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Die Verhandlung vorm DFB-Sportgericht

18.05.2012, 19:59 Uhr | t-online.de, sid, dpa

Die Verhandlung vorm DFB-Sportgericht. Schiedsrichter Wolfgang Stark sagt vor dem DFB-Sportgericht in Frankfurt am Main aus. (Quelle: dpa)

Schiedsrichter Wolfgang Stark sagt vor dem DFB-Sportgericht in Frankfurt am Main aus. (Quelle: dpa)

Fußball-Deutschland blickt nach Frankfurt. Dort verhandelt das DFB-Sportgericht seit 13.30 Uhr darüber, ob das Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC nach den skandalösen Begleitumständen in der Nachspielzeit wiederholt werden muss. Der Verband ließ alle Seiten zu Wort kommen. Das Urteil wird aber erst am Montag um 15 Uhr verkündet.

Der Tag in Frankfurt im Überblick:

So sehr sich Herr Schickhardt aber auch für Hertha BSC stark macht, eine Entscheidung wird es in Frankfurt heute nicht mehr geben. Die Urteilsverkündung ist vertagt worden. Das teilte der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, nach rund sechseinhalbstündiger Verhandlung mit. Das Urteil wird am Montagmittag um 15.00 Uhr verkündet.

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Die "Welt" zitiert Herthas Anwalt Schickhardt bei seinem Schlussplädoyer: "Wenn Sie heute sagen, dieses Spiel ist ordnungsgemäß zu Ende gebracht worden, können wir das Buch schließen. Sie müssen entscheiden: Steht man zu den Konsequenzen, wenn es eng wird, wenn es wehtut? Jetzt ist es an der Zeit, ein Zeichen zu setzen, jetzt tut es weh, weil jetzt die Öffentlichkeit da ist. Wir wollen ein gerechtes Fußball-Spiel, und das war es nicht. Wenn wir sagen, das war ordnungsgemäß, brauchen wir hier nicht mehr verhandeln, wenn wieder ein Trainer hier sitzt, weil er zwei Meter die Coachingzone verlassen hat. Wir dürfen uns nicht nur um die kleinen Fälle kümmern."

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Hertha BSC will Videomaterial in die Beweisaufnahme einbringen. Düsseldorf lehnt diesen Antrag allerdings strikt ab. Auch das Gericht kommt dem Antrag nicht nach, da der Ablauf ausführlich geschildert worden sei. Die Zeugenvernehmung und Beweisaufnahme wird nun geschlossen.

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Auf die Vernehmung von Wolfgang Walz, einem der Schiedsrichter-Assistenten, wird verzichtet. Jetzt kommt Mike Pickel, ein weiterer Assistent. Dieser bestätigt Kobiashvilis Faustschlag gegen Wolfgang Stark: "Das habe ich gesehen." In der Kabine habe er dann mit Stark die Tür von innen zugehalten, weil Hertha-Spieler hinein wollten. Er habe nicht den Eindruck gehabt, dass die Hertha-Spieler bei Wiederanpfiff beeinträchtigt gewesen waren.

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Nun wird Ralf Ziewer, Mitarbeiter des DFB aus der Abteilung Sicherheit und Prävention, vernommen. Referee Stark hat die DFB-Zentrale inzwischen bereits verlassen und ist per Taxi auf dem Weg zum Flughafen. Sicherheits-Fachmann Ziewer spricht unterdessen über das Einschreiten des Ordnungsdienstes. Als das Spiel wieder aufgenommen wurde sei der Bereich auf der Gegentribüne gänzlich frei gewesen. Im Bereich hinter den Toren seien vereinzelt noch Fans gewesen, doch auch dort könne man von frei sprechen. Dennoch geht er mit dem Sicherheitsdienst in Düsseldorf hart ins Gericht: "Ich habe die letzte Energie vermisst, die Fans zurückzuhalten."

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Götz Bender von der DFL tritt in den Zeugenstand. Er erklärt, wie das Telefonat von Schiedsrichter-Assistent Wingenbach mit der Polizei während der Unterbrechung ablief. Die Polizei habe gesagt, dass sie dabei sind, den Platz zu räumen und dass anschließend weiter gespielt werden könne. "Ich hatte den Eindruck, dass der Innenraum geräumt war und das Spiel fortgesetzt werden konnte", rechtfertigt Bender den Wiederanpfiff.

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Schiedsrichter Stark darf vorzeitig gehen, um seinen Flug zu bekommen. "Wir haben uns darauf verständigt, dass Herr Stark uns um 18.30 Uhr verlässt und dann noch telefonisch zur Verfügung steht, bis er in den Flieger steigt." Richter Lorenz hofft, dass alle Zeugen bis 19 Uhr vernommen sind.

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Die Verhandlung könnte zur mehrtägigen Hängepartie werden. Der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, kündigte an: "Montag ist auch noch ein Tag." Am Wochenende wird die Verhandlung auf keinen Fall fortgesetzt. Mehrere Flüge von Zeugen wie der von Schiedsrichter Wolfgang Stark von Frankfurt nach München mussten bereits auf den späten Freitagabend umgebucht werden.

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Die Verhandlung ist nun unterbrochen worden. Die Vernehmung der Zeugen ist aber noch nicht beendet.

