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Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer verstorben

20.04.2012, 15:18 Uhr | dapd

Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer verstorben. Dressur-Bundestrainer Holger Schmelzer ist unerwartet verstorben (Quelle: dpa)

Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer ist unerwartet verstorben (Quelle: dpa)

Der deutsche Reitsport steht unter Schock: Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer ist völlig überraschend verstorben. Der 65-Jährige wurde am Rande des Weltcup-Finals im niederländischen s'Hertogenbosch tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Die genaue Todesursache ist noch unbekannt.

"Der Schock sitzt unendlich tief. Es ist unfassbar, dass Holger aus unserer Mitte gerissen wurde. Der Dressursport verliert einen seiner engagiertesten Trainer und einen gradlinigen Menschen, der stets klare Worte fand und immer nur das Beste für die Dressur wollte", sagte Breido Graf zu Rantzau, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Schmezer wollte sich nach der Olympiade nach elf Jahren aus dem Amt des Bundestrainers zurückziehen. "Er freute sich auf die Zeit danach. Für ihn war das Leben nicht mit Olympia beendet. Er hatte eine total positive Einstellung", sagte Graf zu Rantzow. Schmezer hinterlässt Ehefrau Martha und seine sechsjährige Tochter Olenka.

Schmezer war in seinem Zimmer im Mannschaftshotel tot aufgefunden worden, nachdem er nicht zum Abendessen erschienen war. Der eintreffende Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Der Leichnam Schmezers wurde zunächst in eine örtliche Leichenhalle gebracht, bevor er nach Deutschland überführt werden soll.

"Er hatte einen anstrengenden Tag, wollte sich ein wenig ausruhen und Zeitung lesen. Dann ist er nicht zum Essen erschienen. Es sieht alles friedlich aus, aber wir wissen nichts Genaues", ergänzte Graf zu Rantzau. Es gebe keine Hinweise auf einen Suizid oder gar ein Fremdverschulden.

Deutsches Trio ging dennoch an den Start

Die deutschen Starterinnen Isabell Werth, Nadine Capellmann und Helen Langehaneberg gingen am Freitagnachmittag aber in Absprache mit Co-Trainer Jonny Hilberath trotzdem im Grand Prix an den Start. "Die Reiter sind hier, um zu reiten. Wir haben über einen Startverzicht gesprochen, aber das hätte er nicht gewollt", sagte Graf zu Rantzau.

Doch der Schock sitzt tief: Die fünffache Olympiasiegerin Isabell Werth musste gegen 12 Uhr als erste deutsche Starterin mit ihrem Pferd "El Santo" ins Dressur-Viereck und verpatzte ihren Auftritt mit vielen kleinen Fehlern. Für Graf zu Rantzau eine logische Reaktion, schließlich sei doch über eine so lange Zeit eine enge Gemeinschaft entstanden.

Dressurreiter verdanken Schmezer viele Erfolge

Schmezer übernahm nach seiner Zeit als Junioren-Bundestrainer Anfang 2001 das Bundestraineramt in der Dressur von Klaus Balkenhol und führte die deutsche Equipe seitdem zu zahlreichen Erfolgen. Herausragend waren die Olympiasiege 2004 und 2008 mit der Mannschaft, zudem gab es unter Schmezer insgesamt viermal Gold bei Weltmeisterschaften und sechsmal bei Europameisterschaften.

Sein Tod kam keine 100 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in London, wo Schmezer seine Equipe erneut zu Gold führen wollte. Wie es weitergeht, ist noch unklar. "Für dieses Turnier ist genügend Sachverstand vorhanden", betonte Graf zu Rantzow.

Über Modernen Fünfkampf zum Reiten

1947 wurde Schmezer als Sohn eines Marineoffiziers in Bad Rappenau bei Heidelberg geboren und wuchs im schleswig-holsteinischen Plön auf. Mit 15 Jahren kam er über den Modernen Fünfkampf zum Reiten. 1979 eröffnete er in Verden-Borstel seinen eigenen Dressur- und Ausbildungsstall und galt schnell als exzellenter Ausbilder. Als Aktiver hatte er über 100 Siege in Dressurprüfungen der Klasse S sowie zahlreiche Platzierungen im Grand Prix zu Buche stehen. Die FN zeichnete Schmezer mit ihrem Ehrenzeichen in Gold aus.

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