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Stefano Domenicali bei Ferrari als Teamchef zurückgetreten

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"Zeit für einen Wandel"  

Ferrari-Krise kostet Teamchef den Posten

14.04.2014, 16:20 Uhr | dpa, t-online.de

Stefano Domenicali bei Ferrari als Teamchef zurückgetreten. Teamchef Stefano Domenicali zieht mit seinem Rücktritt die Konsequenzen aus der sportlichen Misere bei Ferrari. (Quelle: imago/Crash Media Group)

Teamchef Stefano Domenicali zieht mit seinem Rücktritt die Konsequenzen aus der sportlichen Misere bei Ferrari. (Quelle: Crash Media Group/imago)

Platz fünf in der Teamwertung und keine Aussicht auf Besserung: Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali büßt für den enttäuschenden Saisonstart der Scuderia in der Formel 1 und räumt seinen Posten. Für die Aufholjagd nach dem enteilten Branchenprimus Mercedes soll nun der bisherige Chef von Ferrari Nordamerika, Marco Mattiacci, die bitter nötige Weiterentwicklung des F14 vorantreiben. Sechs Tage vor dem Grand Prix in China gehen der Scuderia die Nerven durch.

"Es ist Zeit für einen maßgeblichen Wandel", erklärte Domenicali zu seinem Rücktritt. "Als Chef übernehme ich die Verantwortung für unsere aktuelle Situation, so wie ich es immer getan habe." Seine Entscheidung will der 48-Jährige als Signal verstanden wissen.

"Mein Ziel ist es, wachzurütteln", sagte er zu dem für ihn schmerzhaften Schritt: "Es gibt spezielle Momente in jedem Berufsleben, wenn man Mut braucht, um schwere und quälende Entscheidungen zu fällen."

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"Wir lassen nichts unversucht"

Dieser Entschluss erscheint angesichts der schwachen Scuderia-Bilanz in dieser Saison überfällig. Das hochgelobte Piloten-Duo Fernando Alonso und Kimi Räikkönen schaffte 2014 noch keinen Podestplatz. Beim jüngsten Grand Prix in Bahrain vor einer Woche kamen die Beiden nur auf Rang neun und zehn ins Ziel - ein Tiefpunkt der Leidenszeit.

"Mir gefällt es nicht, Ferrari in dieser Verfassung zu sehen", zürnte Ferrari-Patron Luca di Montezemolo nach der desaströsen Vorstellung am Persischen Golf. "Wir lassen nichts unversucht, um dahin zurückzukommen, wo wir sein sollten. Wir arbeiten Tag und Nacht und treffen alle Entscheidungen, die getroffen werden müssen", hatte der 66-Jährige zuletzt erklärt. Einige italienische Medien fassten diese Aussage schon als vorgezogene Entlassung Domenicalis auf.

Letzter Fahrer-Titel liegt sieben Jahre zurück

Damit haben vier der fünf in der Konstrukteurswertung 2013 topplatzierten Rennställe mittlerweile ihre so wichtige Führungsposition neu besetzt. Nur Red Bull um Champion Sebastian Vettel vertraut weiter auf Teamchef Christian Horner.

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Ferrari läuft schon viel zu lange den eigenen Ansprüchen und vor allem dem WM-Titel hinterher. Den letzten Titel als Fahrer holte Räikkönen 2007 nach Maranello. 2008 sicherte sich die Scuderia letztmals die Konstrukteurs-WM. Die Ferrari-Fans schäumen bei dieser Bilanz.

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Mattiacci soll nun für Erfolge sorgen

Viel Kritik entlud sich auf Domenicali, der 1991 zum Team gekommen war, und zuletzt eine Patentlösung für die hartnäckigen Probleme mit der sensiblen Antriebseinheit schuldig blieb. Sein Erbe war ohnehin schwer. Domenicali hatte den Franzosen Jean Todt zum 1. Januar 2008 als Direktor der Sportabteilung abgelöst. An die glorreiche Zeit seines Vorgängers konnte er aber nie anknüpfen. Schließlich prägte Todt dank Michael Schumacher eine Ära: Von 2000 bis 2004 bescherten sie den erfolgsverwöhnten Tifosi fünf WM-Titel.

"Ich schätze und mag ihn, ich habe ihn in diesen 23 Jahren gemeinsamer Arbeit beruflich wachsen sehen und deshalb wünsche ich ihm allen Erfolg", sagte di Montezemolo über Domenicali und meinte zu Nachfolger Mattiacci: "Er hat seine Herausforderung mit Enthusiasmus aufgenommen." Diese Begeisterung dürfte Mattiacci dringend brauchen. Schon jetzt sieht es nach einer weiteren verlorenen Saison für das stolze Traditionsteam aus.

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