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Borussia Dortmund mit Noch-Coach Klopp nehmen Europa ins Visier

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Nur zwei Punkte Rückstand  

Nüchterne Dortmunder nehmen Europa ins Visier

19.04.2015, 08:19 Uhr | Patrick Brandenburg, t-online.de

Borussia Dortmund mit Noch-Coach Klopp nehmen Europa ins Visier. Die Dortmunder Jubel-Traube nach dem Kopfball-Tor von Henrich Mchitarjan (re.). (Quelle: dpa)

Die Dortmunder Jubel-Traube nach dem Kopfball-Tor von Henrich Mchitarjan (re.). (Quelle: dpa)

Aus Dortmund berichtet Patrick Brandenburg

Erst kurz vor Schluss erlaubte sich die schwarz-gelbe Gemeinde den erwarteten Gefühlsausbruch: 88 Minuten waren im früheren Westfalenstadion gespielt und Borussia Dortmund hatte das 3:0 über den SC Paderborn längst in der Tasche, als die Anhänger auf der Südtribüne lautstark Sprechchöre für BVB-Trainer Jürgen Klopp anstimmten. Ein schöner, aber ein recht kurzer Moment, der nach Schlusspfiff noch einmal aufflammte.

Das war es dann aber mit den Jubelarien auf den verehrten Meistercoach, der im Sommer nach sieben Jahren seine Zelte beim Revierklub abbrechen wird. Enttäuscht hat Klopp das nicht - ganz im Gegenteil: "Die Fans waren außergewöhnlich heute. Sich in dieser Situation komplett auf Fußball einzulassen, ist stark."

"Jetzt geht es um den Verein, und der ist größer als wir alle"

"Jetzt geht es um den Verein, und der ist größer als wir alle", hatte Klopp vor drei Tagen Konzentration aufs Wesentliche gefordert, als er seinen Abgang verkündete. Und genau dieser Spruch fand sich dann vor der Partie auch als Banner in der Gelben Wand wieder. Eine gelebte Handlungsanweisung. Ob Trainer, Verantwortliche oder Fans - die gesamte schwarz-gelbe Gemeinde hat trotz aller Krisensymptome und Trennungsschmerzen offenbar die Saisonziele nicht aus den Augen verloren.

Dank der toll herausgespielten Tore von Henrich Mchitarjan (48. Minute), Pierre-Emerick Aubameyang (55.) und Shinji Kagawa (80.) ist durch den Sieg über Paderborn plötzlich Rang sieben nur noch zwei Zähler entfernt. Vermutlich wird der am Ende für die Qualifikation zur Europa League reichen.

Acht Stammkräfte fehlen

Dabei sah es zumindest eine halbe Stunde lang nicht so richtig gut aus für die Dortmunder Borussia. Wie schon so oft in dieser vermaledeiten Saison war der abgestürzte Vizemeister verletzungsgeplagt und musste gleich auf acht potenzielle Stammkräfte verzichten: Marco Reus, Sebastian Kehl, Neven Subotic, Sven Bender, Oliver Kirch, Nuri Sahin, Lukasz Piszczek und Kevin Großkreutz meldeten sich für den 29. Spieltag ab.

Die immer noch namhafte Elf auf dem Rasen tat sich gegen geduldig verteidigende Ostwestfalen schwer und hätte sich sogar nicht beschweren können, wenn Schiedsrichter Felix Brych bei einem Foul von Sokratis an Paderborns Kapitän Uwe Hünemeier (23.) auf Elfmeter entschieden hätte. "Das war der siebte klare Strafstoß, den wir in dieser Saison nicht bekommen", ärgerte sich Gäste-Trainer André Breitenreiter.

"Der BVB-Express war nicht mehr aufzuhalten"

Spätestens ab der 34. Minute nahm die Borussia aber das Heft in die Hand und erspielte sich noch vor der Pause drei Großchancen durch Aubameyang (34., 36.) und Mchitarjan. Der feine Kopfballtreffer des starken Armeniers nach fantastischer Aubameyang-Flanke beendete die Partie dann im Prinzip schon unmittelbar nach dem Seitenwechsel. "Danach war der BVB-Express nicht mehr aufzuhalten", gab Breitenreiter zu.

Aubameyang durfte kurze Zeit später mit einem Salto seinen 13. Saisontreffer feiern - damit kommt er jetzt schon auf die gleiche starke Quote wie im Vorjahr. Auch Kagawa belohnte sich endlich mal wieder mit einem Treffer für eines seiner besseren Spiele seit der Rückkehr. Der Japaner hatte zudem noch Chancen auf weitere Erfolgserlebnisse.

Kommt es zum Showdown gegen Bremen?

Dank des Sieges rückt der BVB erstmals seit dem 5. Spieltag wieder in die obere Tabellenhälfte. Für den Vizemeister, der noch kurz nach Beginn der Rückrunde am Tabellenende festklebte, winkt nun sogar wieder ein Platz in Europa. Im letzten Heimspiel gegen Werder Bremen am 23. Mai könnte also doch noch eine große Partie in Dortmund steigen, mit viel Gefühl und großen Tränen. Dann, aber auch erst dann, wie Klopp bemerkt: "Es wäre ja auch blöd, wenn ein 47-jähriger Mann jede Woche wild flennend vor den Kameras steht. Das will doch keiner sehen."


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