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Tod der Handball-Schiedsrichter: Rätselraten über die Unfallursache

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Rätselraten über die Unfallursache

12.11.2011, 18:47 Uhr | dapd, dpa

Tod der Handball-Schiedsrichter: Rätselraten über die Unfallursache. Das Auto der Methe-Brüder nach dem Zusammenstoß mit dem LKW. (Quelle: dapd)

Das Auto der Methe-Brüder nach dem Zusammenstoß mit dem LKW. (Quelle: dapd)

Nach dem Unfalltod der beiden Handball-Schiedsrichter Bernd und Reiner Methe hat die Staatsanwaltschaft Rottweil die Ermittlungen aufgenommen und ein Sachverständigen-Gutachten in Auftrag gegeben. Dieser Schritt sei nötig geworden, weil die Unfallursache nach wie vor völlig ungeklärt ist, erklärte ein Polizeisprecher.

Die international renommierten Zwillingsbrüder (lesen Sie auch das Porträt der beiden Weltklasse-Schiedsrichter) waren tags zuvor auf der B 463 bei Empfingen (Kreis Freudenstadt) mit einem nagelneuen Wagen auf einer geradeaus verlaufenden sowie übersichtlichen Strecke auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Lastwagen zusammengeprallt. Die 47 Jahre alten Schiedsrichter aus dem hessischen Vellmar waren auf dem Weg zum Bundesliga-Spiel zwischen HBW Balingen-Weilstetten und dem SC Magdeburg. Die Polizei sucht nun einen Zeugen, der den Unfallhergang gesehen haben könnte. Der fuhr nach Angaben des Polizeisprechers zur selben Zeit in dieselbe Richtung wie die Methe-Brüder.

Spiele finden wie angesetzt statt

Trotz des Unfalltodes der beiden Schiedsrichter finden die für das Wochenende angesetzten Spiele der Handball-Bundesliga (HBL) wie geplant statt. "Wahrscheinlich ist das richtig. So ganz wissen wir es aber auch nicht. Natürlich fragen wir uns, ob es mit der Pietät vereinbar ist, die Spieler und Schiedsrichter in so eine Situation zu bringen", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Er hatte noch am Abend des Unfalls Kontakt zu den am Samstag und Sonntag im Einsatz befindlichen Schiedsrichtern und Vereinen aufgenommen. Den Unparteiischen ist es freigestellt, ob sie in der schwierigen Situation zur Pfeife greifen wollen. "Es kann kurzfristig zu Umbesetzungen kommen", sagte Bohmann. Von den Klubs habe er Rückendeckung für die Entscheidung erhalten.

"Ich denke, es wäre in ihrem Sinne gewesen"

"Ich glaube, die Vereine tragen das mit. Alle Mannschaften werden mit Trauerflor auflaufen, es wird vor den Spielen eine Schweigeminute geben. Aber das kann nur ein Zeichen sein", sagte Bohmann. Lemgos Geschäftsführer Volker Zerbe, der mit dem TBV am Samstagabend beim deutschen Rekordmeister THW Kiel antritt, sagte: "Die Brüder Methe haben ihren Job mit sehr viel Leidenschaft ausgeübt und ihr Hobby ja praktisch zum Beruf gemacht. Die Entscheidung zu spielen, ist sehr schwer. Aber ich denke, es wäre in ihrem Sinne gewesen."

Eine Absage der Spiele hätte aufgrund des engen Kalenders auch zu Terminproblemen geführt. Die HBL berät nun, wie man das Gedenken an die beiden Referees in Ehren halten und auch deren Familien unterstützen kann. "Sie sollen wissen, dass wir nicht nur aus sportlicher Sicht zu ihnen standen", sagte Bohmann. Bernd Methe hinterlässt seine Ehefrau und einen Sohn, Reiner Methe seine Ehefrau und zwei Söhne.

Oberbeck: "Handball hätte in den Hintergrund treten müssen"

Kritische Stimmen gab es derweil aus Hildesheim und Berlin. "Ich bin zutiefst geschockt und fassungslos. Uns allen fiel es schwer, auf der Fahrt zum Auswärtsspiel bei der SG Flensburg/Handewitt einen klaren Gedanken zu fassen", sagte Gerald Oberbeck, Manager von Eintracht Hildesheim nach der 20:36-Niederlage, und fügte hinzu: "Der Handballsport hätte jetzt in den Hintergrund treten müssen. Es wäre richtig gewesen, wenn die HBL den kompletten Spieltag abgesagt hätte."

"Ich hätte vollstes Verständnis gehabt, wenn der gesamte Spieltag abgesagt worden wäre. Bernd und Reiner hinterlassen für den Handball ein riesiges, sportliches Loch. Immer wenn es irgendwo brannte und eine brisante Partie anstand, wurden die beiden hingeschickt", meinte Füchse-Manager Bob Hanning.

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