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Olympia 2012: DSV-Boss Buschkow lästert über deutsche Athleten

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DSV-Boss: "Mehr Karpfen als Delfine"

06.08.2012, 10:22 Uhr | t-online.de, dpa

Olympia 2012: DSV-Boss Buschkow lästert über deutsche Athleten. Enttäuschung pur bei den deutschen Medaillenhoffnungen Paul Biedermann und Britta Steffen. (Quelle: dpa)

Enttäuschung pur bei den deutschen Medaillenhoffnungen Paul Biedermann und Britta Steffen. (Quelle: dpa)

Nach dem Untergang der deutschen Schwimmer bei den Spielen in London rechnet DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow schonungslos mit den Athleten ab. "In der Mehrzahl der olympischen Disziplinen haben wir den Anschluss an die Weltspitze verloren. Die Belastungsfähigkeit unserer Athleten ist zu gering", schimpfte er und fügte an. "Das ist ein Problem der Trainingsmethodik. Wir haben keine Struktur in der Renngestaltung, es wird zu viel experimentiert."

Einmal in Fahrt, knöpfte sich Buschkow auch den Nachwuchs vor. Über die Talentsichtung lästerte er: "Wir sichten mehr Karpfen als Delfine."

Groß: "Buschkow muss zurücktreten"

An persönliche Konsequenzen denkt der Funktionär allerdings nicht, obwohl nach dem blamablen Abschneiden der Schwimmer - erstmals gab es seit 80 Jahren keine Medaillen für Deutschland - immer lauter sein Rücktritt gefordert wird.

"Schlimmer geht es nimmer. Lutz Buschkow muss als Sportdirektor zurücktreten, diesem Verband hilft nur noch ein totaler Neuanfang und ein langer Atem in Richtung 2020", sagte der dreimalige Olympiasieger Michael Groß der "Westdeutschen Zeitung". "Was der deutsche Schwimmsport braucht, ist eine Revolution."

"Wir Deutsche sind zu eigenbrötlerisch"

Eine Wende wünscht sich auch Franziska van Almsick. "Es muss eine Veränderung her. Schlimmer geht es eigentlich gar nicht mehr", sagte die ARD-Expertin und will mehr internationalen Input, wie es die Chinesen mit Training in Australien vorgemacht haben. "Wir Deutsche sind sehr eigenbrötlerisch und denken, unseren eigenen Weg zu gehen."

Immerhin holte Deutschland bei der historischen Medaillen-Pleite acht statt nur vier Finalplätze wie 2008 in Peking, darunter drei vierte Plätze. Allein dem Hamburger Steffen Deibler gelang es, in London seine Bestleistung zu verbessern. Nur weitere vier der 27 Schwimmer kamen an ihre Zeiten von der deutschen Meisterschaft Mitte Mai oder der Europameisterschaft kurz darauf heran.

Alles soll auf den Prüfstand

Erneut zeigte sich, dass vom DSV gern herausgestellte Erfolge bei kontinentalen Kurz- oder Langbahnmeisterschaften bei Olympia nichts wert sind. Neben Deutschland blieb auch Italien ohne Medaille. Ungarn kam durch Daniel Gyurtas Gold mit einem blauen Auge davon. Frankreich konnte mit vier Olympiasiegen mithalten. Dank staatlicher Fördermittel von sieben Millionen Euro jährlich, betonte Christa Thiel. Das ist doppelt so viel wie der DSV erhält. Die Präsidentin ließ sich von ihrem Amtskollegen trotzdem das französische Konzept präsentieren.

Vor allem die Konkurrenz aus China erklärte die Rekorde mit hartem Training und wissenschaftlicher Begleitung. Beim international nur noch zweitklassigen DSV soll nun alles nach einer intensiven Analyse auf dem Prüfstand: Trainingskonzepte, Standorte, Personalkonzept. Kürzungen der jährlichen öffentlichen Förderung seien nicht automatisch Folge der medaillenlosen Spiele, betonte DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff.

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