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Lionel Messi zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt: Haft aber unwahrscheinlich

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Haftantritt unwahrscheinlich  

Steuerprozess: Messi zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt

06.07.2016, 19:29 Uhr | sid, dpa

Lionel Messi zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt: Haft aber unwahrscheinlich. Lionel Messi und sein Vater Horacio vor Gericht. (Quelle: imago/EFE)

Lionel Messi und sein Vater Horacio vor Gericht. (Quelle: EFE/imago)

Lionel Messi ist wegen Steuerhinterziehung zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt worden, sein Saubermann-Image ist heftig angekratzt. Der Weltfußballer wird auf dem Platz aber weiterhin zaubern dürfen.

Trotz der Strafe werden der argentinische Superstar und sein Vater Jorge Horacio nach dem Steuerprozess von Barcelona auf freiem Fuß bleiben.

Weil das Duo nicht vorbestraft ist, wird, wie in Spanien üblich, eine Haftstrafe unter zwei Jahren nicht vollstreckt. Außerdem haben Messi und sein Vater die Möglichkeit, in Berufung zu gehen. Allerdings wurde eine Geldstrafe von 3,7 Millionen Euro verhängt. Vater und Sohn sollen laut Anklage mittels Scheinfirmen in Belize und Uruguay zwischen 2007 und 2009 Steuern in Höhe von insgesamt 4,16 Millionen Euro hinterzogen haben.

Der nächste Nackenschlag

Messi musste innerhalb von zehn Tagen den zweiten heftigen Nackenschlag verdauen. Vor eineinhalb Wochen hatte Messi nach der erneuten Niederlage im Finale der Copa America gegen Chile seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Im Elfmeterschießen war der 29-Jährige mit seinem Versuch kläglich gescheitert.

Der fünfmalige Weltfußballer hatte drei Endspielniederlagen mit den Argentiniern in Folge hinnehmen müssen, darunter das WM-Finale 2014 in Rio de Janeiro gegen Deutschland (0:1 n.V.). Frustriert erklärte Messi nach dem Endspiel in East Rutherford/USA seine Demission und versetzte sein Heimatland in Aufruhr.

Sogar Staatspräsident Mauricio Macri wurde zum Bittsteller und versuchte, Messi zum Rücktritt vom Rücktritt zu bewegen. "Es ist ein Geschenk Gottes, den besten Spieler der Welt in unserem Land zu haben", hatte Macri gesagt und gezeigt, dass Messi wie ein Nationalheiligtum verehrt wird, obwohl er Argentinien im Gegensatz zu seinem Vorgänger Diego Armando Maradona keinen WM-Titel geschenkt hat. Maradona war Kapitän der argentinischen Weltmeister-Elf 1986.

Vater spielt die zentrale Rolle

Nun also der Steuerprozess, der Messi ebenfalls auf dem falschen Fuß erwischt hat. Viele Insider hatten nicht damit gerechnet, dass eine Gefängnisstrafe gegen den Barca-Star verhängt wird. Schließlich wird Messis jährliche Steuerlast in Spanien auf rund 20 Millionen Euro taxiert.

In Deutschland hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß für die Hinterziehung von rund 21 Millionen Euro eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren erhalten.

Messi hatte bei den Ermittlungen ausgesagt, sich nicht um die Steuerangelegenheiten gekümmert, sondern diese seinem Vater überlassen zu haben. "Ich habe Dinge unterschrieben, aber ich schaue nie auf die Verträge. Ich weiß nicht, was ich unterschreibe", soll Messi laut der Zeitung "El Periodico" im September 2013 ausgesagt haben. 

Messi junior: "Ich mache, was er mir sagt"

Offenbar waren Messi im Zuge der Ermittlungen verschiedene von ihm unterzeichnete Sponsorenverträge vorgelegt worden, doch Messi habe sich laut Medienberichten nicht an sie erinnern können. "Das ist etwas, das mein Vater managt. Und ich vertraue ihm", wurde der fünfmalige Weltfußballer zitiert. Er selbst konzentriere sich aufs Fußballspielen: "Ich mache, was er mir sagt."

Erst im Dezember hatte die spanische Justiz Ermittlungen gegen den Superstar des FC Barcelona wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten bei Wohltätigkeitsspielen in den Jahren 2012 und 2013 eingestellt. Ein Gericht befand, dass Messi den Steuerbehörden keine Einnahmen aus den betroffenen Spielen vorenthalten habe.

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