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Sebastian Vettel empört Formel-1-Kollegen mit Teamorder-Aussagen

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Hill: "Vettel hat Probleme damit, dass es nicht immer um ihn geht"

14.04.2013, 10:26 Uhr | sid, dpa, t-online.de

Sebastian Vettel empört Formel-1-Kollegen mit Teamorder-Aussagen. Sebastian Vettels Aussagen sorgen für Verwunderung. (Quelle: imago/Crash Media Group)

Sebastian Vettels Aussagen sorgen für Verwunderung. (Quelle: imago/Crash Media Group)

Der Teamorder-Skandal lässt die Formel 1 nicht los. Obwohl der Fokus auf dem Großen Preis von China liegen sollte, ist der Streit zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber weiter Thema Nummer eins. Die Aussage des Weltmeisters, in einer ähnlichen Situation wie zuletzt in Malaysia wieder die Order des Teams zu missachten, hat im Fahrerlager für Empörung gesorgt.

"Er hat einfach ein paar Probleme damit, dass es nicht immer um ihn geht. Sollte uns das wundern? Immerhin ging es in den letzten drei Jahren fast immer um ihn", schrieb Ex-Champion Damon Hill in seiner Kolumne für "Autosport". Der Brite räumte aber auch ein: "Von der Rennhistorie wird Vettel überdies dazu ermuntert, in diesen Dimensionen zu denken, denn in neun von zehn Fällen zahlt es sich aus, ein Egoist zu sein."

Button: "Man muss vorher den Mund aufmachen"

Vettel hatte mit seiner Begründung für sein riskantes Überholmanöver gegen sein Teamkollegen für Aufsehen gesorgt und keine Reue gezeigt. "Ich habe den Funkspruch nicht verstanden. Hätte ich ihn verstanden, hätte ich darüber nachgedacht, die Positionen zu halten. Aber ich hätte wohl wieder so gehandelt, weil Mark es wegen Vorkomnissen in der Vergangenheit nicht verdient hat, dass ich als Zweiter durch das Ziel fahre", sagte Vettel vor dem Grand Prix von China. "Ich habe nie Unterstützung von ihm bekommen." Wenn es das ist, was er denkt, dann ist das so. Das ist seine Ansicht", sagte Webber lapidar.

Die Einstellung löste bei seinen Kollegen nur Kopfschütteln aus. "Es überrascht mich wirklich, dass er das gesagt hat. Er ist ein so talentierter Fahrer und scheint einer zu sein, den das Team liebt, und das sollten sie auch", sagte McLaren-Pilot Jenson Button, "wir wollen alle gewinnen, aber wenn man den Befehl bekommt, die Position zu halten, und man vor dem Rennen weiß, dass das die Regel ist, dann muss man eben vor dem Rennen den Mund aufmachen und nicht erst im Rennen das Gegenteil tun."

Alonso: "Casillas kann auch nicht einfach Stürmer spielen"

Vettels Dauerrivale Fernando Alonso meinte: "Am Ende wirst du von deinem Team bezahlt und musst machen, was sie dir sagen. Jeder im Team hat eine Position, die muss er respektieren. Iker Casillas ist bei Real Madrid als Torwart angestellt und kann auch nicht einfach Stürmer spielen, wenn er dazu Lust hat."

Für Hill ist im Theater um den Kleinkrieg bei Red Bull die erlaubte Stallorder das eigentliche Problem. "Die Jungs sollen doch Rennfahrer sein, nicht einfach Befehlsausführer. Wir wollen doch Piloten sehen, die miteinander die Klingen kreuzen", schrieb Hill, "wir wollen auch nicht der Welt außerhalb unseres Sports erklären müssen, wieso zwei Fahrer nun brav hintereinander herfahren. Wir wollen Rennen sehen, nicht Machtdemonstrationen von der Boxenmauer." Zudem warf er Webber Scheinheiligkeit vor: "Mark, bist du erst gestern geboren? Du musstest doch sowas erwarten. Ich fürchte, alles andere wäre etwas naiv gewesen."

Horner sieht seine Autorität nicht untergraben

Red-Bull-Teamchef Christian Horner den seinen Schützling verteidigt. "Sebastian hat in seiner Karriere nicht deshalb Erfolg gehabt, weil er unterwürfig war", stellte der Brite klar. Auf die Frage, ob er seine Autorität untergraben sehe, antwortete Horner: "Ich denke nicht."

Er sei sich sicher, dass sich Vettel nicht als heimlicher Teamchef sehe. "Er weiß, was sein Job ist. Er weiß, dass er ohne das Team keinen Erfolg haben kann." Horner gestand jedoch mit Blick auf Sepang ein: "In diesem Rennen hat er nicht gemacht, was ich wollte."

Surer: Bald kehrt wieder Ruhe ein

Im Streit zwischen den Piloten sieht Horner kein großes Problem. "In der Formel 1 wirst du immer Konflikte unter den Fahrern haben», sagte er. Die atmosphärischen Störungen zwischen den beiden seien innerhalb des Teams nichts Neues. "Was uns betrifft, ist das 'Business as usual'", sagte Horner. Dass es in Zukunft keine Stallorder mehr bei Red Bull geben wird, schloss Horner nicht aus: "Der Purist will natürlich die Fahrer frei gegeneinander antreten sehen. Es wird aber für uns als Team immer Momente geben, mit denen wir uns sorgsam beschäftigen müssen."

Laut Sky-Experte Marc Surer ist die Diskussion um Vettels Rücksichtslosigkeit bald beendet. "Wenn es der erfolgreichere Fahrer macht, dann muss man das durchgehen lassen. Die Diskussion wird im Sande verlaufen, nach diesem Rennen redet keiner mehr davon", sagte der Ex-Rennfahrer. "Nette Fahrer werden nicht Weltmeister."

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