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Hockey-Familie Keller will Geschichte schreiben

18.07.2012, 13:19 Uhr | t-online.de

Olympia 2012: Hockey-Familie Keller will Geschichte schreiben. Natascha Keller will in London ihre Karriere krönen - und Familiengeschichte schreiben.  (Quelle: imago)

Natascha Keller will in London ihre Karriere krönen - und Familiengeschichte schreiben. (Quelle: imago)

Eine Kolumne von Marc L. Merten

Um die Familie des Diagoras von Rhodos ranken sich sagenhafte Geschichten. Sie soll die erfolgreichste Sportlerdynastie der Antike gewesen sein, die über drei Generationen hinweg die großartigsten Athleten der Hellenen hervorbrachte. Sogar göttliche Abstammung wurde den Kämpfern nachgesagt, kein geringerer als Herakles habe vom Olymp aus die Hand über die Familie gehalten. Zweieinhalbtausend Jahre später hat das Geschlecht des Diagoras einen würdigen Nachfolger gefunden. Zu göttlicher Abstammung ist nichts überliefert. Nur, dass die Familie aus Berlin kommt und bereits jetzt olympische Geschichte geschrieben hat.

Die Familie Keller ist die wohl erfolgreichste Sportlerfamilie der Moderne. Ihre Leidenschaft: Hockey. Bereits 1936 gewann Erwin Keller in Berlin die olympische Silbermedaille. 36 Jahre später holte dessen Sohn Carsten die erste Goldmedaille der Familie, 1972 in München. Zwanzig Jahre später wiederholte Enkel Andreas in Barcelona das Kunststück, ehe Enkelin Natascha 2004 und der zweite Enkel Florian 2008 zwei weitere Goldmedaillen mit nach Hause brachten. Man darf konstatieren: An allen vier deutschen Olympiasiegen in dieser Sportart waren ein oder eine Keller beteiligt. Bei Olympia 2012 könnte diese Serie weitergehen – und zur Krönung gereichen.

"Wissenschaftlich nicht zu erklären"

Denn Natascha Keller könnte als erste Keller eine olympische Goldmedaille wiederholen. Und das mit 35 Jahren. Sie als altersmüde zu bezeichnen, würde an Gotteslästerung grenzen. "Es ist eigentlich unglaublich", sagt Bundestrainer Michael Behrmann. "Ihre athletischen Werte gehen noch immer bergauf. Und das mit 35. Wissenschaftlich ist das eigentlich nicht zu erklären."

Nicht Erklärbares beschreibt freilich viele Eigenschaften der Kapitänin der Nationalmannschaft. Ob sportliches Können oder Erfolge in ihrer Karriere. Letztere lassen in jedem Fall keine Fragen offen. Sie ist Olympiasiegerin, Europameisterin, Weltmeisterin, vielfache Deutsche Meisterin, hat den nationalen Hockey-Pokal gewonnen, den Pokal der Landesmeister, wurde Welthockeyspielerin, mit der Nationalmannschaft zur Sportlerin des Jahres gewählt und hat von der Bundesregierung das Silberne Lorbeerblatt überreicht bekommen. Wie gesagt, keine weiteren Fragen.

"Ihre Karriere wird unerreicht bleiben"

Wohl aber die Frage, wie sie all das geschafft hat. Wie sie zur Rekordnationalspielerin geworden ist. Wie es kam, dass niemand so genau sagen kann, wie viele Tore die Stürmerin des Berliner HC in ihrer Bundesliga-Karriere erzielt hat. Nur die Zahlen im DHB-Team sind vollständig erfasst: 419 Länderspiele, 209 Tore. "Das sind aber nur Statistiken", sagt Coach Behrmann. "Ihre Karriere wird in jeder Hinsicht unerreicht bleiben."

Aber was sagt sie eigentlich selbst über ihre Laufbahn, die wenige Jahre vor ihrem ersten Länderspiel noch auf der Kippe stand? "Meine Mutter hatte mit Hockey nichts am Hut", erzählt "Taschi", wie sie allerorts genannt wird. "Deswegen bin ich auf dem Tennisplatz groß geworden." Mit 13 Jahren war sie in ihrer Altersklasse die beste Tennisspielerin in Berlin, gehörte zu den Top fünf in Deutschland. Hockey spielte sie bis dahin zwar auch schon, erste Wahl war der Mannschaftssport bis dato jedoch nur bei ihren älteren Brüdern. Dann aber siegte auch bei ihr die familiäre Tradition.

"Das kann sonst niemand auf der Welt"

Warum, weiß sie eigentlich bis heute nicht. Nur, dass die Männerriege im Hause Keller schon immer vollkommen hockeyverrückt war. "Wir haben Parcours in unserer Wohnung aufgebaut und sind stundenlang mit Schläger und Ball durch die Zimmer gerannt", erinnert sie sich. Ob sie da auch ihre technischen Fähigkeiten erlangt hat? "Sie kann Dinge, die sonst niemand auf der Welt kann", sagt Behrmann über seine Topstürmerin. "Sie ist mit unglaublichem Talent gesegnet. So, wie jeder in der Keller-Familie."

Daher soll es auch dank des Keller-Gens in London für den ganz großen Wurf reichen. Als krönender Abschluss einer außergewöhnlichen Karriere. Denn: "Nach Olympia ist Schluss. Definitiv. Ich wollte immer abtreten, bevor die anderen beginnen zu erzählen: 'Die Alte wird nur noch durchgeschleppt.' Das möchte ich nie hören." Das muss Natascha Keller definitiv nicht befürchten, zumal sie selbst ihre Zukunft in der Bundesliga offen lässt. So weit mag sie noch nicht blicken. "Jetzt zählt erst mal nur London. Schließlich fahren wir nicht hin, um nur dabei zu sein. Wir wollen Geschichte schreiben." Familiengeschichte.


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