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Olympia 2012: Briten casten ihr Handball-Team

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Ein Footballer spielt Handball bei Olympia

31.07.2012, 07:14 Uhr | t-online.de

Olympia 2012: Briten casten ihr Handball-Team. Daniel McMillan (li.) spielt als Footballer gegen Frankreichs Handball-Superstars. (Quelle: AP/dpa)

Daniel McMillan (li.) spielt als Footballer gegen Frankreichs Handball-Superstars. (Quelle: AP/dpa)

Aus London berichtet Julian Moering

Die Briten lieben den sportlichen Wettkampf. Sie vergöttern Fußball, sind verrückt nach Rugby und gehen sogar fünf Tage hintereinander ins Stadion, um sich ein einziges Cricket-Spiel anzusehen. Verrückt. Doch für ein Spiel konnten sie sich bislang nicht begeistert: Handball. Was in Deutschland zu den beliebtesten Sportarten gehört, war auf der Insel bis vor kurzem gänzlich unbekannt. Erst als die olympischen Spiele nach London gegeben wurden, wollte man als guter Gastgeber auch in dieser Disziplin nicht fehlen.

Nur leider gab es im gesamten Königreich keine brauchbaren Handballer, deswegen organisierte der britische Verband 2007 kurzerhand ein Casting, um zwei zumindest im Ansatz wettbewerbsfähige Teams zusammenzustellen. Werbeanzeigen im Fernsehen und in den Zeitungen wurden geschaltet. Einziges Kriterium: Männer mussten mindestens 1,90 Meter sein, Frauen 1,80. Einer, der sich auf die Anzeige bewarb, war Daniel McMillan. McMillan ist Schotte und spielt eigentlich American Football. Zu der Zeit, als er sich auf den Job des britischen Handballnationalspielers bewarb, spielte er in Deutschland in der zweiten Liga für die Lübeck Cougars.

"Die schönste Niederlage, einfach fantastisch"

Der heute 29-Jährige hatte damals erkannt: "Das ist meine Chance, um bei Olympia dabei zu sein." Er wurde zusammen mit 4800 Bewerbern zum Test eingeladen und genommen. Mit ihm auch ein Fußball-Keeper aus der 6. Liga, Norwegens Big-Brother-Siegerin, der Offenbacher Bezirksliga-Handballer Christopher Mohr (Vater Deutscher, Mutter Schottin) und Lyn Byl, die für Leverkusen und den SC Buntekuh in der ersten Liga gespielt hat.

Und plötzlich sah sich McMillan beim Olympia-Auftakt in der Copper Box dem amtierenden Weltmeister Frankreich gegenüber. Nach der 15:44-Klatsche war er jedoch "überglücklich, beeindruckt, überwältigt". Es war "die schönste Niederlage, einfach fantastisch, wunderbar".

Tausende Pfund selbst beigesteuert

Zu den vier harten Jahren Vorbereitung, der Ausbildung an der Handballakademie im dänischen Aarhus, dem Gastspiel beim insolventen Bundesligisten TuSEM Essen (14 Spiele), dem achtwöchigen Trainingslager in den serbischen Bergen und den Tausenden von Pfund, die er selbst beigesteuert hat, sagt er heute: "Es hat sich gelohnt, ich bin überglücklich."

Trotz eindeutiger Unterlegenheit feierten die britischen Zuschauer in der proppevollen Arena jedes Tor, jede Parade, jedes Foul. Linksaußen McMillan bekam dabei nach der Pause seine Chance - in der Abwehr. "Ich liebe Abwehr, das Fighting, das ist britisch." Er ist überzeugt, dass seine Landsleute Handball lieben, "wenn sie ihn kennen würden". Sie sind jedenfalls auf einem guten Weg dahin. Alle großen Tageszeitungen widmeten sich dem neuen Sport ganzseitig. Die "Daily Mail" schrieb: "Nimm die besten Elemente vom Football und Basketball, mische es mit ein bisschen Netball (ein basketballähnliches Spiel, d. Red.) - das ist Handball." Die "Sun" druckte "12 Dinge, die man über Handball wissen muss" (Regel 11: Teams dürfen nicht zum Torhüter zurück passen).

Etwas wehmütig blickt McMillan auf die Zeit davor zurück: "Mein Herz hängt immer noch am Football. Ich vermisse es, auch die Cougars-Familie." Doch sein alter Sport hat ihm einen großen Traum eben nicht erfüllen können. Football bleibt seine große Liebe, doch der Handball, der hat ihn zu Olympia geführt.

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