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Babak Rafati nach Suizidversuch außer Lebensgefahr

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Assistenten retten Rafati das Leben

19.11.2011, 18:51 Uhr | sid

Babak Rafati nach Suizidversuch außer Lebensgefahr. Babak Rafati sollte die Partie Köln gegen Mainz leiten.  (Quelle: dapd)

Babak Rafati sollte die Partie Köln gegen Mainz leiten. (Quelle: dapd)

Der 13. Spieltag der Bundesliga ist von einem tragischen Vorfall überschattet worden: Der renommierte Schiedsrichter Babak Rafati hat kurz vor seinem geplanten Einsatz beim Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 im Kölner Hyatt-Hotel einen Selbstmordversuch unternommen. DFB-Präsident Theo Zwanziger bezeichnete den Zustand des mit aufgeschnittenen Pulsadern aufgefundenen Rafati wenige Stunden nach dem Drama als "stabil" und bestätigte die Diagnose "außer Lebensgefahr". (Die Erklärung von Theo Zwanziger im Wortlaut)

Gefasst, aber spürbar bewegt schilderte Zwanziger die dramatischen Geschehnisse in der Kölner Nobelherberge: "Es war so, dass mir die drei Assistenten geschildert haben, dass Babak beim Frühstück nicht erschienen sei. Das sei aber öfters so, das sei keine ungewöhnliche Situation. Um 13.30 Uhr wollten sie mit ihm zusammen die Spielleitung besprechen und die übliche Vorbereitung zu dem Spiel angehen. Als er, weil er in der Regel immer pünktlich sei, zu diesem Zeitpunkt nicht da war, haben sie zunächst versucht, ihn auf seinem Zimmer telefonisch zu erreichen, was natürlich nicht gelang", sagte der Verbandsboss.

Zwanziger reist sofort an

Zwanziger war vor dem Frauen-Länderspiel in Wiesbaden von Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel informiert worden und daraufhin nach Köln geeilt. Laut Zwanziger haben die drei Assistenten Rafati das Leben gerettet. Der DFB-Präsident erläuterte weiter, dass der 41 Jahre alte Rafati womöglich in den nächsten Tagen die Intensivstation einer Kölner Klinik wieder verlassen können wird.

"Klar ist aber auch, dass er dann weiter intensiver Behandlung bedarf", sagte der DFB-Präsident mit Blick auf die offenbar angeschlagene Psyche des Referees und forderte wie schon nach dem Selbstmord des früheren Nationaltorwarts Robert Enke vor zwei Jahren ein Umdenken im Leistungssport: "Es ist immer ganz schwierig in einer solchen Situation, daran zu denken, dass ein relativ junger Mensch so eine Ausweglosigkeit vor sich sieht. Ich weiß da auch kaum eine Antwort drauf. Der Druck auf die Schiedsrichter, aus den unterschiedlichsten Gründen, ist ungeheuer hoch. Und überhaupt im Leistungssport ungeheuer hoch. Und wir schaffen es einfach nicht, ihn in eine richtige Balance zu bringen. Man darf sich nicht in eine Sache so stark hinein bewegen, dass man am Schluss in eine ausweglose Situation gerät."

Nachholtermin steht noch nicht fest

Rafati hatte vor sechs Jahren beim Spiel des 1. FC Köln gegen den FSV Mainz 05 sein Bundesliga-Debüt gegeben. Er ist seit 1997 DFB-Schiedsrichter, 2000 leitete er sein erstes Zweitligaspiel, später auch insgesamt 84 Bundesligaspielen. Rafati pfeift für den Bezirksligisten Niedersachsen Döhren, der mit Entsetzen auf die Botschaft reagierte. "Ich bin tief betroffen von dieser Nachricht", sagte der Erste Vereinsvorsitzende Herbert Ruppel: "Babak Rafati hat berufliche und private Angelegenheiten stets strikt getrennt. Ich kenne ihn nur als zugänglichen und sachlichen Menschen. Depressive Verhaltensverweisen sind mir von ihm nicht bekannt."

Bundesliga zeigt sich geschockt

Rafati war am Vorabend angereist und wie üblich von einem Schiedsrichterbetreuer in Empfang genommen worden und hatte die letzten Stunden des Tages laut Zwanziger "ganz normal" mit seinen Assistenten verbracht. Nach Rafatis Selbstmordversuch waren zunächst Kölns Sportdirektor Volker Finke und der Mainzer Manager Christian Heidel vor die Presse getreten. Beide sprachen noch von einem "Unfall" und waren sich einig, dass die Begegnung zurecht abgesagt wurde. Zunächst sei noch versucht worden, ein Ersatz-Schiedsrichtergespann zu finden.

Auch in anderen Bundesliga-Stadien löste die Nachricht aus Köln Entsetzen aus. Alle Spiele wurden jedoch plangemäß um 15.30 Uhr angepfiffen. "Ich habe es kurz vor dem Spiel erfahren. Ich hoffe, dass es Babak bald wieder besser geht! Er ist ein guter Bekannter von uns aus Hannover. Ich hoffe, dass das alles in gute Bahnen kommt und wünsche ihm natürlich alles Gute und viel Glück dabei!“, sagte Mirko Slomka, Trainer von Hannover 96 bei Liga total!. Schalke-Coach Huub Stevens erklärte: "Es ist kaum zu glauben, dass so etwas passiert. Dafür finde ich kaum Worte. Die Gesundheit ist immer das Allerwichtigste. Da ist Fußball nur Nebensache. Ich kann mir vorstellen, dass nach solch einer Nachricht niemand spielen will."

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