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WM-2006-Vergabe: Ex-Fifa-Vize hat 6,7 Millionen Euro bekommen

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Bin Hammam bestätigt Zahlung  

WM-2006-Vergabe: Ex-Fifa-Vize hat 6,7 Millionen Euro bekommen

13.01.2018, 16:45 Uhr | dpa

. Mohamed Bin Hammam: Wegen Verstößen in seiner Zeit als Präsident der asiatischen Konföderation AFC wurde er für jede Tätigkeit im Fußball gesperrt. (Quelle: imago/VCG)

Mohamed Bin Hammam: Wegen Verstößen in seiner Zeit als Präsident der asiatischen Konföderation AFC wurde er für jede Tätigkeit im Fußball gesperrt. (Quelle: VCG/imago)

Neue Enthüllungen in der Affäre um die WM 2006: Der ehemalige Fifa-Vizepräsident Mohamed Bin Hammam hat den Erhalt von 6,7 Millionen Euro bestätigt. Bestechung bestreitet er aber.

Schlüsselfigur Mohamed Bin Hammam bricht in der Affäre um die Fußball-WM 2006 in Deutschland sein Schweigen. Für entscheidende Aufklärung zur ominösen Zahlung von 6,7 Millionen Euro aus Deutschland über die Schweiz nach Katar sorgt jedoch auch die Aussage des früheren Fifa-Vizepräsidenten nicht.

Bin Hammams seltsame Begründung

Der katarische Unternehmer bestätigte gegenüber der ZDF-"Sportreportage" lediglich, dass er das Geld erhalten habe. Den Zweck der Zahlung ließ Bin Hammam aber offen und bestreitet eine damit verbundene Bestechung aus Deutschland.

"Die 6,7 Millionen Euro sind auf mein Konto geflossen", sagte der inzwischen gesperrte Spitzenfunktionär. "Aber ich würde gerne wissen, warum Deutschland mich hätte bestechen sollen, für etwas, was sie schon erhalten haben. Die Summe ist erst nach der WM-Vergabe auf meinem Konto eingegangen."

Die 6,7 Millionen Euro und ihre Verwendung sind eine der zentralen offenen Fragen in der Affäre um die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Deutschland im Jahr 2000. Das Geld floss im Jahr 2002 von einem Konto von Franz Beckenbauer und seinem später verstorbenen Manager Robert Schwan über die Schweiz auf ein Konto in Katar, das zu dem Firmengeflecht von Bin Hammam gehörte. Kurz darauf erhielt Beckenbauer diese Summe als Darlehen vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zurück, der wiederum sein Geld drei Jahre später vom DFB zurückforderte. 2005 überwies der Verband die 6,7 Millionen Euro über ein Konto des Weltverbandes Fifa an Louis-Dreyfus. 

Bin Hammam bestreitet Korruption

Wofür floss das Geld zu Bin Hammam? "Ich weiß es nicht. Nein, natürlich weiß ich es. Aber entschuldigen Sie – das interessiert doch nur Sie, keine anderen", antwortete dieser dem ZDF kryptisch. Mögliche Korruption rund um die Vergabe der Weltmeisterschaft in seine katarische Heimat bestritt Bin Hammam für seine Person ebenfalls. Die Vorwürfe "betreffen mich alle nicht. Das sind nur Anschuldigungen und bleiben Anschuldigungen", sagte der 68-Jährige.

Wegen wiederholter Verstöße in seiner Zeit als Präsident der asiatischen Konföderation AFC und Mitglied des damaligen Fifa-Exekutivkomitees ist er für jede Tätigkeit im Fußball gesperrt.

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DFB-Chef Reinhard Grindel hatte Anfang Dezember in der "Sport Bild" erklärt, er strebe ein persönliches Treffen mit Bin Hammam in Katar an. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes hatte eine Anfrage über das Anwaltsbüro des Unternehmers gestellt, allerdings keine Antwort erhalten.

Beckenbauer wies eine Bestechung bei der WM-Bewerbung zurück und argumentierte, dass die WM-Organisatoren mit der Zahlung einen Organisationskosten-Zuschlag des Weltverbandes absichern wollten. Der frühere Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte dem erst vor einem Monat erneut widersprochen: "Das stimmt nicht. Das ist Quatsch. Das habe ich auch vor der Schweizer Bundesanwaltschaft, die mich als Auskunftsperson einlud, gesagt. Dass man zuerst etwas zahlen muss, damit man im Gegenzug Geld bekommt von der Fifa, ist abstrus", sagte Blatter im Dezember der Funke Mediengruppe.

Quellen und weiterführende Informationen:
- dpa
- Artikel auf "ZDF.de"

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