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Großer Preis von Indien: Vettel droht Absage der WM-Party

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Steuerstreit in Indien eskaliert  

Vettel droht Absage der WM-Party

24.10.2013, 10:51 Uhr | sid

Großer Preis von Indien: Vettel droht Absage der WM-Party. Sebastian Vettel konnte in den vergangenen beiden Jahren in Indien triumphieren.  (Quelle: imago/HochZwei)

Sebastian Vettel konnte in den vergangenen beiden Jahren in Indien triumphieren. (Quelle: HochZwei/imago)

Im eskalierenden Steuerstreit um den Grand Prix von Indien droht Sebastian Vettel der Ausfall seiner angepeilten WM-Party. Indiens Oberster Gerichtshof will am Freitag über einen eingebrachten Antrag entscheiden, ob das Rennen wie geplant (am Sonntag ab 10.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker) stattfinden wird. Die privaten Organisatoren des 16. von 19 Saisonrennen auf dem Buddh International Circuit vor den Toren Neu-Delhis sollen dem indischen Fiskus Steuern in Millionenhöhe schulden.

Nach nur drei Formel-1-Rennen ist Schluss

Wegen zu hoher Kosten ist Indien nicht mehr Teil des F1-Rennkalenders.

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Red-Bull-Pilot Vettel würde in Indien ein fünfter Platz reichen, um seinen vierten WM-Titel in Serie zu gewinnen. Sollte der Grand Prix tatsächlich ersatzlos gestrichen werden, wäre Vettel bei 90 Punkten Vorsprung auf Fernando Alonso bei drei ausstehenden Rennen bereits Weltmeister.

Experten gehen derzeit allerdings nicht davon aus, dass das Rennen tatsächlich abgesagt wird. "Das ist Teil des demokratischen Prozesses in Indien. Jeder kann einen Fall vors Gericht bringen, im Cricket passiert das häufig", sagte Vicky Chandhok, Präsident des indischen Motorsport-Verbandes: "Die Gerichtsbarkeit wird ihren gewohnten Gang nehmen, aber das wird die Veranstaltung nicht betreffen."

Abgaben nicht bezahlt

In Indien tritt nicht wie in anderen Ländern der Staat als Veranstalter des Rennens auf. Deshalb kann der Fiskus auch nicht selber - wie oft üblich - über Steuerentlastungen entscheiden. Bereits vor zwei Jahren belegte das Gericht den Veranstalter Jaypee Sports International Limited, 25 Prozent der Ticket-Einnahmen einzufrieren, bis der Steuerstreit entschieden sei. Offenbar haben die Organisatoren die fälligen Abgaben noch nicht bezahlt. "Wir werden uns die Petition morgen anhören", sagte der Gerichtspräsident.

In Indien gilt die Formel 1 als Unterhaltung und nicht als Sport - deshalb können die Veranstalter nicht auf Steuerentlastungen hoffen. Auf verkaufte Tickets wie auch alle anderen Einnahmen erhebt der Staat eine Art Vergnügungssteuer. Bereits in den vergangenen Jahren gab es in Indien rund um das Rennen immer wieder Steuerstreitigkeiten. Auch die Teams sollten vermehrt zur Kasse gebeten werden und nicht nur auf ihre - wenn überhaupt dürftigen - Gewinne, sondern auf ihre Umsätze Steuern zahlen.

Wohl vorerst letztes Rennen in Indien

Bisher konnte Promoter Bernie Ecclestone die Durchsetzung der Forderungen des Staates aber immer wieder verhindern. Allerdings gilt es als sicher, dass Indien wegen dieser Streitigkeiten aus dem inoffiziellen Rennkalender für die nächste Saison geflogen ist. Ecclestone sprach von "politischen Gründen". Jaypee Sports International Limited baute die Strecke, auf der die Formel 1 seit 2011 zu Gast ist, für rund 450 Millionen Dollar.

Jedes Jahr kassiert Ecclestone zudem zwischen 40 und 45 Millionen Dollar als Antrittsgage, hinzu kommen 1,6 Millionen als Lizenzgebühr an den Staat, um das Rennen veranstalten zu dürfen. Nicht nur deshalb gilt der Grand Prix als Verlustgeschäft. Nach rund 100.000 Zuschauern 2011 wollten vergangenes Jahr nur noch rund 65.000 Fans Vettel, Fernando Alonso und Co. sehen. In diesem Jahr wird mit nur noch etwa 30.000 Zuschauern gerechnet.

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