz der Abdankung eines Titelrivalen verlor in Valladolid gewissermaßen auch Atlético – die Sache versteht nur, wer sich die Abgrundtiefe der Abneigung zwischen Real und Barça bewusst macht: Hätte Real nicht gepatzt, wäre es also tabellarisch zwischen Atlético und Barça in die letzten Runden gegangen, dann hätte Barcelona sich gegen Atlético voraussichtlich nicht allzu sehr angestrengt, um Real nicht eventuell den Titel zu schenken. Selber nicht Meister zu werden, ist okay, so lange es nicht der Erzfeind wird. Mit Atlético dagegen können alle viel eher leben.

Drei Säulen verletzt

Auch beim Stadtrivalen in Spaniens Hauptstadt, dessen vorrangige Obsession ja sowieso "la décima" ist, der zehnte Sieg im wichtigsten Europapokal. Die schwärzesten Nachrichten der schwarzen Nacht von Valladolid trugen für viele Fans daher die Namen Ronaldo, Pepe und Di María – der Superstar und zwei tragende Säulen, alle beendeten die Partie verletzt. Dazu kam ein Eindruck fortgeschrittener Erschöpfung, den die Mannschaft im Estadio José Zorrilla ausstrahlte. Real geht auf dem Zahnfleisch.

"Es war eine lange Spielzeit und der Körper spürt das", sagte Verteidiger Sergio Ramos, der selbst davon allerdings ausgenommen scheint. Womöglich wegen der Vaterfreuden über seinen gerade geboren Sohn namens, ebenfalls, Sergio. Jedenfalls erzielte der Abwehrmann in den letzten vier Spielen fünf Tore, darunter bekanntlich die ersten beiden von München. In Valladolid erwies er sich nach 35 Minuten mit seinem Freistoßtor zum 1:0 sogar als Kunstschütze.

5-4-1 über die Zeit

Fortan wurde Reals Vortrag jedoch immer zaghafter, am Ende versuchte sich Ancelotti mit einer 5-4-1-Formation über die Zeit zu retten, was ihm die erwähnt schlechte Presse bescherte. Zumal der aus der Not einer ausgelaugten Elf geborene Catenaccio eben auch noch versagte, in der 85. Minute traf Osorio für Valladolid zum Ausgleich.

Für die Umstellung auf den Ligaalltag hat "uns die nötige mentale Energie gefehlt", räumt der Coach ein, der zuvor wie schon beim nervenzerreißenden Champions-League-Spiel in Dortmund (0:2) einen prominenten und extrem angespannten Gast-Trainer neben sich begrüßen durfte – Cristiano Ronaldo verfolgte das Geschehen vor Reals Ersatzbank, in deren Richtung er sich bereits nach Minuten zurückgezogen hatte: Oberschenkelprobleme, nicht das erste Mal in dieser Saison. "Er ist ein bisschen müde", hatte Ancelotti schon vor dem Spiel gewarnt, nach der Partie sprach man bei den Madrilenen jedoch von einer reinen Vorsichtsmaßnahme.

Spekulationen über Ronaldos Gesundheit

Um Ronaldos wahren körperlichen Zustand ranken sich seit Monaten viele Spekulationen, offenbar gibt es ein Schisma zwischen seinen persönlichen Ärzten und den Klubmedizinern, die ihn lieber öfter geschont hätten. Das Thema dürfte vor dem Champions-League-Finale in Lissabon noch für manche Aufregung sorgen.

In einer Kettenreaktion verletzen sich später auch noch Pepe (Wade) und Di María (Hüfte), nachdem die angeschlagenen Gareth Bale und Dani Carvajal gar nicht erst nach Valladolid mitgereist waren. Man kennt das ja: der erste verletzt sich, dann der zweite, und dann spielt der dritte verkrampft, weshalb er sich erst recht verletzt. Immerhin gab es bei Di María Entwarnung, im Fall von Pepe soll das Endspiel von Lissabon ernsthaft auf der Kippe stehen.

Xabi Alonso nicht ersetzbar

Dort fehlt der vielleicht wichtigste Mann sowieso schon, der gelbgesperrte Xabi Alonso, Kopf der Elf und verlängerter Arm von Ancelotti, ohne wirklichen Ersatz im Kader. Vom Profil her nähert sich ihm am ehesten noch sein baskischer Landsmann Asier Illarramendi an, doch auch in dieser Hinsicht brachten die jüngsten Ernüchterungen in Valladolid und zuvor gegen Valencia nur weiteres Unbill.

Der 39 Millionen Euro teure Zukauf erweist sich in den letzten Wochen als eine Art Zonk des Teams. Schon in Dortmund hätten seine Fehler beinahe das Weiterkommen gekostet, in der Pause wurde er ausgewechselt. Nun wollte ihm Ancelotti eigentlich Sicherheit verschaffen im Hinblick auf das Finale, doch der Plan ging bisher gründlich daneben. Gegen Valencia nahm ihn der Trainer nach schwacher Leistung wieder zur Halbzeit vom Feld, und in Valladolid ließ ausgerechnet Illaramendi zwölf Minuten nach seiner Einwechslung beim entscheidenden Eckball den Torschützen entwischen.

Chance für Khedira

Bliebe im Kader als Alonso-Ersatz noch der junge Brasilianer Casemiro, der in seinen Kurzeinsätzen meist überzeugte, von Ancelotti aber insgesamt so wenig berücksichtigt wurde, dass er kaum Spielpraxis hat. Sowie einer, den die Fans in Madrid schon fast vergessen hatten: Sami Khedira, der deutsche Nationalspieler.

Seit ein paar Wochen schon trainiert er nach überstandenem Kreuzbandriss wieder mit der Mannschaft. In den zwei ausstehenden, voraussichtlich bedeutungslosen Ligaspielen bei Celta Vigo und gegen Espanyol Barcelona könnte er noch Matchpraxis sammeln. Dass die Meisterschaft jetzt so gut wie sicher verloren ist, hat für Real insofern auch sein Gutes: Einer wie Khedira kann sich wieder einspielen. Und der Rest der Mannschaft ein wenig durchschnaufen. Offenbar hat er es bitter nötig.

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