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Nun muss Herthas Geschäftsstellenleiter Tom Herrich aussagen. Laut Herrich soll Dr. Rainer Koch, der DFB-Vizepräsident, zu ihm gesagt haben: "Wenn der Schiedsrichter entscheidet, dass weitergespielt wird, müssen wir das befolgen, sonst hätte es Konsequenzen für uns." Und er ergänzt seine eigene Einschätzung: "Teile der Spieler waren nach meinem Empfinden nicht mehr in der Lage rauszugehen und Fußball zu spielen."

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Zurzeit wird Berlins Christoph Janker vernommen. "Ich habe Angst in den Augen der Mitspieler gesehen", soll der Spieler ausgesagt haben.

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Die "Welt" zitiert Herthas Co-Trainer Ante Covic mit folgender Aussage vorm Sportgericht: "Ich fühlte mich völlig ausgeliefert, weil ich keinen Einfluss mehr auf das Spiel nehmen konnte. Ich konnte den Vierten Offiziellen leider nicht erkennen, weil alles voll mit Menschenmassen war. Es waren mehrere Menschen in der Coaching-Zone. Ein Familienvater mit seinem Sohn. Und einer, der nicht aussah wie ein Familienvater." Angeblich habe Covic sich später in der Toilette verbarrikadiert und geweint.

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Berlins Verteidiger Andre Mijatovic sagt: "Keiner von uns hat mehr an Fußball gedacht. Das war eine neue Situation im Fußball. Das hatte nichts mit Fußball zu tun."

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Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt kritisiert den Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, für eine aus seiner Sicht unpassende Frage: "Alle Offiziellen sind oben im VIP-Raum gesessen auf beheizten Ledersesseln. Und unsere Spieler sind durchs Feuer gegangen."

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Unter Umständen wird heute gar kein Urteil gefällt. Der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz erklärt, dass man versuche, die Verhandlung beenden zu können. Er konnte dies nicht zusichern, es bestehe aber "Eilbedürftigkeit".

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Berlins Torwart Michael Kraft hat eine ganz andere Sicht als der Schiedsrichter: "Ich wurde als 'Scheiß-Absteiger' beschimpft, oder 'Ihr habt es nicht anders verdient, ihr Drecksäcke, du Wichser'. Ich war froh, als ich in der Mixed-Zone war. Irgendwann kam dann das Signal, alle Spieler sollten in die Kabine kommen."

Und weiter: "Speziell Raffael und Ronny hatten Tränen in den Augen. Das waren keine Abstiegstränen. Da war die Angst vieler, was mit ihren Kindern auf der Tribüne passiert. In jedem Kopf war die Angst da. Es wäre kein Eckball mehr möglich gewesen, ohne dass einer einen angepackt hätte. Ich hatte den Gedanken: Was passiert mir in dem Stadion?"


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Schiedsrichter Stark kontert die Argumentation der Berliner, die behaupten nur unter Todesangst weitergespielt zu haben: 'Wenn man unmittelbar nach dem Schlusspfiff so massiv und gezielt auf das Schiedsrichter-Team losgehen kann, stellt sich die Frage nicht, ob die Spieler Todesängste ausgestanden haben".

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Beide Teams haben heute übrigens trainiert, um für ein mögliches Wiederholungsspiel gewappnet zu sein.

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Zu Beginn der Anhörung hatte FIFA-Schiedsrichter Stark hat bei seiner Anhörung schwere Vorwürfe gegen Spieler von Hertha BSC erhoben. "Der Spieler Kobiaschwili hat mit ausgestrecktem Arm, mit der Faust in meine Richtung geschlagen. Ich duckte mich kurz ab und wurde am Hinterkopf getroffen", sagte der Unparteiische. Wenn er sich nicht an einem Geländer hätte festhalten können, wäre er fünf bis sechs Meter die Treppe hinuntergestürzt. Er sei weiter attackiert worden. So habe ihn Christian Lell am Arm gepackt. Beleidigungen wie "Du feige Sau!" und "Du feiges Schwein!" seien gefallen.

Gegen Lewan Kobiaschwili, Christian Lell, Thomas Kraft und Andre Mijatovic hat der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen eingeleitet. Diese standen aber nicht im Mittelpunkt der Sitzung, wie der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz erklärte. Es gehe nur um die Wertung der Partie.

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Stark hatte nach den Vorfällen beim Chaosspiel Anzeige wegen Körperverletzung gegen einen Berliner Spieler gestellt. "Ja, es stimmt", sagte der Düsseldorfer Polizeisprecher Andreas Czogalla. Um welchen Spieler es sich genau handelt, sagte Czogalla nicht.

Mijatovic, so Stark, habe ihn als "Wichser" bezeichnet. "So bin ich noch nicht behandelt worden. Ich hatte Angst nach dem Spiel, und ich war den Tränen nahe. So was habe ich in meiner Schiedsrichter-Laufbahn noch nicht erlebt", sagte der WM-Referee, der auch als deutscher Schiedsrichter für die bevorstehende Europameisterschaft nominiert ist.

Stark hatte die Partie nach 21-minütiger Unterbrechung erst nach grünem Licht der Polizei fortgeführt, wie er aussagte. Er sei in keiner Weise unter Druck gesetzt worden, das Spiel fortzusetzen.

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