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Formel-1-Rennstall Lotus droht der finanzielle Kollaps

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Formel 1  

Formel 1: Lotus droht der finanzielle Kollaps

06.08.2013, 15:48 Uhr | t-online.de

Formel-1-Rennstall Lotus droht der finanzielle Kollaps. Dem Formel-1-Rennstall Lotus um Kimi Räikkönen droht der finanzielle Kollaps. (Quelle: imago/HochZwei)

Dem Formel-1-Rennstall Lotus um Kimi Räikkönen droht der finanzielle Kollaps. (Quelle: HochZwei/imago)

Die finanzielle Lage beim Formel-1-Rennstall Lotus wird immer dramatischer. Zwar ist schon seit längerem bekannt, das das Team von Kimi Räikkönen massive Probleme hat, doch neuesten Informationen zufolge ist die aktuelle Lage schlimmer, als bislang befürchtet.

Wie "Motorsport-Total.com" berichtet, soll das Team mittlerweile mehr als 120 Millionen Euro an Schulden angehäuft haben. Und eine kurzfristige Lösung in Form von Sponsorengeldern, wie es dem ebenfalls in der Finanzklemme steckenden Sauber-Team gelungen war, scheint nicht in Sicht zu sein. So räumte Räikkönen nach dem Ungarn-Grand-Prix ein: "Sicher gibt es da ein Problem", sagte der Iceman. "Wir hatten es vergangenes Jahr und wir haben es jetzt wieder. Das ist nicht ideal, aber ich bin sicher, dass sie das klären werden."

Verfehlte Sponsorenpolitik

Damals konnte das Problem noch gerade so abgewendet werden. Doch anders als im Oktober vergangenen Jahres, als Formel-1-Impresario Bernie Ecclestone höchstpersönlich dem damals bereits vor dem Aus stehenden Team mit einer Tranche der FOM-Zahlungen die kurzfristige Liquidät sicherte, kann der Rennstall aktuell nicht auf eine solche kurzfristige Finanzspritze hoffen. Die Formula One Management Ltd.(FOM) vermarktet die Fernseh- und Werberechte an den Formel-1-Veranstaltungen. Einen Teil der Einnahmen aus den Fernsehrechten erhalten die Formel-1-Teams.

Der Grund für die Misere liegt in einer verfehlten Sponsorenpolitik im vergangenen Jahr. Zum Saisonende 2012 hatten sich neue Investoren gefunden, die Lotus unterstützen wollten. Doch angesichts der überraschenden Erfolge Räikkönens - der Finne gewann den Grand Prix von Abu Dhabi - wollte Gerard Lopez von Teameigentümer Genii Capital an die richtig großen Geldtöpfe und spekulierte auf einen Vertragsabschluss mit einem großen Sponsor. Doch der Deal mit einem internationalen US-Konzern kam nie zustande.

Räikkönen droht mit Fernbleiben

Weil Lopez jedoch in Erwartung eines Abschlusses über den Winter mehrere Angebote potenzieller Interessenten ablehnte, spitzte sich die Lage bei Lotus immer weiter zu. Gehälter konnten nicht mehr ausbezahlt, bestehende Schulden nicht getilgt werden. So soll Räikkönen bereits vor den ersten Testfahrten gedroht haben, gar nicht erst zu erscheinen, sollte er nicht sein ausstehendes Gehalt überwiesen bekommen.

Demnach hat der Iceman bis heute noch nicht annährend die ihm aus der abgelaufenen Saison zustehenden 18 Millionen Gehalt erhalten. Erst in letzter Minute wurde ein Teil der Summe doch noch bezahlt, woraufhin der Ex-Weltmeister sich bereit erklärte, auch in dieser Saison wieder in den Lotus zu steigen und um Siege mitzufahren. Allerdings nicht, ohne sich vorher bei Ecclestone über die Situation in seinem Team beklagt zu haben.

Lager sind leer

Denn auch die Mitarbeiter haben ihr Gehalt immer wieder zu spät erhalten. Die Stimmung ist deshalb auf dem Tiefpunkt, Technikdirektor James Allison suchte sich bereits im Februar einen neuen Job, viele seiner Kollegen drohten mit Streik. Auch sollen einzelne Lagern in der Fabrik in Enston leer stehen, weil kein Nachschub mehr bezahlt werden kann, ebenso überfällige Rechnungen bei Zulieferern und anderen Dienstleistern.

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