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Vor WM-Quali: Nordirland-Stürmer Kyle Lafferty gesteht Spielsucht

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Beichte vor WM-Quali  

Spielsüchtiger Stürmer will gegen DFB-Elf knipsen

03.10.2017, 15:56 Uhr | sid

Vor WM-Quali: Nordirland-Stürmer Kyle Lafferty gesteht Spielsucht. Kyle Lafferty hat seine Spielsucht gestanden. (Quelle: imago/Buzzi)

Kyle Lafferty hat seine Spielsucht gestanden. (Quelle: Buzzi/imago)

Wenn Deutschland am Donnerstag in der WM-Qualifikation in Belfast gegen Nordirland ran muss (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de), wird ein Spieler besonders im Fokus stehen: Kyle Lafferty. Der Frauenheld und Spaßvogel schoss Nordirland zur EM 2016. Nun hat er außerdem seine Spielsucht gestanden.

Lafferty war schon immer etwas Besonderes. In Nordirland verehren sie ihn, weil die "Green and White Army" ohne seine sieben Tore in neun Qualifikationsspielen nie zur EM 2016 in Frankreich gefahren wäre. Sie finden ihn auch verdammt cool, weil er mit einer Miss Schottland verheiratet war und es mit einer ehemaligen Kandidatin heute ist.

"Nicht George Clooney, mehr wie Brad Pitt"

Dass er so einen Schlag bei Frauen hat, liege an "meinem Humor, meinem Charisma, meiner Persönlichkeit", sagte Lafferty vor ein paar Jahren ganz unbescheiden, "ich würde mich nicht als George Clooney bezeichnen, ich bin mehr wie Brad Pitt." Im vergangenen Jahr wurde er von der "Daily Mail" zu einem der fünf lustigsten Fußballer gewählt – gemeinsam mit Paul Gascoigne etwa.

Doch das wohl Bemerkenswerteste an Lafferty ist ein Interview, das er vergangene Woche der "BBC" in Schottland gab. Schonungslos offen räumte der 30-Jährige da ein, dass er spielsüchtig ist. Dass er wettete, war bekannt, wie groß das Ausmaß seiner hemmungslosen Zockerei war, nicht.

Wetten auf Pferde- und Hunderennen

Es begann, als er 13 oder 14 Jahre alt war. Lafferty hing in den "arcades" herum, in Spielhallen, er saß vor "slot machines", also Einarmigen Banditen, er war meist der Erste, der kam, und nicht selten der Letzte, der ging. 2005 spielte Lafferty seine erste Saison als Profi beim englischen Klub FC Burnley, 2008 wechselte er zu den Glasgow Rangers – und plötzlich hatte er jede Menge Geld.

Nach Ablauf der ersten beiden Jahre seines Vertrages mit den Rangers, so um 2010 herum, sagte Lafferty, "hatte ich nichts Besseres zu tun, als nach dem Training zu den Buchmachern zu gehen oder online zu spielen". Er wettete auf Pferde- und Hunderennen, spielte Roulette. "Dabei habe ich über Pferde nichts gewusst. Und auch heute habe ich keine Ahnung von ihnen." Er verspielte Unsummen.

Ehrlichkeit bringt den Wendepunkt

Vor der EM 2016 flog auf, dass Lafferty illegal auf Fußball zockte. Er hatte auf zwei Spiele der spanischen Liga gesetzt. Weil der Mittelstürmer damals für Norwich City spielte, brummte ihm der zuständige englische Verband schließlich im vergangenen August eine Geldstrafe von 23.000 Pfund auf: "Ich war so ehrlich, dass sie wahrscheinlich nicht so hart zu mir waren."

Es war der Wendepunkt. Lafferty, mittlerweile bei Heart of Midlothian in Edinburgh/Schottland aktiv, beschloss, sich zu öffnen. Er, der früher alles mit sich ausmachte, sprach vor allem mit Austin McPhee, seinem Assistenztrainer bei den Hearts und beim nordirischen Nationalteam. "Seine Frau hat wahrscheinlich gedacht, dass wir eine Affäre haben, so oft haben wir geredet", sagte Lafferty.

"Er hat meine volle Unterstützung"

Schließlich das Interview vergangene Woche. Der entscheidende Schritt, sagte Lafferty. Ja, er hatte sich intern offenbart, er hatte eine Therapie begonnen, aber er dachte: "Das ist die feige Art, damit umzugehen. Ich wollte es öffentlich machen, ehrlich sein. Wenn es andere Fußballer mit Spielsucht gibt, hilft es ihnen vielleicht, wenn ich über meinen Kampf spreche."

Den Respekt von Martin O'Neill hat sich Lafferty (64 Länderspiele/20 Tore) schon gesichert. "Ich bewundere Kyle, dass er so offen und ehrlich über seinen Kampf spricht", sagte der Nationaltrainer der Nordiren: "Er hat meine volle Unterstützung." Jetzt noch ein paar Tore von Lafferty, und die Nordiren sind auch in Russland dabei.

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